Kapitel 33: schwach

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"Hast du diesen Alex denn schon irgendwo gesehen?", fragte Jonas mich, während wir tanzten und dabei so taten, als wären wir ganz normale Leute, die einfach nur ein bisschen feiern wollten.

"Ne, keine Ahnung, wo der ist. Aber irgendwo hier müssen wir ihn doch finden.", antwortete ich.

Wir gaben uns Mühe, so wenig aufzufallen wie es nur ging und trotzdem schnellstmöglich diesen Typen ausfindig zu machen. Gerade als Jonas mich in die Seite geboxt hatte, um mir wahrscheinlich mitzuteilen, dass er Alex irgendwo gesehen hatte, wurden wir von einem Partyfotografen angesprochen, besser gesagt wurde uns auf einmal eine Kamera vor die Nase gehalten und wir würden genötigt zu lächeln, als würde die Welt allein davon abhängen. Wie sehr ich diese gestellten Fotos hasste. Jonas legte von hinten einen Arm um meine Taille und wir strahlten gequält in den Fotoapparat. Diese Bilder konnten nur schrecklich aussehen.

"Sehr schön, und jetzt küssen.", schrie der Fotograf, der selbst schon ein bisschen zu viel intus hätte, durch die zu laute Musik. Ich schüttelte augenblicklich den Kopf und sagte: "Nein, nein. Wir sind nicht zusammen."

Den alkoholisierten Typen von Fotograf schien das anscheinend wenig zu interessieren, denn seine Antwort war nur ein ungeduldiges: "Egal, Egal. Heute ist alles egal. Jetzt macht schon, Leute."

Ich blickte zu Jonas, der neben mir stand und die Situation anscheinend ziemlich amüsant zu finden schien.

"Lach nicht so doof!", meinte ich noch mahnend, bevor er mit den Schultern zuckte, sich zu mir herunterbeugte und mit einem verschmitzten Grinsen seine Lippen auf meine legte.

Meine lieben Freunde, eins kann ich euch sagen. Wenn ihr es noch nicht auf eure To-Do-Liste geschrieben habt, Jonas Klein zu küssen, solltet ihr das auf jeden Fall tun. Auf meiner hatte es vorher auch nicht gestanden, aber jetzt konnte ich es abhaken und es war sicher nicht der schlechteste Punkt.

Ich vergaß für einen kurzen Moment, wo ich überhaupt war und ich was ich hier überhaupt machte, weil ich so abgelenkt war von dem Geschmack von Jonas' weichen Lippen auf meinen und den tausend Stromstößen, die augenblicklich durch meinen Körper schossen.

Okay, ich hatte meine Meinung geändert. Küsst ihn doch nicht, das könnt ihr mir nicht antun. Also natürlich könnt ihr das machen, aber nein, lasst es besser. Genau, lasst es sein. Was rede ich denn hier für eine Scheiße?

Als wir uns dann voneinander lösten, konnte ich garnicht anders, als zu strahlen und als ich zu Jonas sah, erkannte ich, dass es ihm nicht anders ging.

"Geht doch, Leute. Sorry, aber jetzt muss ich die heiße Brünette abklären, die da gerade zur Bar gelaufen ist. Viel Spaß euch noch und du, krall sie dir, Kumpel.", schaltete der Fotograf sich nun dazwischen und klopfte Jonas brüderlich auf die Schulter, während ich das Geschehen entgeistert mit ansah.

Ich wusste, dass dieser Kuss nichts bedeutet hatte, aber wenn das erst bedeutungslos war, wie würde es dann sein, wenn es das nicht sein würde? Du wolltest doch nicht mehr über so einen Mist nachdenken, Mia. Das hatten wir eben gerade noch vereinbart.

"Was war das denn jetzt?", fragte ich, als dieser verrückte Vogel sich verzogen hatte.

"Das, meine liebe Mia, war wohl der beste Kuss deines Lebens.", grinste Jonas selbstsicher.

"Da wäre ich mir an deiner Stelle jetzt nicht so sicher, Jonilein.", versuchte ich ihn zu provozieren.

"Wir wissen beide, dass du lügst, Miilein.", ließ er sich nicht von mir beeindrucken.

Der letzte SommerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt