POV Mario
Vorsichtig nahm ich Milan aus dem Maxi-Cosi und setzte mich bei meinen Eltern auf die Couch. Seine kleinen Knopfaugen musterten mich sorgfältig und ich war froh, dass er mal eine Zeit nicht weinte.
"Ich habe wahrlich das süßeste Enkelkinder dieser Erde", schwärmte meine Mutter und küsste ihn auf den Kopf.
"Ja, das hast du. Ich wünschte nur, dass Pep ihn auch süß finden würde."
Irritiert blickte mich meine Mutter aus dem Augenwinkel an: "Was genau meinst du damit?"
Seufzend strich ich über Milans Wange: "Er macht mir das Leben zur Hölle. Es ist im Moment wirklich nicht mehr zum Aushalten dort."
Entsetzt schüttelte meine Mutter den Kopf: "Ja aber der Typ ist doch dein Trainer."
"Ach Mama, das ist doch heutzutage egal. Der Affe kann Mario einfach nicht leiden und lässt es ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit spüren", meinte Fabian nur, der mit Felix zusammen das Wohnzimmer betrat.
"Aber das kann doch nicht richtig sein, Fabian. Er doch eine Vorbildfunktion", meckerte meine Mutter drauf los.
"Für Pep gilt das anscheinend nicht", murmelte ich und stand auf: "Felix, kannst du Milan bitte füttern? Du weißt ja, wo alles liegt."
Begeistert kam mein Kleiner Bruder auf mich zu und nahm mir meinen hungrigen Sohn ab, der wenn er nicht schnell etwas zu essen bekommen, innerhalb der nächsten zwei Minuten das Schreien anfangen würde. Dankbar lächelte ich ihn an, denn immer wenn ich meine Eltern besuchte, nahm er mir seinen Neffen ab. Jetzt wo Felix mit Milan draußen ist, kann ich dir ein paar Beispiele erzählen. Pep nutzt jede Gelegenheit um mich ins offene Messer laufen zu lassen. Er hasst mich einfach. Meistens dreht er schon durch, wenn ich Milan überhaupt mitbringe. Letztens war Milan total angeschlagen und hat die ganze Zeit geweint. Ich durfte ihn nicht trösten und als David mit seinem Latein am Ende war, bin ich trotzdem zu ihn gegangen. Diese Woche bin ich dann vom Training suspendiert worden."
"Das ist doch ein schlechter scherz. Milan ist dein Kind. Ich glaube ich spinne. Eigentlich sollte man den Hoeneß anrufen."
"Sie machen nichts. Bastian war schon mit mir dort", entgegnete mein Bruder schulterzuckend und machte es sich auf der Couch gemütlich.
"Was ist das denn dort für ein Schuppen? Haben die dort kein System?", nörgelte sie und ihre Gesichtszüge sprachen Bände. Meine Mutter war sauer und wenn dieser Fall eintrat, sollten lieber alle in Deckung gehen.
"Alle sind super nett zu mir. Alle finden Milan toll und freuen sich, wenn ich ihn dabei habe. Nur Pep kommt damit nicht zurecht. Er ist das Problem. Ohne ihn würde alles so einfach sein."
Plötzlich vibrierte es auf dem Tisch und ich könnte auf meinem Handy lesen, dass es Lewy war, der mich anrief. Er wusste, dass ich bei meinen Eltern war und wollte sich sicherlich nur mit mir treffen und Milan wieder sehen. Ich entscheid aber, dass das Gespräch mit meiner Mutter wichtiger war. Später konnte er auch nochmal anrufen. Ich redete noch eine Weile mit Mum, doch auch Lewy wollte nicht aufgeben. Irgendwann war es meinem Bruder zu doof gewesen und er verließ mit meinem Handy das Wohnzimmer, worüber ich mehr als dankbar war.
"Aber Mario so geht das nicht. Ich werde nachher nochmal mit Papa drüber sprechen. Das finde ich absolut nicht in Ordnung und niemand geht so mit meinem Kind um", entschied sie und ich nickte nur. Es hatte sowieso keinen Sinn ihr in diesem Punkt zu widersprechen, da sie ihre Meinung sowieso durchsetzten würde. Am sich war ich dafür auch wirklich dankbar, denn mein Vater hatte ab und an wirklich gute Ideen.
"Danke Mum. Ich weiß wirklich auch nicht mehr, was ich noch machen soll. Der Spaß am Fußball ist wirklich weniger geworden", meinte ich enttäuscht, richtete meinen Blick jedoch gleich auf Fabi, der mit meinem Handy erneut das Wohnzimmer betrat. Er war blass und von einer Sekunde auf die nächste ganz ernst geworden. Sofort krampfte sich alles in mir zusammen und ich stand vom Sofa auf. "Was ist passiert?"
"Du musst jetzt ganz stark sein", flüsterte er: "M-Marco liegt in Krankenhaus."
Ich merkte direkt, wie mein Körper zusammenzuckte: "W-Was?"
"Marco hat heute Nacht sehr viele Schlaftabletten genommen und Lewy hat ihn gerade noch rechtzeitig gefunden. Sie haben ihm den Magen ausgepumpt und jetzt liegt er zum Glück wieder auf der normalen Station, aber er hat Schlafmittel bekommen", erzählte er langsam, sodass ich auch alles verstehen konnte. Doch trotz der langsamen Wörter, nahm ich fast alles nicht wahr. Mein Körper zitterte und Marcos Name im Zusammenhang mit Tabletten, war schon zu viel für mich gewesen.
"E-er...hat...v-versucht...sich...u-umzubringen?", schluchzte ich verzweifelt auf und sah meinen Bruder eindringlich an. Dieser kam zu mir herüber und zog mich in seine Arme: "Das steht noch gar nicht fest. Atme erstmal durch und dann beruhigst du dich."
"Ich...Ich will zu ihm!", entschied ich und hatte mich direkt von meinem Bruder gelöst. Wie von selbst trugen mich meine Beine in die Küche, in der Felix mit Milan saß. Mein kleiner Sonnenschein schlief bereits wieder und sofort war mir klar, dass er mit zu seinem Vater kommen würde. In diesem Augenblick war es mir egal. Marco brauchte uns. Er war nur wegen mir in dieser Situation.
"Was wird das?", fragte Felix panisch, am sich ihm Felix abnahm und ohne ein Wort die Küche verließ. Dort sah ich die Gesichter von Fabian und meiner Mutter.
"Mario bitte beruhige dich jetzt. Damit hilfst du weder dir, noch Marco", setzte meine Mutter zu einem Gespräch an, doch ich winkte dankend ab: "Nein Mama, er braucht mich jetzt. Fabi, bitte fahr mich. Bitte." Ergeben holte er seine Jacke und schon waren wir auf dem Weg zu seinem Auto. Schnell sicherten wir Milan und dann führen wir und Richtung Krankenhaus. Während der gesamten Fahrt sagte er nicht ein Wort. Meine Gedanken waren nur bei Marco. Was hatte ich nur getan? Das Leben eines so liebevollen Menschen ging nur wegen mir den Bach runter.
Fabian kümmerte sich um Milan, während ich schon mal zur Info lief. Vor mir war noch eine Frau, die ihr Anliegen jedoch schnell auf den Punkt gebracht hatte.
"Was kann ich für sie tun?", fragte mich die junge Dame höflich.
"Ich suche das Zimmer von Herrn Marco Reis. Er ist heute Nacht hier eibgeliefert worden", sagte ich schnell und sie schaute in ihrem System nach.
"Sie haben Glück. Vor drei Stunden lag er noch auf der Intensivstation. Jetzt befindet er sich gerade im fünften stock und in Zimmer 315. Bitte sprechen sie aber vorher mit einem Arzt."
"Vielen Dank", murmelte ich und sah Fabian mit Milan auf mich zukommen. Wir liefen zum Aufzug und redeten erneut die ganze Zeit nicht miteinander. Fabian blieb bei Milan und ich suchte einen Arzt. Das war in so einem großen Krankenhaus gar nicht so einfach. Doch irgendwann hatte ich auch diese Hürde gemeistert und er sagte mir, dass ich ruhig zu Marco konnte aber dieser fest schlief und nicht wirklich etwas mitbekommen würde. Das kam mir relativ gelegen, denn er sollte nicht wissen, dass ich bei ihm gewesen war.
"Soll ich mit reinkommen?", fragte Fabi, als wir vor Marcos Zimmertür zum Stehen kamen.
"Nein, das ist mein Gang. Den muss ich mit Milan alleine gehen", murmelte ich und lächelte ihn gequält an. Ich nahm ihm den Maxi-Cosi aus der Hand und öffnete langsam die Tür. Was ich dort sah, trieb mir die Tränen in die Augen.
"Woody...Was hast du nur getan", hauchte ich und ging schnell zu ihm hinüber. Milans Maxi-Cosi stellte ich auf den Boden. Ich ließ mich auf seinem Bett nieder und legte meine Hand sanft auf seine. Sie war kühl und ich war einfach nur blass. Seine Augenringe traten besonders hervor.
"Oh Marco. Ich wollte nie, dass es zu diesem Weg kommt. Bitte glaub mir das. Dazu bist du mir viel zu wichtig. Ich weiß, dass ich dir unglaublich weh getan habe, aber das doch nur um uns und vor allem dich zu beschützen. Ich wusste einfach keinen anderen Ausweg mehr weil ich wusste, dass du mich niemals einfach so vergessen würdest. Dazu kennen wir uns viel zu gut", erzählte ich einfach drauf los, ohne seine Hand auch nur einmal loszulassen.
"Ich weiß, dass du mich jetzt nicht hören kannst aber bitte mach das nie wieder", flehte ich eindringlich. "Der Gedanke, dass du dein Leben wegen mit wegschmeißt tut mir so weh. Du bist mit Abstand der wichtigste Mensch in meinem Leben, auch, wenn es im Moment nicht so scheint."
Eine Weile sah ich ihn nun stumm an, dann hielt ich diese Stille nicht mehr aus. Langsam beugte ich mich zu Milan herunter und hob ihn aus dem Maxi-Cosi. Er war noch völlig verschlafen, sah mich jedoch an.
"Hey mein Schatz. Heute zeige ich die mal deinen anderen Papa. Er kann nur gerade nicht mit dir reden, weißt du? Er ist ein bisschen krank und deshalb ist er hier. DIe Menschen machen ihn wieder gesund", flüsterte ich und küsste Milan auf die Stirn, bervor ich ihn ganz behutsam auf Marcos Brust ablegte. Er schien sich gleich wohlzufühlen, weil er anfing zu Gähnen.
"Das ist mein Grund, Marco. Das kleine Wunder auf deiner Brust ist Milan. Milan ist under süßer kleiner Sohn. Auch, wenn du ihn nicht kennst, erzähle ich ihm sehr viel von dir. Meistens, wenn er nicht einschlafen kann", entgegnete ich: "Milan ist ein Teil von dir. Manchmal wünschte ichm dass du ihn sehen könntest." Eine ganze Weile saß ich dort und erzählte Marco alles was mir gerade einfiel. Von meinem momentanen Leben und dem von Milan. Aber auch von Pep und davon, wie sehr er mir fehlte. Denn das tat er.
"Du fehlst mir so sehr. Jeden Tag vermisse ich dich. Dien Lachen, dein Strahlen und deine wunderschönen Augen", flüsterte ich und abermals strömten die Tränen über mein Gesicht. Der Schmerz wurde so unerträglich für mich, dass ich Milan wieder in seinem Maxi-Cosi festschnallte und einfach nur gehen wollte. Doch ich wusste, dass ich mich von ihm verabschieden musste. Vorsichtig umschlang ich sein Gesicht mit meinen Händen. Ganz leicht strich ich mit meinem Daumen über seine Wange: "Marco, ich habe es dir nie gesagt, aber mein Herz sehnt sich nach dir. Es vermisst dich." Sanft legte ich meine Lippen auf seine und ließ sie ein paar Sekunden auf seinen liegen.
"Du wirst mir neimals egal sein", flüsterte ich nochmal, drückte ihm einen letzten Kuss auf und verließ dann mit Milan das Krankenzimmer. Dort wartete Fabian bereits und ich ließ meinen Gefühlen einfach freien lauf. Ich konnte mich wirklich glücklich schätzen, so einen tollen Bruder zu haben.
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Every Baby
FanfictionGötzeus. Jeder liebt diese beiden. Marco Reus und Mario Götze. Nur dann scheint es auf einmal keinen Ort zu geben, der Mario weit genug von Marco entfernt ist. Die Frage ist warum? Und was hat dieses süße Wesen namens Milan damit zu tun? Partner FF...
