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„Jaehyun ist ein viel beschäftigter Mann. Das weißt du sicherlich.", begann Seojun dem Mädchen zu erklären.
„Ja, er ist selten hier. Arbeitet viel zu viel. Manchmal denke ich, ich bin ihm egal geworden.", warf sie ein und ließ den Kopf in einem Anflug von Trübsinn wieder auf die Knie fallen.

„Nun... er strebt nach... Macht... oder Anerkennung." Seojun seufzte bekümmert: „Ich weiß es auch nicht. Aber du solltest deswegen nicht traurig sein."
Er wollte ihr die Schulter drücken, doch ließ es lieber bleiben und versuchte seine Stimme so ermutigend wie möglich klingen zu lassen.

„Für ein Mädchen deines Alters bist du ja schon sehr selbstständig!", lobte er sie.
Sie zuckte mit den Schultern und erhob sich plötzlich, als sei ihr etwas eingefallen.
Mit Mühe stand Seojun ebenfalls auf und stapfte ihr hinterher, als sie ihren Weg Richtung Küche durch die Dunkelheit fand.

„Warst du es, die oben entlang gegangen war und geredet hat? Ich habe vorhin Schritte gehört.", fiel es dem Kutscher plötzlich ein. Sie nickte gleichgültig: „Mit Jimin."
Erst als Seojun sich auf die Holzbank setzte, traf seine Verwirrung über diese Antwort ein. Es war also doch ganz einfach, das Mädchen davon zu überzeugen, die Jungen rauszulassen. Im Gegensatz zu ihm selbst, hatte sie einen Schlüssel. „Mit Jimin? Er darf also doch einfach so durch das Haus laufen?"

„Nein."
Lea blickte auf die staubigen Vorhänge, hob den Arm, doch ließ ihn wieder sinken, bevor sie den Stoff berührte. Draußen war die Sonne noch ein Stück höher am Himmel gerückt.

„Es ist wahr...", flüsterte sie gedämpft: „Auch wenn Yoongi und Jimin nicht hinaus dürfen, wird sich etwas ändern. Jae verhält sich so anders zurzeit. Das ist Beweis genug. Er mag keine Veränderungen. Also immerhin keine unvorhergesehenen."

„Hmm..." Seojun musste lächeln bei diesen Worten, wenn er auch verstand, dass die Kleine von dieser Tatsache schwer getroffen wurde. Wie viel Veränderung in ihrem Leben wohl schon vorgefallen war? Ob sie sich noch an ihre Eltern erinnerte? War Jaehyun für sie der einzige Bezug zu der Assoziation einer Familie?

„Ja, die Welt verändert sich stets. Wir Menschen sind eben ziemlich darauf besessen, ein großes Drama aus solchen Dingen zu machen. Das liegt vielleicht in unserer Natur. Immer geht es darum, die Grenzen auszutesten. Nichts bleibt für immer. Und gerade ist es in unserer lieben Stadt nicht allzu einfach zu leben, wenn man keine ausgesprochen wichtige Persönlichkeit ist. Aber ja, es gibt noch bedeutende Leute da draußen, die ein Herz haben. Auf diese müssen wir jetzt all unsere Hoffnung legen.", sagte der Ältere mit Sanftmut in der Stimme.

Lea wandte sich zu ihm und verschränkte die Arme - beinahe in Zeitlupe - und zog angespannt die Schultern hoch. Eine Welle Frust überschwemmte ihre Augen und drang aus ihrem offenen Mund.
„Warum ist es so gefährlich da draußen? Ich weiß, dass es darum geht, wer König ist und wer König werden soll, aber Jaehyun will mir nie genaueres erzählen. Er will den König behalten, das weiß ich. Er bekommt immer so graue Flecken im Gesicht wenn er darüber spricht und sein Kinn zuckt ganz unangenehm."

„Ja, dann ist er wohl sauer. Oder angespannt.", erwiderte Seojun.
„Und die anderen? Wollen die anderen Yoongi als König? Er ist doch noch so jung..."
„Er ist der rechtmäßige Nachfolge."
Diesmal erweckte Seojuns Reaktion eine festliche Stille im Zimmer. Der Wasserhahn zischte, als Lea ihn aufdrehte und einen schweren Topf darunter hielt. Doch aus dem Augenwinkel sah Seojun sie Lächeln.




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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt