Kapitel 32: Affentheater

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"Wen haben wir denn da?", fragte Jonas mich lachend, als er ein paar Blöcke weiter mit dem Fahrrad an mir vorbeifuhr. Er verlangsamte seine Geschwindigkeit, sodass er nicht schneller fuhr, als ich lief.

Nachdem ich so sturzartig das Haus verlassen hatte, hatte ich wutentbrannt wie ich war, beschlossen, einfach zu Tom zu laufen. Vielleicht würde es mich ja auch ein wenig beruhigen, wenn ich mir die Füße vetrat. Und es hatte tatsächlich funktioniert, denn ich war eigentlich gar nicht mehr sauer. Im Grunde genommen war es mir so ziemlich egal geworden. Wenn die beiden sich so aufführen wollten, konnten sie das machen, aber nicht mit mir und hoffentlich hatte ich genau das den beiden jetzt klargemacht.

"Ich weiß nicht. Da drüben läuft ne ganz hotte Schnitte.", erklärte ich als Antwort und deutete auf eine ältere Frau, die gerade ihren Rollator über die Straße schob.

Jonas musste kurz schmunzeln, bevor er mich mit einem ähnlichen Blick wie vorhin musterte. Nur, dass er diesmal nicht sauer zu sein schien, denn in seinem Blick lag irgendetwas anderes, das ich nicht genau deuten konnte.

"Was guckst du so?", fragte ich verwirrt, als er mich ein paar Minuten später immer noch anstarrte. Anstatt mir zu antworten, schlich sich nur ein breites Grinsen auf sein Gesicht, das sogar seine blauen Augen zum Strahlen brachte.

"Fährst du jetzt mit, oder was?", fragte er mich, anstatt zu antworten. Ich musste kurz lächeln, setzte mich dann in Bewegung und stieg auf das Fahrrad.

"Na geht doch!", lachte Jonas und fuhr los.

Als wir vor Toms Haus ankamen, war Greta schon da. Sie saß vor dem Sofa auf dem Boden im Wohnzimmer und kritzelte irgendetwas auf ein Blatt Papier. Tom sah gespannt dabei zu, während Leo gelangweilt auf der Couch lag und den Anschein machte jeden Moment einzuschlafen.

"Wir sind wieder da!", rief ich gut gelaunt und ließ meine Tasche mit der Schminke, die ich für Greta mitgebracht hatte, und meinen Schlafsachen so auf das Sofa fallen, dass sie Leo direkt auf den Kopf traf, was ihn genervt aufstöhnen ließ. "Mia! Willst du mich umbringen, oder was?"

"Wer weiß, vielleicht wirst du ja als Toter mal freundlicher.", antwortete ich trocken.

"Einen Versuch wäre es wenigstens wert.", murmelte Greta, als sie kurz von ihrem Zettel aufschaute, mit dem sie sich eben noch so konzentriert beschäftigt hatte.

"Was machst du da eigentlich?", fragte ich interessiert und hockte mich zu Tom und ihr auf den Boden.

"Unseren Schlachtplan!", sagte Greta und betrachtete stolz ihr Werk.

"Schlachtplan?", kam es dumpf von Leo, der noch immer genervt von allem und jedem auf der Couch herumlag.

"Jap und du wirst uns dabei helfen, mein Freund!", stellte Greta fest.

"Boah!", stöhnte Leo und ließ seinen Kopf wieder auf das schwarze Leder fallen.

"Mach dir nichts draus, Greta. Er soll sich mal nicht so anstellen.", sagte Jonas und setzte sich auf Leo, der bäuchlings auf dem Sofa lag und schlug ihm kräftig auf den Rücken, sodass dieser vor Schmerz aufschrie.

"Man, Jonas. Hast du gelitten, oder was?!"

Wir alle mussten lachen, was Leo nur noch wütender machte.

Der letzte SommerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt