Irgendwie wurden es von Party zu Party mehr Menschen, die sich bei Anton und Tom zuhause rumtrieben. zumindest kam es mir so vor, denn als ich mich auf den Weg in die Küche machen wollte, musste ich mich gefühlt überall durchdrängeln, weil alles voller zum Großteil betrunkener Menschen war. Okay, ganz nüchtern war ich auch nicht mehr, aber meinen vorgenommen Pegel für heute hatte ich ganz sicher auch noch nicht erreicht, weshalb es definitv Zeit wurde, dass ich in die Küche kam, um meinen Becher wieder aufzufüllen.
Endlich in der Küche angekommen hielt ich nach Greta und Leo Ausschau, damit sie mir noch eine weitere „Todesmische" mixen konnte. Für heute waren die Dinger wirklich genau das Richtige. Viel zu stark, jegliche Arten von Alkohol durcheinander und dann mit Multivitamin-, Orangensaft, oder Cola aufgefüllt. je nachdem, was Greta gerade in die Hände kam. Genau das richtige, um richtig schön betrunken zu werden.
Doch in der menschenüberfüllten Küche war keine Spur von Greta und Leo, vielleicht konnte ich sie unter den vielen Leuten, die hier waren, auch einfach nicht sehen. Dafür traf ich jedoch jemand ganz anderen, mit dem ich beim besten Willen nicht gerechnet hatte.
„Hey, Mia. Du auch hier?", sprach mich eine männliche Stimme an. Ich drehte mich um.
„Oh Jan, hallo!", erkannte ich meinen ehemaligen Nachbarn, den ich auch schon auf Toms letzter Party getroffen hatte, und umarmte ihn zur Begrüßung. „Was machst du denn hier?", fragte ich fröhlich.
„Ach, das übliche, denke ich. 'N bisschen feiern, schätz ich mal. Und du so?", entgegnete er und mir fielen mal wieder seine braunen Augen auf, die sogar in dieser Dunkelheit noch herausstachen.
„Ja klar, dumme Frage. Ich hab eigentlich Greta gesucht, die sollte mir was Neues zu trinken mischen.", erklärte ich und zuckte mit den Schultern.
Jan lachte. „Greta? Ist das deine kleine betrunkene Freundin vom letzten Mal?" Ein kleines Grinsen könnte auch ich mir nicht verkneifen. „Genau die, aber ich glaub heute ist sie noch gar nicht so betrunken. Wird definitiv höchste Zeit, das wir das mal ändern."
„Klingt nach 'nem Plan.", stimmte er mir zu. "Ich weiß.", erklärte ich. "Aber ich hab keine Ahnung, wo die Olle abgeblieben ist."
Jan lachte geheimnisvoll und sah mich aus seinen markanten braunen Augen an. "Dann fangen wir eben erstmal bei dir an. Also mit dem Alkohol."
"Das klingt nach 'nem hammermäßigen Plan.", meinte ich sogleich, woraufhin er mir meinen Becher aus der Hand nahm und mit Wodka und O-Saft auffüllte, bevor er ihn mir wieder zurückgab. Fragt mich nicht, seit wann ich Worte wie hammermäßig benutzte.
"Danke", bedankte ich mich höflich und prostete Jan zu. "Was gibt's bei dir so Neues?", erkundigte er sich und nahm noch einen Schluck aus seinem Becher. "Absolut rein gar nichts, alles wie immer.", erklärte ich, um möglichst schnell zum nächsten Thema zu switchen. Auf Smalltalk hatte ich eigentlich gar keine Lust gerade und einem früheren Bekannten auf einer Party, auf der ich eigentlich vorgehabt hatte, aufs heftigste abstürzen, meine halbe Lebensgeschichte zu erzählen, passte auch nicht wirklich zu meinem Plan. So konnte das nicht weitergehen.
Ich hob also entschlossen meinen Becher und nahm ein paar große Schlucke daraus, während Jan nur ein: "Das ist ja nicht so viel.", antwortete.
"Ich weiß.", entgegnete ich daraufhin. "Das Leben ist langweilig geworden und ich werde das jetzt, hier und heute ändern.", sagte ich bestimmt an und war mir meiner Sache ziemlich sicher.
Um meine Ankündigung noch zu unterstreichen, leerte ich den Rest meines Bechers in einem Zug, stellte ihn bestimmt auf dem Küchentresen ab, an dem wir zuvor gelehnt hatten und legte einen meiner Meinung nach absolut filmreifen Abgang hin.
In diesem überfüllten Haus hier wurde es mir eindeutig zu stickig, also torkelte ich meinen Weg an die frische Luft durch die vielen Menschen hindurch. Langsam bemerkte ich wie der Alkohol seine Wirkung zeigte und ich musste unwillkürlich anfangen zufrieden zu lächeln. Genau so hatte ich mir das vorgestellt, jetzt konnte die Party erst richtig los gehen.
Im Garten war nicht viel weniger los als im Haus selbst, im beleuchteten Pool tümmelten sich viele Leute, unter denen ich auch Leo ausfindig machen konnte. "Mia", rief Leo mir von der anderen Seite des Pools entgegen.
"Leo", schrie ich zurück, ohne wirklich nachzudenken. "Was geht da hinten?"
"Komm ran, ich geb dir einen aus!", brüllte er von seinem schwimmenden Einhorn zu mir und das ließ ich mir garantiert nicht zweimal sagen.
Wie ein aufgeschrecktes Huhn, rannte ich um den Pool herum und nahm Leo, der mir vom
Wasser aus seinen Becher hinhielt, denselben aus der Hand und exte ihn leer, bevor ich überhaupt schmecken konnte, welches Zeug dort zusammengemischt worden war.
„Wuhu! Mia!", grölte Leo und klatschte begeistert in die Hände. „So wollen wir das sehen hier!"
Ich streckte siegreich meinen Arm in die Luft und stieß einen befreienden Schrei aus, bevor ich den leeren Becher achtlos hinter mich schmiss, Anlauf nahm und in den Pool sprang.
Auch dafür erntete ich wieder jede Menge Applaus und Jubelrufe. Doch, an diese Aufmerksamkeit konnte ich mich gewöhnen. Zumindest wenn ich betrunken war.
„Mia! Wuhuu!", hörte ich jemanden vom Beckenrand schreien. Ich drehte mich um und erblickte Lina, die auch schon einiges intus haben wusste. Sie warf ihre Arme in die Luft und rief: „That's my girl!" Während sie das tat, bewegte sie ihre Arme auf mich zu und zeigte danach mit beiden Fingern direkt auf mich.
„Komm ins Wasser, Lina!", rief ich ihr zu. „Das ist soooo schön hier."
„Oh nein bitch.", entgegnete sie und schüttelte bestimmt den Kopf. „Ich sag dir, was wir jetzt machen. Komm her.", forderte sie mich nun auf. Ich wunderte mich zwar, was sie von mir wollte, schwamm aber ohne weiter groß darüber nachzudenken, auf sie zu.
„Ich platzierte meine Hände am Beckenrand und legte den Kopf in den Nacken, damit ich Lina sehen konnte, die genau vor mir Stand.
Sie bückte sich zu mir herunter und setzte einen gefährlich wirkenden Gesichtsausdruck auf.
„Wir zeigen dem Mistkerl, was er davon hat.", erklärte sie bestimmt und mit einem siegessicheren und ein bisschen auch fiesen Lächeln auf den Lippen. Ich wusste zwar nicht, was sie vorhatte, aber egal, was es war, ich könnte es nur lieben.
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Der letzte Sommer
Fiksi Remaja"Du bist so wunderschön, wenn du glücklich bist.", hatte er gesagt und dabei in die Ferne geguckt. So, als würde er garnicht mit mir reden, sondern mit dem Universum, dem Himmel oder der ganzen restlichen Welt. Für Mia und ihre Freunde steht das le...
