Kapitel 14: new brother

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Und dann, am Mittwoch, war es so weit: Ben kam. Felix, Mama und ich standen pünktlich um 15:05Uhr am Bahnsteig, um ihn abholen zu können.

Der einfahrende Zug verursachte ein lautes Rattern und einen vibrierenden Boden. Wir standen von unseren Plätzen auf der kalten Bank auf und sahen uns die aussteigenden Passagiere an. Da der Bahnhof bei uns in der Nähe nicht besonders groß war, waren nur ein paar Menschen aus dem Zug gekommen, sodass wir einen alleine reisenden Jungen schnell gefunden hatten.

Da stand er also mit seinem Teddy und dem kleinen Koffer, der sogar noch größer war als er selbst. Beim genaueren Hinsehen, konnte ich erkennen, dass Ben ziemliche Ähnlichkeit mit Felix hatte. Beide hatten sie mittelblondes Haar und diese markante Gesichtsform.

"Hallo, Ben. Ich bin Mareike und das sind deine Geschwister Felix und Mia.", stellte meine Mutter sich und uns vor.

"Ich bin Ben.", sagte der kleine Junge noch etwas schüchtern.

"Na, dann komm mal mit, Ben. Wir zeigen dir, wo du ab jetzt wohnst.", lächelte Mama ihn freundlich an. "Felix nimmt deinen Koffer und dann gehen wir zusammen zum Auto."

Er nickte. Gemeinsam liefen wir zum Parkplatz, wo wir Bens Gepäck im Kofferraum verstauten und anschließend nach Hause fuhren.

Während der Fahrt versuchte meine Mutter immer wieder ein Gespräch anzufangen, doch als sie schließlich akzeptiert hatte, dass es keinen Zweck hatte, ließ sie einfach das Radio laufen und ich konnte mein Handy rausholen, um nachzusehen, ob es irgendwas Neues gab.

Eine Nachricht hatte ich bekommen. Von Jonas.

Jonas: Und, wie ist er so?

Ja, wie war er denn so? Mein kleiner Bruder. Gute Frage. Ich sah nach links, wo Ben neben mir auf der Rückbank saß und gemeinsam mit seinem Teddybären, der auf seinem Schoß saß, aus dem Fenster schaute. Ich überlegte einen Moment, bis ich meinen Blick wieder auf den Bildschirm wendete und antwortete.

Mia: Nett, süß. Keine Ahnung.

Jonas: Nett ist die kleine Schwester von scheiße. Aber warte, er ist doch dein kleiner Bruder und nicht deine Schwester.

Mia: Was weiß ich denn? Ich kenn ihn nichtmal ne halbe Stunde. Außerdem, wenn hier jemand scheiße ist, dann ja wohl du.

Jonas: Ich bete für deine Mutter, dass er nicht so nervig ist wie seine große Schwester.

Mia: Noch weniger nervig als ich? Das geht?

Jonas: Jeder ist weniger nervig als du

Mia: Wirklich jeder? Du hast den Typen aus der Rentenvorsorgewerbung vergessen. Der mit dem Zahnpastalächeln und dem komischen Namen. Du weißt schon, wen ich meine.

Jonas: Machen Sie sich keine Sorgen, um ihre Zukunft. Finanzielle Sicherheit im Alter mit Versicherungen Ronert, so werden auch Sie ohne Probleme hundert. Das ist echt bescheuert.

Mia: Ronert reimt sich nicht mal auf hundert. Wer hat sich diesen beschissenen Slogan denn ausgedacht?

Der letzte SommerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt