So, als kleines Dankeschön an unsere schon so vielen treuen Leser heute noch ein Bonuskapitel.
Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen 😘
POV Mario
Am nächsten Tag brachte Basti tatsächlich die gewünschte grüne Farbe mitgebracht und übermotiviert, wie ich in dem Moment war als ich die Farbe erblickte, überredete ich Bastian und Lewy gleich mit dem Streichen anzufangen. Bereits nach dem Abkleben hatten beide keine Lust mehr, aber ich nutzte das beste Druckmittel, dass ich hatte. Entweder sie würden es machen oder ich. Denn alle beide hatten mir verboten mitzuhelfen. So saß ich also auf einem Stuhl ganz gemütlich in der Mitte des Zimmers und schaute den beiden beim Arbeiten zu. Eigentlich war es ja ganz amüsant und immer wieder merkte ich, dass es gut war, dass beide Fußballer wurde und nicht Maler, denn dafür hatten sie kein Talent. Dass sie es schafften dieses Zimmer zu streichen grenzte in meinen Augen irgendwie an ein Wunder. Hoffentlich würde das mit den Möbeln morgen besser laufen.
Aber da war keine Hoffnung vergebens gewesen. Der nächste Tag war in einem Desaster geendet. Wir hatten es lediglich geschafft das Gitterbett aufzubauen. Dann hatte sich Lewy leider auch schon wieder nach Dortmund verabschieden müssen, da an Wochenende ein Spiel anstand und sein Urlaub vorbei war. Bastian und ich waren zugegeben verzweifelt zurückgeblieben, denn mit diesen IKEA-artigen Bauanleitungen kam keiner von uns beiden so recht zurecht. Da es doch auch schon spät war beschlossen Bastian und ich den Aufbau der restlichen Möbel auf den nächsten Tag zu vertagen und uns jetzt noch einen schönen Abend auf dem Sofa zu machen.
"Wie soll der kleine eigentlich heißen?" fragte Bastian irgendwann.
"Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht" gab ich zu und schämte mich ein wenig. Um so viel hatte ich mich gekümmert nur nicht um den Namen meines Sohnes. Das war peinlich.
"Ist ja nicht schlimm" meinte Bastian.
"Doch ist es. Ich bin ein schlechter Vater. Marco wäre viel besser als ich" jammerte ich und war schon würde Krieg vorm weinen.
"Nein Mario, wäre er nicht. Und jetzt komm schon, lass uns lieber nach Namen suchen, statt hier Trübsal zu blasen." Mit dem Vorschlag bekam Basti gerade noch so die Kurve und meine Stimmung besserte sich tatsächlich wieder.
„Okay, dann also Namen. Was kennst du denn für welche?" fragte ich Bastian, der mich überrascht anblickte.
„Du fragst mich das? Es ist dein Kind, da solltest du den Namen aussuchen" erwiderte er vorsichtig darauf bedacht, dass meine Stimmung nicht erneut kippte.
„Schon aber ich hab keine guten Ideen" murmelte ich traurig.
„Ach komm, so schlecht werden sie schon nicht sein. Erzähl sie mir einfach mal" ermutigte mich Basti.
„Okay, also Finn, Jonas, Paul, Noa oder Lion" schlug ich wenig begeistert vor.
„Finn ist doch nicht schlecht" meinte Bastian.
„Schon, aber ich bin irgendwie nicht zufrieden damit."
„Okay, dann weiter" lenkte Bastian ein.
„Hm vielleicht Malte oder Matheo? Dann hätte der Kleine die ersten beiden Buchstaben wie Marco" murmelte ich.
„Hm, bin nicht überzeugt, aber ein M als Anfangsbuchstaben fände ich keine schlechte Idee" überlegte Bastian. „Wie wäre es mit Milan?"
Milan. Milan Reus. Das klang perfekt und genau so sagte ich das Basti auch.
„Aber Mario, du weißt schon, dass das Kind deinen Namen tragen wird? Tragen muss?" bremste er mich in meiner Euphorie und sofort war diese wie weggeflogen.
„Ja, ich weiß. Leider" murmelte ich und schon wieder stiegen die Tränen hoch. Wie ich diese Stimmungsschwankungen doch hasste.
„Aber schau mal, Milan Götze hat doch auch was. Das klingt auch sehr schön" versuchte Basti zu retten, was noch zu retten war.
„Ja, mein kleiner Milan" hauchte ich und strich mir liebevoll über den doch schon erkennbaren Bauch.
„Ich lasse euch beide dann mal alleine. Gute Nacht" verabschiedete sich Bastian. Nachdem ich noch eine Weile auf dem Sofa geblieben war und über Milan geträumt habe und wie schön es wäre, wenn Marco diesen Moment mit mir teilen würde, ging ich dann schließlich ins Bett. Der nächste Tag würde anstrengend genug werden.
Und tatsächlich wurde er das auch. Ich durfte zwar nicht wirklich mit anpacken, aber unter Anstrengung schafften es Basti und ich dann doch, dass das Kinderzimmer am Abend stand. Leider verabschiedete sich Basti damit dann auch für den Rest der Woche, denn er würde zu seiner Familie fahren. Irgendwie war es seltsam auf einmal in München allein zu sein. Sonst war Basti jeden Tag um mich herum geschwirrt und war irgendwie fester Bestandteil meines Lebens hier geworden. Irgendwie brachte ich die Tage dann auch rum, bis es endlich so weit war. In meinem Marco Reus Trikot saß ich auf dem Sofa und folgte gebannt dem Spiel, dass da im Fernseher lief. Jedes Mal wenn sie Marco zeigten strich ich mir verträumt über den Bauch und erzählte Milan, dass das sein andere Papa war. Ich erzählte ihm von unserer gemeinsamen Zeit und was für ein toller Mensch sein Vater war, der ihn bestimmt genauso lieben würde, wie ich es tat. Und das tat ich. Ich liebte diesen kleinen Menschen, der da in meinem Inneren heranwuchs. Liebte ihn abgöttisch und war Basti unendlich dankbar, dass er mich von einer Abtreibung abgehalten hatte. Es wäre der größte Fehler meines Lebens gewesen.
„Ich liebe dich Milan Götze, mein kleines Wunder" murmelte ich nochmals liebevoll, ehe ich mich wieder dem Spiel zuwendete.
Der BVB gewann 2:0 und beide Tore hatte Marco geschossen. Ich war unglaublich stolz auf ihn und beschloss Lewy anzurufen. Ich musste einfach wissen, wie es Marco ging, nachdem er da am Telefon so ausgerastet war.
„Mario, ist irgendwas passiert? Geht es euch gut?" begrüßte mich Lewy sofort panisch.
„Nein, uns geht es gut" beruhigte ich ihn.
„Dann ist gut. Aber warum rufst du an?" fragte er.
„Ich wollte wissen, wie es Marco geht" gestand ich kleinlaut.
„Ach Mario" seufzte er. „Es geht ihm denke ich den Umständen entsprechend. Robin und Marcel haben ihn wieder einigermaßen hinbekommen. Mich blockt er leider immer noch ein wenig ab, aber es wird besser. Inzwischen redet er immerhin wieder normal mit mir."
„Es tut mir so leid" hauchte ich und meinte es auch so. Ich hatte Marco nie so schaden wollen.
„Nein Mario. Hör auf so zu denken. Du kannst nichts für seine Reaktion. Er kommt klar und du tust das auch und das ist die Hauptsache. Mach dir bitte keinen allzu großen Kopf" seufzte Lewy.
„Okay, aber pass auf ihn auf, ja" bat ich Lewy.
„Das werde ich auf du pass auf euch beide auf" erwiderte Lewy.
„Keine Sorge, dass werde ich und sonst habe ich auch noch Bast, der auf Milan und mich Acht gibt" versicherte ich ihm.
„Milan. Ein schöner Name. Dann machs gut Mario, ich muss leider weiter" verabschiedete sich Lewy und wir legten auf. Ich war erleichtert, dass Marco es wohl inzwischen verkraftete, dass ich weg war. Nur die Schuldgefühle hielten sich hartnäckig.
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Every Baby
FanfictionGötzeus. Jeder liebt diese beiden. Marco Reus und Mario Götze. Nur dann scheint es auf einmal keinen Ort zu geben, der Mario weit genug von Marco entfernt ist. Die Frage ist warum? Und was hat dieses süße Wesen namens Milan damit zu tun? Partner FF...
