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„Wir werden morgen sehr früh aufbrechen, um unseren Plan zu verfolgen.", sagte Yoongi. Seine Stimme war herausfordernd. Er schaute Jaehyun nicht an, doch es war offensichtlich, dass diese Information an ihn gerichtet war.
Ich fragte mich, ob der Tierarzt solch ein Verhalten als respektlos abstempelte und bloß nichts dagegen sagte, weil er sich Yoongis Geschichte bewusst war. Seine Miene verriet eine stetige Ablehnung. War diese gegen Min Yoongi persönlich gerichtet, oder an den Fakt, dass er der Thronerbe war?

Meine Hände zupften bei diesen wirren Gedanken nervös an meinem Hemd.
Die Wärme der Suppe ließ nach und ich erhob mich, um mir etwas von dem Tee einzugießen, der bisher unberührt in einer hohen schweren Kanne am Rande des Tisches gestanden hatte.

Jaehyun nahm sich Zeit, um auf Yoongis Anmerkung zu reagieren. Dann sagte er: „Das werdet ihr nicht.", bevor er unbeirrt weiterkaute, obwohl doch seine Schüssel schon ewig lange leer stand.
„Warum das? Wir haben nicht viel Zeit hier!", versuchte ich Jaehyuns schlechte Laune auf mich zu lenken. Ich hatte Angst, Yoongi würde in seiner sensiblen Verfassung unüberlegt handeln. Ich hatte Angst, dass Jaehyun das Vertrauen zu uns verlieren würde und ich hatte Angst, dass Yoongi schon lange nicht mehr dem Tierarzt vertraute.
Dieser machte die Gegebenheiten nicht besser, als er erklärte: „Die Krone sucht nach euch. Ihr könnt nicht einfach frei herumlaufen, wenn jederzeit ein Soldat vor euch auftauchen könnte. Natürlich möchte ich euch in aller Hinsicht unterstützen, doch meine Vernunft sagt mir, dass ich das am besten kann, wenn ich die Situation im Griff habe. Morgen ist kein guter Tag für einen Spaziergang. Ich muss noch etwas meinerseits erledigen und kann euch nicht begleiten. Ihr solltet nicht unbeaufsichtigt und ohne Deckung auf die Straße gehen. Es ist zu gefährlich!"

Ich blieb still und beobachtete, wie Jaehyun seine seltsame Autorität spielen ließ. Auch wenn er der Älteste von uns war, so war Min Yoongi doch der Prinz. Er hatte kein Recht, so mit ihm zu sprechen.
„Du kannst uns hier nicht einsperren.", sagte Yoongi mit eiskalter Miene. Er sprach leise, doch so deutlich und bedacht, dass die Worte nicht an Bedeutung verloren. „Du wirst uns hier nicht einsperren, Jaehyun. Wir sind nicht ohne Grund hier. Es ist sicherlich vernünftig, mit Begleitung und Undercover unterwegs zu sein, falls etwas schief gehen sollte. Aber wenn dein Anliegen für morgen so wichtig ist, dass du es nicht für die Rettung dieses Landes verschieben kannst, ist zumindest schonmal klargestellt, dass auf deine Hilfe kein Verlass ist."

Selbst ich schrumpfte bei diesen tadelnden Worten zusammen. Jaehyun goss sich in Ruhe Tee in seine Tasse. „Ich trage sehr wohl Verantwortung für euch. Ich habe mit Jacob gesprochen. Eure Pläne sind zu gefährlich. Ich werde morgen viel unterwegs sein. Glaubt mir, es findet auch ohne euch schon eine gewaltige Revolution dort draußen statt. Die Bürger fangen an sich zu wehren. Wartet noch ein paar Tage und alles wird wie von alleine laufen. Ihr müsst den richtigen Moment abwarten. Dieser Zeitpunkt ist noch nicht eingetroffen."



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt