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Wenn eine Begebenheit, die man als Realität annahm, plötzlich vom eigenen Bewusstsein hinterfragt wird, ist das kein Zeichen dafür, dass die Zweifel begründet sind. Sondern dafür, dass der Geist sich darauf vorbereitet, jede Abweichung der Wirklichkeit zu akzeptieren. Niemals den Verstand verlieren!
Es waren sieben Treppenstufen. Nach einem kleinen Absatz nochmals vier. Darin konnte ich mich nicht geirrt haben. Auch wenn ich hochgeschleift wurde und ein strammes Tuch über meinen Augen meine Sinne schwächte. Wenn man nichts sieht, kommt man selbst auf einem unbewegtem Boden aus dem Gleichgewicht. Ohne Horizont und ohne Licht sinkt die Hoffnung wie die Sonne in eine andere Welt. Wie lange wird es dauern, bis der Morgen kommt? Und würden die Sekunden mit dem rasenden Pochen meines Herzens mithalten können?
Ich war mir sicher, wieder in dem Haus zu sein, in dem Jaehyun uns untergebracht hatte - der fahle Geruch im Eingangsbereich ließ mich die Nase rümpfen. Dies hatte Jaehyun mir nicht nehmen können. All meine Sinne. Wenn ich für den Moment auch blind war, so war das noch lange nicht alles, was mich daran hindern würde, eine Lösung zu finden.
Ohne Yoongi befand ich mich sowieso in einer misslichen Lage. Doch Jaehyun war in Eile gewesen. Ich tastete die Wände ab. Ging vorsichtig und mit ausgestreckten Armen im Raum umher. Es war ein kleiner Raum. Nach kurzer Inspektion war ich mir sicher, in einer Zelle gelandet zu sein. Solch einen Raum hatte ich bei meiner Erkundungsrunde mit Lea nicht aufgesucht und nicht gefunden, und doch musste es sie sicher geben. Bloß ein Gestell, sehr wackelig und mit eisernen Stangen, umfasste die Einrichtung des Raumes, soweit ich es ertasten konnte.
Als Jaehyun die Tür abgeschlossen hatte, war ich zu jener gelaufen und hatte gelauscht. Die gedämpften Stimmen waren mit Hilfe der sonstigen Stille an diesem Ort dennoch zu verstehen gewesen.
„Ich werde den anderen Jungen holen. Bleiben Sie hier. Sollte er entkommen, was ohne Zauberkräfte schier unmöglich ist, benutzen Sie das hier.", erklangen Jaehyuns Befehle harsch. Eine kurze Stille gestaltete den Moment, in welchem der Arzt dem Kutscher etwas überreichte.
„Kommt er frei, so erschießen Sie ihn. Das ist ein Befehl.", kommandierte Jaehyun weiter und anschließend: „Sonst werde ich mir persönlich das Vergnügen machen, diese Waffe bei Ihnen einzusetzen!"
Stille.
Ich hatte den sanften Klängen der Natur immer mit ruhiger Zufriedenheit gelauscht. Mit anhaltendem Atem horchte ich nach dem Zwitschern eines Vogels oder wenigstens ein Rauschen von Blättern im Wind.
Das Tuch über meinen Augen wurde jetzt von Tränen der Panik genässt. Es kratzte und brannte sich bei jeder Bewegung tiefer in meine Haut. Mit zitternden Händen ließ es sich nicht lösen. Ich hockte mich auf den Boden, um meinem orientierungslosen Körper mehr Halt zu geben. Warum hatte ich mich von Jaehyun reinlegen lassen? Warum hatten meine Instinkte dem Tierarzt mehr vertraut als Yoongis Intuitionen, - die zwar stets sehr schwache und unerklärbare Signale hervorriefen, auf die ich aber dennoch sonst so sensibel reagierte!
Beim umdisponieren meiner Beine auf dem kalten Boden hielt ich inne. Meine Hand griff in meine Hosentasche. Der Stein war dort. Froh war ich jetzt über seine Kälte, die mir so gut bewies, dass es keine Einbildung war. Yoongis Geheimnis. Wie sollte es mir nützen? Welcher Instinkt hatte ihn dazu getrieben? Was hatte er in der Vision gesehen? Es musste sicher eine Rolle spielen.
„Bitte!", flüsterte ich dem Stein zu und hielt ihn auf meiner Handfläche wie einen seltenen Käfer. „Hilf mir. Hilf mir. Ich brauche Hilfe..."
Mein Kopf senkte sich so weit zu dem Stein herab, dass die Dunkelheit unter dem Tuch noch intensiver wurde. Also musste es doch irgendwo Licht geben! Mein Kopf schmerzte zu sehr, als dass ich mich darauf konzentrieren konnte. Ich kehrte mit meinen Gedanken zu dem Stein zurück und erschrak. Die eisige Kälte war kaum merklich gewichen. Aus Angst, der Stein habe sich irgendwie in Luft aufgelöst, schloss ich meine Hand, doch ganz deutlich spürte ich die teils raue und teils glatte Oberfläche. Nur, dass sie jetzt begann wärmer und wärmer zu werden.
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Haunted Prince || Yoonmin
Fan-FictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
