Ähhh - heißt das nicht eigentlich: "... das liebt sich" ??? Eigentlich ...
Aber nicht, wenn ein notorischer Mathemuffel mit Hang zum verbalen Kahlschlag kurz vorm Abitur auf eine Lehrerin trifft, die mit Liebe zur Mathematik und einer ausgesprochen...
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Ich hab gestern Abend noch lange mit meinen drei Jungs gechattet, weil ich das Gefühl hatte, ich kann das gar nicht aushalten, was da auf uns zukommt. Sie stehen ja treu an unserer Seite. Aber wenn ich mich spontan verquatsche, können sie auch nichts mehr retten. Es ist einfach nur noch ein weiterer Druck auf meinem Buckel, und davon hatte ich vorher ja schon genug.
Wir haben zusammen überlegt, wann und wohin wir die Nachhilfe verlegen können. Am sichersten wäre es in der Schule. Aber dann hätten wir wirklich keine einzige Sekunde mehr alleine für uns bis nach den Osterferien, wenn der Präsenzunterricht und die Nachhilfe enden. Und dann – sehen wir uns GAR NICHT mehr.
Die Jungs haben supersüße Vorschläge gemacht, wohin wir alles in der Zeit Ausflüge machen können im Umkreis von 100 Kilometern, damit wir wenigstens ganz ab und zu ungestört sind. Aber so richtig zufrieden waren wir damit alle nicht. Insgesamt sind wir aber froh, dass wir schon vorgewarnt sind, was Annis teilweisen Weggang angeht. So können wir uns eine brauchbare Reaktion zurechtbasteln, wenn uns das nachher im Sportunterricht von wem auch immer verkündet wird.
In der großen Pause gibt es überall auf dem Hof großes Gestöhne, denn nahezu alle Klassen haben drei Wochen vor dem Halbjahreszeugnis und damit dem nächsten Stundenplan heute schon einen vorläufigen nächsten Stundenplan bekommen. Hektische Telefonate mit Eltern, Nachhilfelehrern, Musiklehrern, Sporttrainern werden überall geführt, weil jedem Zweiten irgendeine verlegte Unterrichtsstunde in sein Hobby grätscht. Aber die meiste Unruhe entsteht eigentlich dadurch, dass außer Annis Klassen niemand den Grund weiß. Von ihren Klassen ausgehend spricht sich dann aber doch rum, dass Frau Süß nur noch zum Teil hier arbeitet und deshalb alles auf den Kopf gestellt werden musste.
Wir in der Q4 werden einfach in den Fächern, in denen wir grade hocken, dazu aufgefordert, uns an unserem schwarzen Brett unsere neuen Stundenpläne zusammenzubasteln. Entsprechend ist dort in der großen Pause eine unübersichtliche Traube wild diskutierender und rumschubsender Vollidioten. Als ich dort ankomme, wühlt sich Moritz grade raus aus dem Haufen und fängt Paul und mich ab.
„Wartet, ihr müsst da nicht durch. Ich habe einfach alle Pläne abfotografiert. Wenn das alle täten, ginge das echt schneller. Aber manche ..."
Wir hocken uns an einen der Tische in der großen Halle und tüfteln unsere neuen Pläne aus. Zum Glück hat sich nicht entscheidend etwas geändert. Mathe am Dienstag ist von der dritten in die sechste Stunde gerutscht. Und Sport-Theorie und die Tutorenstunde sind auf dem Mittwoch Mittag gelandet statt Montag Morgen.
„Na, das geht ja noch."
Paul streicht mir einmal freundschaftlich über den Rücken.
„Alle Trainingseinheiten sind uns erhalten geblieben, und wenn du einverstanden bist, Max, dann schieben wir deine Lerngruppe Deutsch und Geschichte vom Dienstag Nachmittag auf den Montag Morgen in das entstandene Loch. Dafür treffen wir uns dann in der Bibliothek, und wir reservieren uns jetzt sofort einen Arbeitsplatz dafür. Wie wir den Mittwoch entzerren, sehen wir noch. Jetzt muss Du erstmal mit ... Frau Süß neue Termine für die Nachhilfe machen."