Kapitel 43: and the winner is

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"Ich würde sagen, da hat jemand ganz bitter gegen ein Mädchen verloren, mein Lieber.", erklärte ich stolz, als wir das Ziel erreicht hatten.

"Jaja, freu dich nur.", sagte er. Und obwohl es wahrscheinlich mürrisch rüber kommen sollte, weil er gegen mich verloren hatte, konnte ich fast ein bisschen Stolz aus seiner Stimme raushören. Jaha, sei bloß stolz auf mich, Jonas. Ich hab nämlich gewonnen.

"Bist du bereit für deinen Wetteinsatz?", fragte ich und grinste herausfordernd.

Er beugte sich zu mir herunter und flüsterte leise in mein Ohr: "Heute tu ich alles für dich, Mialein." Augenblicklich machte sich wieder eine Gänsehaut auf meinem gesamten Körper breit und ich brauchte ein paar Sekunden, um zu begreifen, was er gesagt hatte. Sofort fühlte ich mich wie elektrisiert und versuchte aufzuhören zu zittern.

"Mach ich dich etwa so nervös?", lachte Jonas und blickte mich an.

Automatisch haute ich wieder einmal gegen seinen Arm. "Halt die Klappe." Doch leider hörte er noch immer nicht auf zu lachen. Stattdessen wurde sein Grinsen noch breiter, als er sich erkundigte, was er denn jetzt für mich tun könne.

"Alles, wie du gesagt hast, Jonas.", erklärte ich daraufhin, was ihn nur noch mehr zum Lachen brachte. Das wollte ich mir langsam nicht mehr gefallen lassen und sprang kurzerhand auf seinen Rücken. Sofort verstummte sein Lachen und er versuchte perplex mich festzuhalten, damit ich nicht gleich wieder herunterfiel.

"Du musst mich jetzt den ganzen Tag tragen, bis ich zuhause bin.", eröffnete ich ihm grinsend.

"Muss das sein, du Fettsack?", stöhnte er genervt.

"Was ist das denn für ein Ton?", rief ich gespielt empört. "So geht das aber nicht, Loser."

"Ich würde nichts lieber tun als dich den ganzen Tag herum zu tragen.", leierte er gelangweilt runter.

"Das hört sich schon besser an.", stellte ich zufrieden fest.

Wenig später kamen nach und nach auch unsere Freunde ins Ziel. Der erste, der nach uns ankam, war Leo. Kurze Zeit später erblickten wir auch Tom und nach ein paar Minuten erreichten auch Lina und Greta, die sich beim Endspurt an die Hand genommen hatten, das Ziel.

So standen wir nun da. Als wortwörtlich bunte und glückliche Truppe.

"Und, wer hat eure Wette gewonnen?", erkundigte sich Tom.

"Ist doch ganz klar.", begann Leo, der sich neben Jonas gestellt hatte und ihm nun die Hand auf die Schulter legte. "Das war Jonas, wer denn sonst?"

"Da wäre ich mir nicht so sicher, Leo.", gab Greta zu bedenken und warf mir einen hoffnungsvollen Blick zu, auf den ich ein breites Grinsen entgegnete, was ihr als Antwort genügte.

"Na, wer hat denn nun gewonnen?", drängte Lina, die den Blickkontakt zwischen Greta und mir anscheinend nicht mitbekomme hatte.

"Jonas, willst du das nicht erzählen?", fragte ich stichelnd.

"Mia.", nuschelte er und verdrehte die Augen.

"Wie war das? Lauter, mein Lieber. Es hat dich doch niemand verstanden.", forderte ich ihn auf und legte eine Hand an mein Ohr, als Zeichen, dass ich ihn nicht verstanden hatte. Obwohl er höchstwahrscheinlich ganz genau wusste, dass ich sehr wohl gehört hatte, was er gesagt hatte.

"Mia hat gewonnen.", erklärte er nun genervt und wandte seinen Blick anschließend in meine Richtung. "Jetzt zufrieden?"

"Mehr als das.", bestätigte ich einverstanden.

"Waaaasss?", kam es nun von Leo, der anscheinend garnicht glauben konnte, was ihm da zu Ohren gekommen war. "Ohhh shitt, man. Da hat die Braut dich wohl platt gemacht."

Nach Leos Reaktion konnte ich garnicht anders als in schallendes Gelächter auszubrechen und Lina ging es nicht anders. Nur Greta schien die Sache etwas anders zu sehen. Siegessicher hielt sie ihre Hand auf und sah Leo abwartend an. "Meine zehn Euro, bitte.", verlangte sie.

"Ihr habt gewettet?", stellte Lina lachend fest.

"Wie kann man bloß so bescheuert sein?", fragte Tom und schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn bevor er unverständlich den Kopf schüttelte.

"Man Jonas, du hast mich voll im Stich gelassen.", beschwerte sich Leo, bevor er zerknirscht einen Zehner aus seiner Hosentasche holte und Greta in die Hand drückte, die diesen höchst zufrieden annahm.

Den Nachmittag verbrachten wir damit auf einer der Grünflächen zu sitzen und Gretas massiven Vorrat an Essen zu vernichten. Es war Wahnsinn, was sie alles eingepackt hatte. So verplant wie wir alle waren, hatte natürlich niemand irgendwas zu essen mitgenommen. Doch Greta hatte wirklich an alles gedacht. Sie hatte Wassermelonen, Erdbeeren und Äpfel eingepackt. Außerdem hatte sie Schokolade und Chips mitgebracht und sogar für jeden ein Sandwich gemacht.

"Greta, du bist unser Lebensretter.", hatte Leo gemeint, als sie all die Leckereien aus ihrer übergroßen Tasche zum Vorschein gebracht hatte. Greta hatte daraufhin nur geschmeichelt gelacht und noch eine Flasche Sprite auf den Rasen gelegt.

"Lebensretterin.", korrigierte Lina und schob sich ein Stück Wassermelone in den Mund.

"Dann halt eben Lebensretterin. Mir egal. Hauptsache es gibt Essen.", erklärte Leo, als er seine Hand in die Chipstüte steckte.

Am Abend sollte noch Livemusik gespielt werden und da es sich für uns nicht gelohnt hätte, wieder nach Hause zu fahren, saßen wir nun hier auf dem Rasen und warteten gespannt darauf, dass es dunkel wurde.

Die Zeit verging schneller als wir gucken konnten. Schon bald begann es zu dämmern und der erste Künstler betrat die Bühne. Zuerst blieben wir auf dem Rasenstück sitzen. Doch später packte es auch uns und wir stellten uns mitten in die Menge, um das Gefühl besser mitzubekommen. Und das war absolut unglaublich. Unfassbar gut gelaunt brüllten wir jedes einzelne Lied mit und sprangen wild umher.

Immer mal wieder warf jemand wieder Farbe in die Luft und so kam es, dass die gesamte Menge nur noch bunter wurde. Ich blickte in den von Sternen hell erleuchteten Nachthimmel und spürte wie das Glück mich von oben bis unten einnahm und ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lächeln. Dieses Gefühl der Freiheit und diese Dankbarkeit, dafür, dass ich das hier gerade mit meinen besten Freunden erleben durfte. Ich hielt einen Moment inne und sah sie alle nacheinander an. Wie Linas langen blonden Haare im Takt mitschwangen, wie Greta über beide Ohren strahlte und Leo ihr dabei zusah. Wie Tom einfach nur gedankenverloren seine Lippen zum Text bewegte und wie Jonas einen Arm um meine Schultern gelegt hatte und mir ins Ohr flüsterte, dass ich wunderschön aussehen würde, wenn ich glücklich war.

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