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Es ist alles dunkel um mich herum und ich weiß einen Moment lang nicht, was los ist. Dann, nach und nach, merke ich, dass ich nur meine Augen geschlossen habe und versuche sie zu öffnen. Meine Augenlider kleben förmlich zusammen und als ich meine Hand heben will, um mir meine Augen zu reiben, muss ich feststellen, dass das nicht möglich ist. Sie ist, genau wie die andere, noch immer mit Hilfe von eisernen Manschetten die sich tief in mein Fleisch bohren, befestigt und ebenso kann ich das kalte Metall auch an meinen Füßen spüren.

Nach und nach kommen die Erinnerungen wieder. Der Schmerz setzt ein und ich gebe ein leises Wimmern von mir. Die Erkenntnis, dass es wirklich geschehen ist, sickert langsam in mich ein. Ich verspüre einen unerträglichen Schmerz in meinem Unterleib und auch mein Rücken und allgemein meine gesamte Kehrseite ist alles andere als verschont geblieben. Mein Körper fühlt sich wie ein einziges Schlachtfeld an und ich will einfach nur diesen Schmerz loswerden.

Er hat es gemacht. Er hat sich wirklich an mir vergangen. Die Tränen kommen von ganz alleine und rennen mir über die Wange. Früher war ich nie jemand, der schnell zu weinen beginnt, aber seit dem ich hier bin, ist das alles anders. Dieses Monster hat mir alles genommen. Meine Freiheit, meinen Willen und nicht zuletzt sogar meine Jungfräulichkeit. Alles weg. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, hat er mich hier auch einfach so benutzt zurückgelassen. Ich weiß nicht, wie lange er gestern noch seinen Spaß hatte... Irgendwann hat mein Körper mir die Dienste verweigert und hat mich in die, meiner Meinung nach, rettende Ohnmacht befördert. Das hat zwar zu Gute, dass ich nicht weiß, was er gemacht hat, aber die Tatsache, dass es ihm egal gewesen sein könnte und er trotzdem seinen Spaß an mir ausgelebt hat, brennt in meinem Kopf und ich schluchze leise auf.

Den ganzen Tag, oder vielleicht nur wenige Minuten, liege ich einfach nur da und weine stumm vor mich hin. Er hat alles was er wollte bekommen und es hat ihm gefallen. Er hat jede Sekunde, die er über mir war genossen und ich sehe jedes Mal, wenn ich meine Augen auch nur einen Moment schließe, wieder ihn vor mein inneres Auge. Ich sehe sein vor Lust verzerrtes Gesicht und höre sein tiefes, genießendes Stöhnen. Kann den Schmerz wieder spüren. Irgendwann haben aber auch meine Tränendüsen genug und so starre ich einfach vollkommen ausdruckslos die Wand neben mir an.

Mein Körper schmerzt und vor allem mein Po und mein Kiefer. Letzterer fühlt sich so an, als wäre er in dieser gespreizten Position eingefroren und ich habe auch schon einen ganz trockenen Mund von dem beschissenen Mundspreizknebel. Doch mit einem Mal beginnt sich mein Körper zu verspannen. Erst realisiere ich nicht, wieso er dies tut, doch als ich höre wie die Türe aufgeht, verstehe ich es. Ich schaue nicht auf und kneife meine Augen zusammen. Er soll weg gehen. Er soll mich in Ruhe lassen. Ich kann und will nicht mehr und würde lieber sterben, als nochmal von ihm benutzt werden. Doch natürlich lässt er mich nicht in Ruhe und kommt düster lachend auf mich zu.

„Angèlique hat schon gefragt wo du bist... Nur doof, dass wir deine Dienste im Haus nicht länge brauchen und du nun endlich dafür gut bist, für das ich dich gekauft habe.", erklärt er und mein gesamter Körper zittert wie Espenlaub. Ich will das nicht. Er soll mich in Ruhe lassen. „Ich hätte auch fürchterliche Lust gehabt...", meint er und kneift mir dabei in den Po, was mich erschrocken die Luft einziehen lässt, „Aber ich steh nicht so auf den ekelhafte, verschmutzen Körper von dir. Also mach dich mal nützlich und geh dich waschen! Und dann kannst du auch gleich hier sauber machen!" Somit macht er meine Fessel ab und verlässt das Zimmer.

Erst als er weg war, beginnt meine richtige Reaktion und ich krümme mich zu einem kleinen, wehrlosen Bündel zusammen und breche erneut in Tränen aus. Den Knebel mir selber abnehmend und durch das Zimmer, möglichst weit weg von mir schleudern, befreie ich mich von der letzten Fessel und kann mich ganz auf meine Panikattacke konzentrieren. Ich schaukle meinen Körper selbst ein wenig vor und zurück und versuche normal zu atmen. Die Panik wird mich nicht weiter bringen und ich muss versuchen nach vorne zu blicken. Ich muss... „Wird's bald?!!"

Ich zucke zusammen und richte mich sofort auf und setze mich in Bewegung. Naja, ich hatte es vor, doch der Schmerz, der sich nun durch meinen gesamten Körper zieht, lässt mich einen Moment Sterne sehen und in die Knie gehen. Ich stütze mich mit meinen Händen am Boden ab und wische mir die Tränenspuren weg. Es tut so unglaublich weh und ich muss mich wahnsinnig zusammen reißen, hier nicht zu schreien beginnen. Aber nach einer Weile schaffe ich es soweit, dass ich mir selber ein paar Schritte zutraue und langsam und bedacht gehe ich ins Badezimmer. Die Türe verriegele ich schnell hinter mir und lasse mich in der Dusche auf den Boden gleiten. Meine Beine anziehend beginne ich erneut leise zu weinen und fahre mir leicht über den Arm.

Ich mache das Wasser an, dass er meine Schluchzer nicht hören kann und lass es einfach auf mich nieder prasseln. Die Augen dabei schließend überkommen mich die Erinnerungen. Seine Hände und Lippen waren an meinem ganzen Körper. Er hat mich berührt. Von innen und von außen. Er hat mich beschmutzt. Ich nehme wieder das Shampoo und beginne mich damit zu waschen. Ich ignoriere dabei den Schmerz, der durch die bloße Berührung des Wassers auf meinem Rücken ausgelöst wird und reibe immer wieder über die Stellen an meinem Halse und an meinem Schlüsselbein, wo deutlich seine Male zu sehen sind. Ich muss es weg waschen. Es muss verschwinden.

Shadow - Gefangen und VersklavtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt