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Kein Schlüssel ist nötig, um eine noch so geschützte Tür zu öffnen, wenn man ein Einhorn zur Stelle hat. Auch Jimins Augenbinde wurde von den Tieren mit einer leichten Berührung des Horns gelöst. Obwohl diese Situation äußerst spannend war, beruhigte sich der Herzschlag des Jungen, als er die Arme um den Hals der Wesen schlang und die Wärme spürte und über das weiche Fell streichelte. Für einen kurzen Moment wurde die Geste der Dankbarkeit und Erleichterung genehmigt. Doch die Tiere wussten, dass die Zeit nicht stehen bleiben würde. Sie mussten in die Stadt. Jimin wusste es ebenso und er richtete sich auf - entschlossen und vollkommen überzeugt davon, Yoongi wiederzufinden.
„Ihr zeigt euch nur, wenn es nötig ist. Nur denen, die Eurer würdig sind, richtig?" Die Einhörner schnaubten und wandten sich wieder zum Ausgang. Jetzt galt es erstmal, dem Kutscher entgegenzutreten. Jimin glaubte, dass dies nicht allzu kompliziert werden würde.
Seojun hingegen war sich dieser brenzlichen Situation trotz der beruhigenden Ausstrahlung der Einhörner wohl bewusst.
Als die Tiere mit Jimin in ihrer Mitte an ihm vorbei wollten, verschwamm seine Sicht. Sein Kopf war heiß und seine typisch geduckte Haltung trug dazu bei, dass die Tränen auf seine Schuhe fielen und er dem Jungen nicht ins Gesucht sehen konnte.
Dieser war erleichtert über das demütige Verhalten des Mannes und wollte schnell an ihm vorbei, um sich Gedanken um die wirklich wichtigen Dinge zu machen. Doch gerade als sie den Garten betraten, hielt ihn die schluchzende Stimme zurück: „Geh nicht!"
Jimin blieb stehen, nachdem er wie die Tiere noch zwei gemächliche Schritte getan hatte. „Ich muss meinem Freund helfen.", entgegnete er und war sich sicher, zwischen den beiden Tieren nicht in Gefahr zu sein. Der Kutscher war ein alter gebrechlicher Mann, der es nicht über sich brachte, ein Gewehr zu bedienen. Eingeschüchtert und kläglich war er sich wohl bewusst, dass dies sein Ende sein würde. Schließlich hatte Jimin Jaehyuns Drohung auch gehört. Er empfand Mitleid, aber er hatte das Gefühl, nichts tun zu können. Sollte der Mann doch wegrennen! Jetzt war die perfekte Gelegenheit dazu. War er wirklich so hilflos?
Jimin drehte sich, um dem Kutscher auf die Sprünge zu helfen. Er wollte sich nicht lange damit aufhalten: „Hauen Sie ab, bevor es zu spät ist!"
„Ich kann nicht... Ich kann dich nicht gehen lassen. Ich will dir helfen, mein Sohn.", letzteres sagte er leise und so weinerlich, dass es für Jimin kaum eine logische Bedeutung hatte.
„Sie sind mir keine Hilfe. Sie halten mich bloß auf."
„Er wird dich erschießen, sobald er dich zu sehen bekommt. Und du hast keine Waffen bei dir."
Jimin verstand, dass der Kutscher Jaehyun meinte. Auch wenn es wohl gewiss war, was er sagte, tat Jimin einen Schritt rückwärts, als der Kutscher auf ihn zu stolperte.
„Ich kann das nicht zulassen!"
Jimin schüttelte den Kopf, verzweifelt, in so eine unnötig missliche Lage gekommen zu sein.
„Ich kann Ihnen nicht vertrauen. Ich vertraue niemanden mehr! Außer Yoongi und meiner Familie!"
Damit kehrte der Junge dem Kutscher den Rücken zu. Die Einhörner blieben jedoch stehen. Ruhig und als würden sie etwas wissen, was Jimin noch nicht verstanden hatte, aber verstehen sollte.
Der ältere Mann näherte sich, diesmal entschlossener, bis er vor Jimin stehen blieb, den respektvollen Abstand einhaltend; vor allem durch die Nähe der Einhörner.
Da musste Jimin gestehen, dass er dem Mann nie einen genauen Blick gewürdigt hatte. Nie hatte er ihm wirklich in die Augen geblickt. Etwas hatte ihn jedesmal zurückschrecken lassen. Auch die Art des Kutschers, ständig gebückt zu laufen und sein Gesicht im Schatten seiner Kappe versteckt zu halten, hatte dazu beigetragen. Umso gebannter war er jetzt, als er in die dunklen Augen des Mannes sah.
„Erkennst du mich denn nicht?", fragte sein Vater den Jüngeren zitternd und mit einer Stimme, die tief in Jimins Herz eindrang und dort versuchte etwas fast eingeschlafenes wieder hervorzuholen und aufzuwecken.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
