Mikayla
Ungeduldig hämmerte ich mit der Faust gegen die geschlossene Tür des Badezimmers. "Brauchst du noch lange? Ich hab's eilig!", drängte ich genervt. Unendlich genervt davon, dass ich von meinem Wecker schon so früh aus dem Schlaf gerissen worden war. Ich hatte definitiv keine Lust auf Schule. "Ich bin gleich soweit!", rief eine zierliche, bekannte Stimme aus dem Inneren des Bads. Patricia. Seufzend lehnte ich mich im Türrahmen zurück und schloss für einen Moment die Augen, die so brannten, als hätte mir jemand ätzende Säure darüber gekippt. Ich war hundemüde, da ich in der letzten Nacht erst sehr spät einschlafen konnte. Ich wusste nicht weshalb, aber irgendetwas sagte mir, dass es bereits um die zwei Uhr frühmorgens handeln musste, als ich endlich ins Reich der Träume abgedriftet war. Und dabei hatte ich es doch versucht. Versucht, zu entspannen, versucht, einzuschlafen. Aber ich glaubte, genau in dem Fall war dieses versucht das Problem. Ich war nicht wirklich entspannt gewesen und hatte so natürlich auch vergessen können einzuschlafen. Meine Gedanken waren meilenweit auseinander gegangen, gleichzeitig hatten sie sich komplett miteinander vermischt, was ein fürchterliches Chaos in meinem Kopf ausgelöst hatte. Wer da noch einschlafen konnte... der sei gesegnet.
Kurz darauf wurde auch schon die Badezimmertür aufgerissen und Patricia trat heraus. Schwerfällig stieß ich mich am Türrahmen ab, meine frische Wäsche fest im Griff. Fertig angezogen stand Patricia vor mir. In verwaschener blauer Jeans, einem ordentlichen weißen Shirt und einem dunkellilafarbenen Cardigan darüber. Ihre dunkelbraunen Haare waren leicht gewellt und einzelne Strähnen wurden am Hinterkopf zusammengehalten. Ihr schmales, helles Gesicht war dezent geschminkt.
"Sorry.. es war überall besetzt. Sonst wäre ich woanders gegangen.", entschuldigte sie sich. Denn normalerweise ging sie im zweiten Stock ins Badezimmer, da sich auch dort ihr Zimmer befand. Ich winkte ab. "Ist schon okay. Kannst ja nichts dafür." Patricia lächelte mich schief an. "Ist alles gut bei dir? Du siehst aus, als hätte dich mehrmals ein Bus überfahren." Ich sah sie aus halb geschlossenen Augen ernst an und meinte dann: "Na, vielen Dank auch. Aber nein, so schlimm war's dann doch nicht. Ich hab' nur viel zu wenig Schlaf abbekommen." Mitleidig sah sie mich an. "Ich verstehe." Ich seufzte. "Jap... wenn du mich entschuldigst.", murmelte ich und nickte Richtung Bad. Patricia verstand und machte mir automatisch Platz. Darauf setzte ich mich in Bewegung, trat über die Schwelle des Bads, warf meiner Stiefschwester ein kleines Lächeln zu und schloss anschließend die Tür zum Badezimmer hinter mir.
Dort machte ich mich im Eiltempo fertig. Wusch mich, zog mich an, putzte mir die Zähne, stattete der Toilette einen Besuch ab und kämmte mir die Haare. Bis ich letztendlich bereit war, das Badezimmer wieder zu verlassen und mich wenige Momente später auf der Treppe nach unten wieder fand.
Ich verließ den zweiten Stock und ging zum ersten über, als sich auf einem ein schmerzhaftes Pochen an der rechten Schläfe bemerkbar machte. Genau genommen hatte ich es schon früher bemerkt... Und zwar als ich angefangen hatte, mich anzuziehen. Mein geliebtes Outfit, das aus einer schwarzen Leggings, einem beinahe knielangen schimmernden Faltenrock und einem dunkelgrauen dreiviertel langen Shirt mit kleinen schwarzen Sternen darauf verteilt, die als Muster dienten. Doch da war es noch nicht so schlimm gewesen. Eigentlich war es da noch kaum bemerkbar gewesen, ganz im Gegensatz zu jetzt.
Ich fluchte, während mit jedem Schritt die Kopfschmerzen mehr zunahmen. Das hatte mir gerade noch gefehlt! Verdammter Schlafmangel! Verdammte Gedanken, die mich nicht haben schlafen lassen! Verdammte Kopfschmerzen!!, verfluchte ich innerlich alles, was mich gerade aufregte. Das waren ja mal super Voraussetzungen für den heutigen Tag, hatte ich nicht recht?
Im Erdgeschoss angekommen, ging ich erst einmal in die Küche, in der Hoffnung, ein Glas Wasser würde meine Kopfschmerzen etwas ein dimmen. Als ich dort ankam, bemerkte ich Dad nachdenklich am Fenster stehen mit einer Tasse Tee in der Hand und mein Herz machte freudig einen Sprung. Wenigstens ein Anblick am Morgen, der mich zumindest ein wenig glücklich machte...
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
