Ähhh - heißt das nicht eigentlich: "... das liebt sich" ??? Eigentlich ...
Aber nicht, wenn ein notorischer Mathemuffel mit Hang zum verbalen Kahlschlag kurz vorm Abitur auf eine Lehrerin trifft, die mit Liebe zur Mathematik und einer ausgesprochen...
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Gut, dass der Survival-Kurs nur an ein paar Samstagen stattfindet und nicht jede Woche. Es war total spannend, und wir freuen uns alle schon wie bekloppt auf die ganze Woche vor den Herbstferien. Aber fünf Stunden Survival, die Lerngruppe dahinter geschoben, dann alle Hausaufgaben und Lernerei für die kommende Woche. Bei der Facharbeit muss ich vorwärts kommen. Ich bin jetzt dabei, alle Informationen und Zitate, die ich gefunden habe, zu sortieren und daraus eine Gliederung zu stricken, an der ich mich entlang hangeln kann. Aber geschrieben habe ich noch kein einziges Wort. Und jetzt noch das Sonntagstraining obendrauf. Das wird sich in der nächsten Woche vermutlich rächen. Keine Pause ist zu wenig Pause ...
Auf den letzten Drücker starte ich zum Tanzen. Aber das Training ist wie immer großartig. Wir vier Jungs können uns schon jetzt nicht mehr vorstellen, wie es ohne Milly war, weil sie sich so phantastisch in unsere Riege einfügt. Heute wollen wir die Grundstruktur für unseren Auftritt festlegen, und die Ideen strömen nur so. Paul und Luis haben sich inzwischen geeinigt, welche klassische Männerpartie Paul tanzen soll, bis Moritz dazukommt und ihn stört. Moritz ist am beeindruckendsten, wenn er einfach im Flow ist und improvisiert. Am meisten grübeln und probieren wir an dem Part rum, wo ich dazu komme und versuche, die beiden unter einen Hut zu bekommen. Lasse und Milly proben schon fleißig eine genüsslich-aufreizende Rumba. Und die Akrobatik-Elemente am Schluss wollen wir erst später anfügen.
Schließlich setzen wir uns nochmal zusammen und berichten vom jeweiligen Stand unserer Facharbeiten. Luis gibt uns Tipps, und wir probieren manches davon für die praktischen Prüfungen aus. Da bisher keine Zeit dafür war, berichten wir nun ausführlicher von meinem Tanzrausch vom vorletzten Donnerstag. Ich erzähle, welche Gefühle dazu geführt haben, Milly, Moritz und Paul berichten, wie sie mich wahrgenommen haben und wie sie mich sanft aus dieser Art Trance wieder rausgeholt haben. Da dies eine für mich sehr vertraute Runde ist, kann ich ganz offen sprechen und erzählen, was ich alles schon zu meinem Thema erfahren und an diesem Mittag tatsächlich am eigenen Leib gespürt habe. Mir fällt auch ein, dass Frau Süß mich dabei gefilmt hat. Aber das möchte ich dann doch nicht zeigen. „Vielleicht später mal." Den Stick hab ich ja immer noch in der Hosentasche – aber ich trau mich noch nicht dran ...
Schließlich feilen wir noch an Millys praktischer Prüfung, damit wir anderen ein besseres Gefühl für Akrobatik bekommen. Milly leitet uns an und bekommt von uns und Luis häufige Rückmeldung, wie sich die Figuren, ihre Art zu erklären und ihre Hilfestellungen anfühlen. Dabei denken wir auch an unsere akrobatische Toberei im Schwimmbad. Als wir schließlich einfach zu platt sind, um uns noch irgendwie zu rühren, strahlt sie uns an. „Ich weiß gar nicht, was ich all die Jahre ohne euch und das hier gemacht habe." „Zirkus? Nö, ganz im Ernst, Milly. Du bereicherst uns sehr, und uns macht es Spaß, dir weiterzuhelfen. Ich bin mindestens genauso neugierig auf deinen Zirkus, wie du auf einmal Spaß am Tanzen hast. Was wir hier miteinander tun, kommt uns allen zu gute." Milly strahlt mich an. Aber das war nicht einfach ein Kompliment. Ich habe das wirklich so gemeint. Wir profitieren alle davon.