Kapitel 99: kitchen "talks"

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Ich sah wieder zu Jonas hoch und merkte, wie eine Träne meine Wange hinunterlief. "Du kannst mich doch nicht den ganzen Tag ignorieren und jetzt in meinem Garten stehen.", behauptete ich und lachte kurz.

"Und ich dachte nicht, dass dich das zum weinen bringt.", sagte er lächelnd und legte sanft seine Hand an meine Wange, mit der er sanft die Träne wegstrich, die sich aus meinem Auge befreit hatte. Gott, der Typ machte mich noch wahnsinnig. "Ich weine doch gar nicht.", sagte ich, immer noch benommen von dem Gefühl seiner Hand an meiner Wange. "Neeiiinnn, natürlich nicht.", entgegnete er und lächelte mich neckend an. Reflexartig verpasste ich ihm nun einen Schlag gegen den Arm und merkte erst dann, wie sehr es mir gefehlt hatte.

"Könnt ihr jetzt mal die Finger voneinander lassen, damit wir Jonas auch noch begrüßen können?", unterbrach Leo und ich musste kurz grinsen. Dann trat ich einen Schritt von Jonas weg und gab den anderen die Chance, ihn auch in die Arme zu schließen.

Ich sah dabei zu, wie jetzt auch die anderen nacheinander Jonas begrüßten. Er lachte und ich konnte sehen, wie sehr er sich freute, dass er endlich seine Freunde wiedersah.

Ich löste meinen Blick von der Begrüßungsszene und besorgte Jonas noch einen Stuhl, den ich zu den anderen ans Feuer stellte. Die nächste Stunde erzählte Jonas uns von alldem, was er in den letzten Wochen erlebt hatte und wir brachten ihn auf den neuesten Stand der Dinge, die er hier verpasst hatte. Leo quetschte ihn geradezu über seine Teamkameraden, die Trainer und den Ablauf der Spiele aus. Ich legte ein weiteres Holzstück auf das Feuer, denn langsam wurde es immer kälter, da eine Nacht im Januar kaum mit einer im Juli oder August zu vergleichen war. Gerade starteten Leo und Greta eine Diskussion darüber, dass Jonas bestimmt auch mal über etwas anderes reden wollte, als nur Fußball. Ich wusste, dass Jonas über nichts lieber redete als seine Lieblingssportart und dies sicherlich noch stundenlang hätte tun können. Um ehrlich zu sein vermutete ich eher, dass Greta langsam genug von diesem Gesprächsthema hatte. Leo jedoch ging sofort auf ihre Kritik ein und erklärte ihr, dass Jonas sicher viel zu erzählen habe und dass sie ihn doch bitte ausreden lassen solle. Vor allem weil es ihn, Leo, doch so interessieren würde, was sein Freund den letzten Monat getrieben habe und dass es doch wohl nicht zu viel verlangt sei, dass er sich gerade ein bisschen mit ihm unterhalten wolle.

Da ich gerade wenig Lust auf eine von Gretas und Leos Kabbeleien hatte, erhob ich mich mit den Worten: „Ich geh noch was zu trinken holen.", und begab mich ins Innere und damit ins Warme. Ich war gerade damit beschäftigt eine weitere Flasche Sekt zu öffnen, als ich plötzlich zwei vertraute Arme spürte, die sich von hinten um mich legten.

Überrascht wollte ich mich gerade zu Jonas umdrehen, als er seinen Kopf auf meiner Schulter ablegte, was mich total aus dem Konzept brachte. Was machte er da? Und wieso konnte ich nichts gegen dieses Kribbeln in mir tun?

Ich spürte seinen Atem an meinem Hals und bekam nur mit, wie er etwas Unverständliches murmelte.

„Was hast du gesagt?", fragte ich leise und mit Bedacht. Irgendwie hatte ich fast Angst, dass er sich wieder von mir entfernen würde.

Doch das tat er nicht. Stattdessen schmunzelte er kurz und antwortete: „Ich habe gesagt, dass ich vielleicht ein bisschen was davon trinken sollte.", er nickte in Richtung der Sektflasche in meiner Hand „Dann kann ich dich endlich mal wieder küssen und hab 'ne Ausrede dafür."

Unwillkürlich musste ich lächeln. Ich musste an das Gefühl seiner Lippen auf meinen denken und konnte dabei förmlich spüren, wie sich das Kribbeln in meinem Bauch noch verstärkte. Obwohl ich so in Gedanken verloren war, merkte ich sofort, dass Jonas sich von mir löste. Er nahm den Kopf von meiner Schulter und löste die Umarmung. Doch statt wie erwartet einen Schritt zurückzutreten, fasste er mich an den Schultern und drehte mich sanft zu ihm um, bevor er ein Stück auf mich zu kam und mich mit seinem Gewicht gegen die Küchenzeile drückte.

Verwundert hob ich meinen Blick und sah zu ihm auf, direkt in seine dunkelblauen Augen. „Sieh mich wenigstens an, wenn du meinetwegen lächelst.", wisperte er und strich behutsam eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Sein Blick lag direkt auf mir und ich konnte förmlich spüren, wie die Spannung zwischen uns immer mehr zunahm. Ich hob meinen Blick, damit ich ihm direkt in die Augen sehen konnte, die mir auf einmal unheimlich dunkel vorkamen. Außerdem erkannte ich ein Funkeln in ihnen, das ich noch nie in ihnen gesehen hatte.

"Ich würde dich gerade so gerne küssen, Mia", wisperte er und biss sich dabei auf die Unterlippe, während er mich noch immer so intensiv ansah wie vorher. Seine Worte lösten etwas in mir aus und sorgten dafür, dass ich noch weniger klar denken konnte, als ohnehin schon. Ich sah ihm tief in die Augen und wartete fast darauf, dass er etwas gegen diese Spannung zwischen uns unternahm. "Wieso machst dus dann nicht?", fragte ich wie von seinen Augen hypnotisiert.

Seine schönen Lippen formten sich zu einem Lächeln und ich fühlte mich immer mehr so, als würde ich schweben. Langsam beugte Jonas sich zu mir vor und ich konnte es kaum erwarten, wieder dieses prickelnde Gefühl seiner Lippen auf meinen zu fühlen.

Doch statt sich in Richtung meines Mundes zu lehnen, drehte Jonas seinen Kopf leicht an meinem vorbei, bis ich seinen Atem an meinem Ohr spürte. Augenblicklich begann es zu kribbeln.

„Das hebe ich mir für später auf.", flüsterte er leise. Ich fühlte ein leichtes, aufgeregtes Ziehen in meinem Bauch. Dann bewegte er seinen Kopf so langsam wieder von meinem weg, dass es mich fast verrückt machte. Er streifte meine Wange leicht mit seiner, sodass sie sich augenblicklich wie elektrisiert anfühlte. Wie sollte ich diesen Abend überleben?

Der letzte SommerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt