28./29.03.2015

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Tess
          

"Jetzt haben wir doch noch einiges geschafft. Und ich muss sagen.. ich bin bereit für Montag." Wir gingen gerade die Treppen runter, da es bereits fast sieben war und ich nach Hause musste. Ja, wir haben wirklich noch viel geschafft. Nach Mikayla's kleinem Schwächeanfall haben wir zwar erst noch weiter Pause gemacht, doch danach ging es auch gleich weiter. Und ich musste sagen.. ich war wirklich zufrieden mit dem, was wir heute geschafft haben. Und so wie es aussah, Mikayla genauso.

Ich nickte. "Ja, ich denke auch." Sie lächelte. "Dann hat sich's ja gelohnt." Wir kamen im Erdgeschoss an und Mikayla bedeutete mir, hier zu warten, da sie nachschauen wollte, ob ihr Dad mittlerweile zurück gekommen war. Sie schaute sowohl in der Küche, als auch im Wohnzimmer, doch nirgends schien er zu sein, zumindest symbolisierte sie mir das mithilfe eines Kopfschüttelns, als ich nachhakte. Ich kam auf sie zu. In der Küche sah ich Mikayla's Mum, welche gedankenverloren aus dem Fenster schaute und beobachtete Mikayla, wie sie geradewegs auf sie zu kam. "Ist Dad immer noch nicht wieder da?", fragte sie. Brenda schüttelte den Kopf. "Nein.", seufzte sie. "Ich hab ja gesagt, es könnte schwierig werden. Ich glaube, ich rufe ihn mal an." Sie begann in ihrer  Jackentasche nach ihrem Handy zu kramen. Mikayla nickte. "Ich.. ähm.. bringe Tess noch mit raus." Brenda nickte nur und kramte anschließend einfach weiter. Anscheinend fand sie es nicht. So wandte sich Mikayla ab und ging wieder zu mir. Wir begaben uns in die Garderobe, wo ich meine Schuhe, meine dicke Jacke und meinen Schal anzog, ehe wir uns noch einmal umarmten. "Bis dann. Wir schreiben ja noch. War echt toll heute. Auch, wenn wir hauptsächlich gelernt haben. Na gut.. mehr oder weniger.", meinte sie. Ich lächelte. "Jap. Und ja, fand ich auch." Sie erwiderte mein Lächeln. "Also dann.. tschüss!" Ich griff nach der Türklinke, machte die Tür auf und was ich da sah, brachte mich beinahe zum Lachen. Davor stand David, Mikayla's Dad, vollkommen zusammengekauert vor Kälte. Ich hatte wirklich Mühe, nicht anfangen zu lachen, da das einfach zu witzig aussah und Mikayla ging es offensichtlich genauso. "Dad! Komm doch erst mal rein.. du siehst ganz durchgefroren aus." Dieser nickte, trat über die Schwelle und schloss die Tür hinter sich. In die Küche rief sie: "MUM! Du brauchst nicht mehr anrufen, er ist da." Seufzend nahm David seine Mütze vom Kopf und wuschelte sich einmal durch die Haare. Die Jacke hatte er aufgemacht. "Ihr glaubt nicht.. was da für ein Stau war. Bis zum Sankt Pauli und noch weiter. Ich dachte, ich komm da nie wieder raus. Und dann ist auch noch auf halbem Wege die Heizung ausgefallen."

Brett

Unruhig rollte ich mich von der einen zur anderen Seite. Ich lag im Halbschlaf in meinem Bett und hatte das Gefühl gleich zu explodieren. Da war dieser tonnenschwere Druck, den ich nicht identifizieren konnte und bei dem ich glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. Aber andererseits konnte ich auch nicht aufwachen, um mich dagegen zu stellen. Zwar versuchte ich es mit aller Kraft, doch es ging nicht. Es fühlte sich so an, als läge ich unter Wasser und kam nicht mehr an die Oberfläche. Es war furchtbar. Plötzlich durchzuckte ein heftiger Schmerz meinen gesamten Körper. Dieser ging von meinem Bauch aus, nicht anders zu erwarten. Und auf einmal tauchte ich an die Wasseroberfläche und war plötzlich wieder hellwach. Ab da merkte ich auch richtig, was das für Schmerzen waren. Es begann in der rechten unteren Seite meines Bauches und zog sich über meinen ganzen Oberkörper. Und es tat höllisch weh. Mein ganzer Körper verkrampfte sich, weshalb ich mich nicht mehr rühren konnte. Dafür schrie ich wie am Spieß, da diese Schmerzen kaum auszuhalten waren. So hatte ich das Ganze wirklich noch nie erlebt. Ich dachte immer, dass diese Schmerzen nicht mehr schlimmer werden konnten, aber das.. Das hatte definitiv einige Schmerzensgrade, von denen ich gar nicht mal wusste, dass sie überhaupt existierten, überschritten. Das waren mit Abstand die schlimmsten Schmerzen meines Lebens. Verkrampft hielt ich mich an meinem zweiten Kopfkissen fest, einige Tränen liefen mir über die Wangen und meine Schreie haben nicht nachgelassen. Eigentlich war ich nicht der Typ, der wegen Schmerzen weinte. Außer als kleines Kind vielleicht. Aber, wenn es so krass weh tat.. Konnte selbst ich das nicht verhindern.

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt