Kapitel 71: bathroom talks

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Lina hatte mich aus dem Pool gezogen und geradewegs nach oben ins Badezimmer geschoben, wo Greta schon auf uns wartete. Wie wir es geschafft hatten, so schnell durch die ganzen Menschenmassen in den ersten Stock zu geraten, fragte ich mich wirklich.

Ich kam gar nicht dazu, mich zu wundern, was die beiden mit mir vorhatten, denn gleich nachdem Lina mich quasi mitten in den Raum, direkt in Gretas Arme geschubst und die Tür abgeschlossen hatte, beäugte Greta mich kritisch.

"Gott Mia, Schätzchen, wo warst du denn?", fragte sie ganz leicht lallend in diesem süßen Tonfall, den sie immer annahm, wenn sie betrunken war. Gut, die Verhältnisse waren also geklärt. Zum Glück waren wir wohl alle nicht mehr ganz nüchtern.

Auch zum Antworten kam ich gar nicht erst, da Greta schon in meinen nassen Haaren herumwühlte und diese ziemlich skeptisch beäugte. "Ich hab sie im Pool aufgegabelt.", erklärte Lina mit vor der Brust verschränkten Armen und fügte leicht lachend hinzu. "Hat sich mit Leo rumgetrieben."

"Oh, das ist niemals eine gute Idee.", entgegnete Greta, während sie die Badezimmerschränke willkürlich nach irgendetwas durchwühlte.

"Was suchst du da?", fragte ich, doch niemand gab mir eine Antwort, denn Lina wollte nun von Greta wissen, was sie mit der Äußerung von eben hatte sagen wollen.

"Wieso was meinst du damit? Und wenn wir hier schonmal so stehen, Süße. Ich meine, so jung kommen wir nicht mehr zusammen.", eigentlich hatte sie wahrscheinlich noch weiter reden wollen, doch mir kam spontan eine Eingebung. "Genau, ich meine, er hat dich doch vorhin abgeschleppt, oder nicht? Was war da denn überhaupt los?", unterbrach ich Lina und fing direkt an, zu kichern, was Greta direkt die Augenrollen ließ, aber weiterhin die Schränke nach irgendetwas durchforstete, von dem ich noch immer nicht wusste, was es war.

"Abgeschleppt? Greta? Abgeschleppt? Von Leo?", stieß Lina aufgeregt und überrascht in mindestens zehn Tonlagen zu hoch aus. "Greta, das wollen wir jetzt wissen. Los, erzähl schon!", forderte sie sie jetzt energisch auf und sprang quasi um sie herum.

"Na toll, Mia", bedankte Greta sich daraufhin in sarkastischem Tonfall bei mir, was ich nur mit einem engelsgleichen Lächeln erwiderte. "Abgeschleppt ist das falsche Wort.", klärte Greta Lina nun auf. "Leo kam da nur so an, weißt du, und wollte unbedingt, dass ich ganz viel trinke. Naja, ist ihm wohl gelungen.", lachte sie.

"Achsooo", entgegnete Lina fast schon enttäuscht und verzog ihren Mund zu einem Schmollen. "Hat er aber gut gemacht.", erklärte sie nun mit einem Lächeln. "Drunk Friends are the best Friends."

"Aww, du Cutie.", rief ich begeistert und fiel ihr um den Hals, woraufhin auch Greta einen quietschenden Laut ausstieß und uns verkündete, wie sehr sie uns lieb hatte.

"Ach, ihr seid einfach die besten, Sweeties!", beschloss ich und konnte nicht anders als ausgiebig zu lachen. Dieser Abend hatte sich zu einem vollen Erfolg entwickelt und er sollte gleich noch viel besser werden.

"Ah, da ist er ja!", stieß Greta nun einen siegreichen Laut aus. "Ich freu mich ja so, das kann nur gut werden."

"Was hast du denn jetzt gefunden, sag maaal!", forderte ich sie quengelnd auf, mir nun endlich zu sagen, was sie dort die ganze Zeit gesucht hatte.

"Den Föhn!", rief sie jubelnd und streckte den Haartrockner wie eine Trophäe in die Luft.

"Wuhuu!", rief Lina ihr nun entgegen, obwohl ich mir nicht sicher war, ob sie sich wirklich so sehr über den Föhn freute, oder ob sie gerade einfach nur in der Laune für gute Stimmung war.

Greta torkelte eventuell ein wenig zur nächsten Steckdose und brauchte einige Versuche, bis sie diese mit dem Stecker wirklich ganz getroffen hatte und den Föhn damit zum Laufen gebracht.

Wie eine dieser Windmaschinen, die sie in Hollywoodfilmen immer benutzten, um die Haare zum fliegen zu bringen, hielt Greta den Föhn fast wie eine Waffe vor sich und zeigte damit direkt auf mich.

"Ghostbuster, dü dü dü dü dü", schrie sie durch das Badezimmer, woraufhin wir alle uns gar nicht mehr einkriegten vor Lachen.

"So Bebi,sind deine Haare jetzt wieder trocken?", erkundigte Greta sich bei mir, nachdem sie den Föhn ungefähr zwei Sekunden von geschätzten drei Metern Entfernung auf mich gehalten hatte. Meine Haare waren also nicht weniger nass, als sie es vorher gewesen waren, aber ich selbst war auch nicht mehr nüchtern genug, um das noch vernünftig zu realisieren.

"Ja, ja. Sind trocken.", stimmte ich zu und winkte ab.

"Gut", nickte Greta und lachte, bevor sie mir noch kurz im Gesicht herumwischte. "Deine Schminke geht ja zum Glück noch."

"Gott, ihr seid so betrunken.", lachte Lina und stolperte bei dem Versuch,einen Schritt vorzutreten und Greta und mich an den Händen zu fassen, um uns mit sich zu ziehen, was uns noch mehr zum Lachen brachte. Irgendwie schaffte sie es letztendlich sogar doch uns beiden wie blöd kichernde Gänse aus dem Badezimmer zu schieben, vor dessen Tür sich mittlerweile eine lange Schlange aus pöbelnden Menschen mit genervten Gesichtern gebildet hatte, die wir jedoch gekonnt ignorierten und uns an ihnen vorbei die Treppe nach unten schlängelten.

Lina manövrierte uns durch die Menschenmassen hindurch in die Küche. Ich hatte das Gefühl, dass es immer mehr geworden waren, vielleicht täuschte ich mich was das anging auch nur. Meine Wahrnehmung war schließlich auch nicht mehr die allerbeste.

"Hier trink das", forderte Lina mich bestimmt auf und hielt mir einen Becher hin, den ich ohne zu zögern entgegennahm und ihrer Aufforderung nachkam, indem ich ansetzte und trank. "Wirst du brauchen", erklärte sie leise murmelnd hinterher, während sie Greta die gleiche Kombination anmischte.

Bevor ich mich überhaupt fragen konnte, was sie damit gemeint hatte, erklang "Single Ladies" aus den Boxen und es hätte wohl keinen Song gegeben, den ich in dieser Nacht mehr gefühlt hätte, als diesen, weshalb es auch gar nicht nötig gewesen wäre, dass Greta mich mit den Worten: "Los komm, das passt jetzt perfekt!", so ruckartig mit sich mitzog, dass ich gerade noch so dazu kam, meinen mir eben erst eingeschenkten Becher, auszutrinken und achtlos auf die Küchentheke zu knallen.

Ich wusste zwar nicht, was Greta vorhatte, aber als ich den Couchtisch ausmachte, auf dem schon einige tanzten, war ich mir sicher, was sie vorhatte. Ehe ich mich versah, fand ich mich auf demselbigen wieder. Was konnte es besseres geben, als mit seiner besten Freundin komplett betrunken zu dem besten Song überhaupt abzugehen? Genau, nichts.

Der letzte SommerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt