Ähhh - heißt das nicht eigentlich: "... das liebt sich" ??? Eigentlich ...
Aber nicht, wenn ein notorischer Mathemuffel mit Hang zum verbalen Kahlschlag kurz vorm Abitur auf eine Lehrerin trifft, die mit Liebe zur Mathematik und einer ausgesprochen...
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Max ist ziemlich spät erst ins Bett gegangen. Er wird so lange noch mit Antoine geredet haben. Und jetzt schleicht er sich schon wieder aus dem Zimmer, bevor unsere Wecker klingeln. Vielleicht geht er nochmal zu Antoine. Oder zur Süß, um ihr zu sagen, was mit Antoine los war. Egal. Ich dreh mich nochmal rum. Die nächsten beiden Tage werden echt anstrengend.
Als dann unsere beiden Handys lospiepsen, sitzen Paul und ich senkrecht im Bett. „Wo is'n Max?" Paul strubbelt sich durch die Haare. „Schon ganz früh raus. Ich denk, das hängt mit Antoine zusammen. Er selbst hat auch nicht wirklich ruhig geschlafen und viel zu kurz."
Zum Frühstück kommen Max und die Süß zu spät. Er rutscht zu uns an den Tisch und flüstert nur. „Ich musste ihr erzählen, was ich gestern aus Antoine rausbekommen habe. Wir müssen auf ihn aufpassen. Aber, ohne ihn anzufassen. Erklär ich später."
„So. Ihr habt alle schon in der Schule eine Packliste für diesen Zweitagestripp bekommen. Denkt dran – ihr dürft nur einen einzigen Gegenstand mehr mitnehmen. Wir sehen uns gleich im Gruppenraum." Aufgeregtes Gemurmel begleitet uns, als wir zurück in unsere Zimmer strömen. Max geht wohl bewusst mit Antoine durch die Saaltür und zwinkert ihm einmal zu. Der wirkt gerädert, doch jetzt auch erleichtert.
Kaum sind wir im Zimmer, um die letzten Dinge in unsere Rucksäcke zu packen, fallen Paul und ich über Max her. „Raus mit der Sprache!" „Hm. Ich möchte nicht viel erzählen, weil es eine große Last für Antoine ist. Nur soviel. Als er acht Jahre alt war, ist seine fünfjährige Schwester an einem Wildbach von so einer Brücke gestürzt und ertrunken. Seitdem hat er Alpträume, Schuldgefühle, Berührungsängste – und nie eine Therapie bekommen. Ich glaube, mehr muss ich nicht sagen. Die Lehrer werden sich darauf einstellen, dass Wasser nur in der harmlosen Variante vorkommt, werden möglichst Brücken umgehen und gut auf ihn aufpassen. Trotzdem muss der Kurs ja laufen und einige Stationen abarbeiten. Ich werde auch in seiner Nähe bleiben. Letzten Endes kann ich ihm nicht helfen. Das Trauma muss therapiert werden. Aber ich kann ihm Achtung entgegenbringen."
Im Gruppenraum herrscht schon ein heilloses Durcheinander. Jede und jeder von uns hat sich selbst überlegt, welche Kleidung und Ausrüstung am sinnvollsten ist, und entsprechend bunt gewürfelt sehen wir alle aus. Überall liegen verschieden große Rucksäcke. Aufgeregte Gespräche in allen Ecken. Dann kommen unsere drei Lehrer rein – mit erstaunlich kleinem Gepäck. Als Dr. Fahrendorf meinem irritierten Blick folgt, muss er grinsen. „Ich von mir aus hätte auch mehr eingepackt. Die Damen haben mich instruiert."
Die beiden Lehrerinnen teilen uns in zwei Gruppen auf und kontrollieren dann bei allen das Outfit und das Gepäck. Jacken werden entlehrt, Tüten mit Überflüssigem gefüllt und es wird viel gelacht. Vor allem, als ich dran bin, selbstbewusst mit meinem Papier und einer kleinen Tüte auf Frau Süß zugehe und ihr das in die Hand drücke. „Ich habe mir als zusätzlichen Gegenstand ein Mulittool ausgesucht, das normalerweise nicht ins Handgepäck dürfte. Aber ich habe mir eine Sondergenehmigung von der Lufthansa geholt." Siegesgewiss zeige ich auf das Papier.