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Auf dem Flur war es kalt und dunkel. Ich hielt mich am Geländer fest, als ich mit nackten Füßen nach unten schlich. Ich war nicht oft in der Küche gewesen, doch ich fand sie mithilfe der gelegentlichen Helligkeit der Blitze. Grell flackerten die Lampen auf, als ich den Lichtschalter fand.
Erst dachte ich an garnichts, als ich mich um den Tee kümmerte. Ich erhitzte Wasser in einem Topf und kramte in den Schränken und Regalen nach Tee. Erst als das Wasser fertig gekocht hatte, erwachten die Gedanken in mir wie die Motten unter dem Schein des Mondes. Erst Neugier, dann Sorge, dann Mitgefühl und schon bald schwirrten alle möglichen Gefühle und Gedanken in meinem Kopf herum.

Was an Yoongis Traum könnte eine Vision sein? Seine Eltern lebten schon lange nicht mehr und wie wahrscheinlich war es, dass Yoongi sich in einer Menschenmasse im Zentrum der Stadt befinden sollte? Und wenn etwas daran wirklich eine Vision war, wann würde es geschehen? Und dann kam noch ein Gedanke dazu: Ich hatte ihn klar meinen Namen sagen hören. Doch Yoongi hatte nicht erwähnt, dass ich in dem Traum überhaupt vorgekommen war.
Zitternd vor Kälte stand ich am Fenster. Die Regentropfen bildeten sich zu einem Spinnennetz auf der Fensterscheibe, doch das Donnergeräusch klang dumpfer und der Wind beruhigte sich.

Ich zuckte nicht zusammen, als mir eine nach Kaminfeuer duftende Stoffdecke über die zitternden Schultern gelegt wurde, denn ich hatte Yoongi schon durch die Reflexion auf der Fensterscheibe eintreten sehen.
„Solltest du nicht schlafen?", fragte ich leise und drehte mich um. Nun zuckte ich doch ein wenig zusammen, denn mein Gegenüber erinnerte mich mit seinem Aussehen an die ersten Tage, in denen er krank und schwach gewesen war. „Yoongi... Geh ins Wohnzimmer, leg dich auf das Sofa.", befahl ich ihm und fühlte seine Stirn. Sie war ein wenig heiß, aber nicht so sehr, dass ich in Panik geriet. Ohne Protest oder irgendeiner anderen Regung schlurfte er aus der Tür. Sobald der Tee fertig war, begab ich mich zu ihm, zündete ein paar Kerzen und den Kamin an, um eine angenehme Helligkeit und Wärme zu schaffen. Ich gesellte mich zu Yoongi auf das Sofa und wir tranken den Tee, eingehüllt in mehrere Decken. Es dauerte nicht lange, bis Yoongi, mit dem Kopf auf meiner Schulter und so blasser Haut, dass sie im flackernden Licht schimmerte, einschlief.



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt