Ähhh - heißt das nicht eigentlich: "... das liebt sich" ??? Eigentlich ...
Aber nicht, wenn ein notorischer Mathemuffel mit Hang zum verbalen Kahlschlag kurz vorm Abitur auf eine Lehrerin trifft, die mit Liebe zur Mathematik und einer ausgesprochen...
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Etwas gequetscht sitzen wir ja schon auf dem Fußboden von Sebastian. Aber wir wollen eine Begrüßung für Antoine planen, also hocken wir uns hier zusammen. Sebastian hat total aufgeräumt und geputzt am Wochenende. Jetzt spinnen wir Pläne, was wir noch alles veranstalten könnten. Abgeholt wird Antoine von Sebastian, kochen werden Moritz und ich, Milly bastelt nebenbei eifrig an einer „Welcome back"-Girlande. Lasse wird morgen Nachmittag ein gebrauchtes Fahrrad für Antoine auf Vordermann bringen, und Paul will zusammen mit seinen kleinen Geschwistern Muffins backen.
Während Moritz und ich dann den Küchenschrank inspizieren, quatschen wir weiter über alles Mögliche. Das Radio läuft, und alle sind gut drauf. „Wie wird es bei dir und Antoine weitergehen?" „Antoine wird noch eine Weile bei Hugo Berg Therapie machen, um das Gelernte zu verankern. Er wird auch noch zur Schule kommen an den paar Tagen, wo noch Schule ist. Dann will er jobben, vielleicht bei einem Nachhilfeinstitut oder so. An seinem Studienwunsch hat sich eigentlich nichts geändert, aber inzwischen will er auch hinterher hier bleiben. Er liebt die südfranzösische Landschaft sehr, er schwärmt mir immer wieder davon vor. Aber er möchte in diesem Land nicht mehr leben." „Und du?" - „Ich ... möchte eigentlich sogar in Essen bleiben, weil das der erste Ort in meinem Leben ist, wo ich tatsächlich richtige Freunde gefunden habe. Zum Glück kann man hier sowohl die Sprachen als auch Sport auf Lehramt studieren. Wahrscheinlich werden wir also weiter zusammen wohnen und studieren und auf dem Baldeneysee unseren Sport ausüben."
Paul bezieht grade Sebastians Bett neu. Die beiden haben ja aus Platzgründen ein Stockbett angeschafft, und so turnt er jetzt da oben rum mit einem Spannbettlaken. „Mir ist heute Morgen siedendheiß was eingefallen, Jungs. Wann endet eigentlich die Bewerbungsfrist an den Musikhochschulen?" Moritz und ich schauen uns an. „Mist. Ende Februar?" „Na, dann sollten wir uns da schleunigst dransetzen. Ich mein' - in Essen haben wir uns ja schon beworben. Aber auch wenn wir da nicht hin wollen – bewerben sollten wir uns schon noch in Köln und Frankfurt."
Milly schüttelt den Kopf über uns. „Ihr seid ja Helden. In Frankreich ist das – wie so vieles – zentral geregelt, und ich bin mit aller Bewerberei schon durch. Den Französisch-Test für die Uni hab ich auch schon bestanden. Und in der Woche nach Ostern ist dann der Bewerbertag. Wir machen da einfach Familienurlaub in der Zeit." Moritz seufzt. Milly lächelt etwas gequält und nimmt ihn ganz fest in die Arme. „Wir schaffen das, Schatz. Wir werden uns oft genug sehen!" Moritz holt einmal tief Luft. „Na, hoffentlich!"
Was bin ich froh, dass meine große Liebe mir nicht davonläuft. Schlimmer als zweieinhalb Stunden kann es nicht werden. „Wisst ihr alle schon, was ihr im Sommer macht? Wenn es bei uns allen mit den Studienplätzen klappt, dann haben wir noch einiges zu organisieren, vielleicht umziehen oder so. Aber wenn nicht jemand in die Nachprüfung muss, dann haben wir Mai, Juni, Juli, August und September frei. Da ist von Jobben und Führerschein bis zu 'ner Weltreise oder Work and Travel alles drin." „Ich will auf jeden Fall mit Antoine in Frankreich paddeln. Er will mir seine Heimat zeigen. Und ich will französisch lernen."