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Mir fiel das alte Buch wieder ein, welches uns zuvor wie ein Goldstück vorgekommen war und jetzt in Jaehyuns Händen lag. Und warum? Warum hatten sich diese kalten Finger um unsere Hoffnung gekrallt? Warum mahnte uns diese emotionslose Stimme und schubste uns in dieses fahle, lichtlose Zimmer?

„Vielleicht sollten wir...", begann ich, von meinen Gedanken gepackt, doch in diesem Moment wurde Yoongis Körper von einem ansteigendem Zittern erschüttert. Sein Atem beschleunigte sich rasant, was mich dazu brachte panisch die Bettdecke abzuschütteln und Yoongis Gesicht fest in meinen Händen zu halten. Ich fand meine Befürchtung in seinen abwesenden Augen bestätigt, dass er wieder in eine Vision gefallen war; dieses Mal nicht mehr im Traum, sondern im Wachzustand.

Doch sobald ich - selbst ziemlich benommen vor Angst - seinen Namen ausrief, immer und immer wieder, holte er tief Luft, wie jemand der beinahe zu lange nicht geatmet hatte, und sein Kopf sank so tief ins Kissen, als wäre er aus schwerem Metall.

„Schon wieder der Mann. Er wurde erschossen, ich bin mir sicher...", hauchte Yoongi mit trockener Stimme.
„Und ich war auch dort!", ergänzte ich seine Erzählung, ohne auch nur zu verstehen, was ich gerade gesagt hatte.
„Ja... Ja, du warst auch dort.", stimmte der Ältere zu. Dieses Geständnis - so unangenehm der Gedanke auch war - brachte uns beide zum erleichterten Ausatmen.
Ich deckte Yoongi sorgfältig zu und entschied: „Ich werde dir einen Tee machen. Du glaubst doch nicht, dass so schnell wieder eine Vision geschehen wird? Gibt es irgendwelche Anzeichen; eine Vorwarnung?"

Er zuckte mit ausdrucksloser Miene die Schultern und sagte: „Es scheint nicht voran zu gehen. Heute Nacht habe ich geträumt und es war beinahe dasselbe wie zuvor auf unserem Weg hierher. Und jetzt war es auch ein Ausschnitt aus diesem Szenario. Immer wieder höre ich einen Schuss... und diese vielen Menschen..."
„Versuche an etwas anderes zu denken!", unterbrach ich ihn mit möglichst sanfter Stimme, aber ich selbst hörte eine gewisse Hysterie in meinem Tonfall.

„Ich werde Tee kochen und Jaehyun dazu auffordern, uns das Buch zurückzugeben. Er wird nichts dagegen machen können, wenn er weiterhin vortäuschen möchte, uns zu unterstützen!", überlegte ich krampfhaft und hielt den Funken Hoffnung, dass danach doch noch alles irgendwie nach Plan laufen würde, fest in meiner zitternden Hand.






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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt