Max
Es war an einem regnerischen kühlen Montag Septembermorgen. Starr blickte ich die Hauptstraße hinunter. Ich sah sie schon von Weitem. Markus mitsamt ein paar seiner „Anhängerschaft" wie er es gerne nannte, zu der ich ebenfalls gehörte. Scharf sog ich die Luft ein, als ein eiskalter Wassertropfen den Weg in mein Gesicht gefunden hatte. Ich war definitiv nicht für Kälte geschaffen.
Nur noch wenige Meter und sie würden hier sein. Bei mir. Insgeheim hatte ich etwas Bammel davor Markus heute über den Weg zu laufen, schließlich war er seit Tagen nur noch angepisst. Und das hatte alles angefangen, als ich ..bestimmte Dinge an die Schultafel geschrieben hatte. Klar, es war nicht gerade die beste Idee gewesen, und ich hatte es im Nachhinein sogar bereut, doch ich wollte es für ihn tun. Immerhin wollte ich hier etwas beweisen. Ich wollte beweisen, dass ich nicht nur der nette Junge von neben an war, der kleinen Kindern kein Haar krümmen konnte und zu jeder Zeit die Wahrheit sagte. Ich wollte beweisen, dass ich auch anders konnte. Und meine angeblichen „Freunde", die sowieso viel lieber Zeit mit sich selbst verbrachten und mich mit dem Arsch nicht bemerkten, konnten mich in dieser Hinsicht mal, wenn sie versuchten mich davon abzubringen. Doch sie versuchten es ja noch nicht einmal. Da hatte ich wohl die Bestätigung, dass ich ihnen tatsächlich so egal war, wie ich dachte.
Jedoch war Markus nach meiner Aktion etwas sauer gewesen, was man durchaus nachvollziehen konnte.. Immerhin hatte er Ärger bekommen und musste die Tafel wischen und nicht ich. Einfach weil unsere Lehrerin immer sofort ihn verdächtigte. Obwohl er es oft gar nicht war. Und ich hatte mich schuldig gefühlt, da ich eigentlich hätte sagen sollen, dass ich es gewesen war. Doch ich war ein Feigling. Ein verfluchter Feigling. Schon immer gewesen..
"Na, Max, wie geht's?", fragte Markus, als er und die drei anderen bei mir ankamen, und klatschte zur Begrüßung ein. Überrascht sah ich ihn an, seufzte jedoch. "Wie man's nimmt.", erwiderte ich. Markus zog die Augenbrauen hoch, während die anderen drei allesamt ihre Zigarettenschachteln hervor holten. Sie waren bereits in der 8. und es war durchaus nicht selten, dass diese rauchten. Ich vermutete schon fast, dass selbst in meinem Jahrgang bereits geraucht wurde. Aber so sicher war ich mir da nicht.
"Probleme?", hakte er nach und kehrte mit seinem Fuß, an dem ein schneeweißer teurer Nike Schuh prangte, den nassen Kies vom Gehweg. Eine Angewohnheit von ihm. "Kann man so sagen, ja.", antwortete ich ehrlich und nickte. "Was bedrückt dich denn, hm?", fragte er, während er näher auf mich zu kam und ich fühlte mich, als wäre ich beim Psychiater höchstpersönlich. Erstaunt blinzelte ich. Ich hätte nicht erwartet, dass es ihn tatsächlich interessieren würde. Generell hätte ich nicht erwartet, dass er so gut drauf sein würde. Immerhin war er gestern noch total genervt und mies gelaunt gewesen. Und das seit Wochen. Na, wenn da mal nichts passiert war..
"Meine Eltern. Sie streiten sich immer öfter. Was komisch ist, da sie sich früher nie gestritten haben. Jeden Tag werden sie lauter.", erzählte ich und atmete dabei einmal tief aus. Darauf schlich sich ein mitleidender Ausdruck auf sein Gesicht und seine Augen glänzten seltsam. So als wüsste er nur zu gut, wovon ich sprach. Doch bevor er zu einer Antwort ansetzen konnte, meldete sich Raphael, einer der 8. Klässler, zu Wort.
"Ey Max. Willste auch mal? Danach geht's dir vielleicht besser.", meinte er und hielt mir eine Zigarette entgegen. Sprachlos sah ich auf seine Hand in dieser die Zigarette lag. "Ich..", machte ich, unfähig irgendetwas anderes zu sagen. Doch bevor ich noch die Gelegenheit dazu bekam, schritt Maja ein. "Es ist deine erste oder?" Ich nickte. Die drei sahen sich an. Markus lächelte unbeholfen, sagte aber nichts. Obwohl er vielleicht jetzt gerade nicht mitrauchte, wusste ich, dass er bereits einmal geraucht hatte. In der 6. Klasse auf seiner alten Schule. Obwohl er jünger war als ich. Sogar fast ein ganzes Jahr. Es konnte halt nicht jeder früh zum Raucher werden.
"Dann würde ich sagen, du probierst es einfach mal.", beharrte er und hielt mir die Zigarette nur noch dringlicher hin. Ich zögerte. Sollte ich wirklich? "Du musst nicht, wenn du nicht willst.", unterbrach Markus meinen Gedankengang. "Keiner zwingt dich." Ich nickte abwesend, während ich auf die Zigarette in Raphaels Hand starrte.
"Ich mache es.", verkündete ich kurz darauf entschlossen und nahm ihm die Zigarette aus der Hand. Wahrlich überrascht zogen alle, sogar Markus, die Augenbrauen hoch. "Nun gut.", meinte Raphael und zündete die obere Spitze an. Ich atmete einmal tief durch und sah davor noch kurz zu Markus. Doch dieser nickte mir nur beruhigend zu. "Jeder sollte zumindest die Erfahrung gemacht haben."
Also führte ich die Nikotinbombe an meine Lippen, nahm einen Zug .. und würgte. Den Rauch pustete ich so schnell aus wie nur möglich. Das war einfach widerlich. Als ob man Müll in den Mund nehmen würde. Nun hustete ich ebenfalls und würgte stärker, kaum dass ich mich nicht übergeben hätte. Ein paar lachten, während Markus mir auf den Rücken klopfte. "Geht's wieder?", fragte er, als ich mich einigermaßen beruhigt hatte. Ich nickte, während ich mir über die feuchten Lippen fuhr. Die Zigarette hatte ich Raphael zurück gegeben. Finster starrte ich zu den drei anderen hinüber, welche einfach fröhlich weiter qualmten. Von wegen besser. Wie konnten die dieses Zeug nur so lieben? Was war daran bitte so toll? Ich verstand es nicht. Auf jeden Fall stand für mich eines fest. Nie wieder Zigaretten. Nie wieder.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
