Tess
Die Sonne, die sich durch die herabhängenden Äste voller hellgrüner, großer Blätter stahl, die beinahe so groß waren, wie meine gesamte Handfläche, erschien mir so hell, dass ich willkürlich blinzeln musste. Außerdem streifte sie mein Gesicht, was ein kaum spürbares, dennoch existentes Prickeln auf meiner Haut auslöste, das sich über meinen gesamten Körper zog. Ähnlich wie die Berührungen von Brett, wenn er meine Hand nahm oder mich einfach nur kurz im Gesicht berührte, sei es, nur um eine Haarsträhne nach hinten zu streichen. So wie in diesem Moment. Seine Hand verweilte kurz vor meinem Ohr, als ich den Blick hob und mich zu ihm wandte. Auf seinem Gesicht bildete sich ein Lächeln und er sah kurz so aus, als würde er zögern, was er aber dann doch nicht tat, seine Hand sanft nach ein paar Haarsträhnen griff und sorgsam hinter meinem linken Ohr verstaute. Ich erwiderte sein Lächeln. "Wunderschöner Tag, nicht wahr?", wisperte er. Seine Hand, die zuvor noch vor meinem Gesicht verweilt hatte, lag nun in meiner. Ich nickte. "Ja.. und wenn sogar ich das sage.." Brett kicherte, verstummte aber schnell wieder. "Es ist echt unglaublich, wie schnell das Wetter wechselt. Vor wenigen Wochen war es noch extrem kalt und jetzt.. ist es so warm. So als wäre der Frühling da." Ich zuckte mit den Schultern. "Vielleicht ist er das ja auch. Oder auch nicht und es schneit nächste Woche wieder. Du kennst ja das Wetter.. da kann man nie so genau wissen." Ich wartete auf eine Antwort seinerseits, doch da kam nichts, stattdessen starrte er nachdenklich zu der Stelle hinüber, wo wir alle vor über einer Woche gesessen und Spaß gehabt haben. Man konnte noch leichte Abdrücke erkennen, die die ganzen Bänke und Tische hinterlassen hatten, außerdem war das Gras von dem Osterfeuer daneben abgebrannt. Einige Meter weiter in der Ecke befand sich ein kleiner Teich, der mir an diesem Abend gar nicht aufgefallen war. Zu unauffällig war er gewesen. Dennoch kannte ich ihn. Immerhin waren wir schon öfter hier gewesen. "Weißt du noch.. letzte Woche? Als wir alle hier waren?", fragte er, sein Blick wieder voll und ganz auf mich gerichtet. Ich musste lächeln. Natürlich wusste ich das. Das war einer der besten Abende seit langem gewesen. "Ja.. das war unglaublich schön.", antwortete ich deshalb. Brett grinste. "Fand ich auch.. erst recht unsere kleine Grasschlacht." Mit diesen Worten rückte er nur noch näher an mich heran und war im Begriff beide meiner Hände zu umfassen, doch ich runzelte nur argwöhnisch die Stirn. "Du meinst das mit Mikayla oder…?" Brett schüttelte vehement mit dem Kopf. „Oh nein, viel mehr das mit dir." Darauf beugte er sich vor zu meinem Gesicht und drückte mir einen sanften Kuss auf die Stirn. Ich lächelte glücklich, während mein Herz nun locker um das dreifache schneller schlug. "Das fand ich auch..", wisperte ich, wollte meine Stirn gegen seine lehnen, hielt aber inne, da mir so eben etwas eingefallen war. "Aber dann die Reaktion deiner Mutter war.. etwas unpassend. Sie schien genervt. Sie hatte Stimmungsschwankungen, oder?" Brett verdrehte die Augen, nickte aber. Anschließend löste er sich von mir, zog mich aber dann mit einem Seufzer zu sich, sodass ich sitzend an ihm lehnte und mein Kopf an seiner Schulter verweilte. "Ja.. das ist seit Wochen schon so extrem. Einmal.. da hat sie.." Er verstummte. Ich drehte den Kopf so, damit ich ihn ansehen konnte. "Da hat sie was?", fragte ich, da meine Neugier geweckt war. Er seufzte tief. "Da hat sie mich angeschrien, ich solle meine Sachen ja gefälligst vom Boden aufheben und aufräumen. Ich war da eh schon so genervt gewesen, weil mein Schultag einfach richtig mies gelaufen war. Und dann kam auch noch sie! Ein Streit brach aus, ich hatte gemeint, ich hätte das eh gleich aufgeräumt, aber sie hat mir nicht geglaubt. Irgendwann kam Dad dazwischen, hat gemeint wir sollten aufhören. Mich hat er ins Zimmer geschickt mit der Erklärung, er würde gleich zu mir kommen, er müsse sich davor nur noch mit Mum unterhalten. Das hab ich dann auch gemacht. Als ich dort war, hab ich auf den schlimmsten Ärger meines Lebens gewartet. Aber als er dann kam, hat er mich umarmt und gemeint, dass es Mum leid tun würde und sie Stimmungsschwankungen gehabt hätte. Hat gemeint, dass das normal wäre bei schwangeren Frauen.. und ja. Letztendlich haben wir uns wieder vertragen." Er seufzte. Ein Schmunzeln schlich sich auf meine Lippen, verschwand aber schnell wieder, als er fortfuhr. "Das war an dem Tag gewesen, an dem diese starken Schmerzen wieder angefangen haben. In der Schule. Die ich schon seit meiner Kindheit habe und die dafür gesorgt haben, dass mein Blinddarm raus musste." Ich sah ihn besorgt an. "Oh.. aber jetzt ist es vorbei. Er senkte den Blick und sah mir direkt in die Augen. Auf seinen Lippen bildete sich ein zaghaftes Lächeln. "Ja.. zum Glück." In seiner Stimme schwang Erleichterung mit, die ich voll und ganz nachvollziehen konnte. Um die Stimmung wieder etwas zu heben, meinte ich: "Ach, und was deine Mum angeht: Schwangere sind doch immer so. Die wissen nie, was sie wollen. Sagen nicht das, was sie eigentlich meinen. Wenn sowas in der Art irgendwann nochmal passiert, dann ruf mich einfach an. Dann kann ich dich an diese Worte erinnern." Brett brach in lautes Gelächter aus, das irgendwie ziemlich befreit klang, fast ausgelassen. Und das machte mich glücklich. Wie automatisch machte ich mit. Das, was ich gerade gesagt habe, war jetzt nicht unbedingt sehr witzig, doch wenn man das angesichts der Situation in Betracht zog, konnte man durchaus darüber lachen. Das galt auch für sämtliche andere Lebensbereiche.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
