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Min Yoongi stolperte in eine staubige Gasse. Ein unangenehmer Geruch ließ ihn die Nase rümpfen und schnürte ihm die Kehle zu. Seine Haare fielen ihm in die Augen, als wollten sie ihm dabei helfen, sich zu verstecken. Doch auch wenn er am liebsten den Blick nach innen gewendet hätte, musste er versuchen sich zu orientieren.

Ohne den Stein schwebte er in der Menge wie ein Staubkorn im All. Verloren zwischen all den anderen. Auch wenn Jimin jetzt in dieser Kutsche saß, mit Jaehyun, der ein ganz anderes Spiel spielte, hielt der Prinz immer wieder nach ihm Ausschau. Jimins Schatten begleitete ihn, Jimins Stimme hallte in seinen Gedanken nach. Er bereute es, dem jüngeren nicht noch mehr über den Stein erzählt zu haben, der jetzt in seinem Besitz war. Es war eine Schwäche von ihm, der er sich wohl auch als Einhorn angenommen hatte: dass er alles auf so mysteriöse Art verkomplizierte. Verschwörerische Rituale und Heimlichkeiten, die alles noch komplizierter machten, waren eine bekannte Komponente der Lebensweise der eleganten Vierbeiner. Und der Stein hatte natürlich diese Diskretion verlangt. Der Stein strebte danach, versteckt gehalten zu werden. Sein Eigenwille...

Yoongi kam nicht drum herum, bei dem Gedanken an Jimin in Jaehyuns Gefangenschaft zu zittern. Er hatte gesehen, wie gefährlich dieser Mann war. Nachdem er aus der ersten Vision aufgeschreckt war, hatten sich die Türen abermals geöffnet. Die Zeit stand still. Die Geräusche wurden wieder dumpf wie Unterwasser. Eine unsichtbare Kraft verband ihm Augen und Ohren, hielt eine kalte Hand auf seinen Mund und zog ihn an eine hohle Brust. Fest wurde er in dieses schwarze Tuch gezogen, so fest und dann, mit einem Seufzen, bei dem er nicht wusste ob es sein eigenes war, ließ ihn die Finsternis ein zweites Mal frei; in eine Welt, die noch nicht war und doch schon in der Magie des Sehens gezeichnet stand. Er blinzelte gegen das Licht. Da war er wieder im gewohnten Getümmel gewesen:

Die wohlbekannte Stimme drängte sich mit doppelter Lautstärke an meine Ohren. Meine Sicht klärte sich und ich musste mit weit aufgerissenen Augen zuschauen, wie der Soldat, der sich neben die Königin begeben hatte, niemand anderes als der treue Freund Jacobs war. Der Mann, dem auch wir unser Vertrauen bei dieser höchst wichtigen Angelegenheit geschenkt, von dessen Möglichkeiten wir uns Abhängig gemacht und dem wir uns zu Dank verpflichtet hatten.
Seine Ausstrahlung war ernst - was nichts Neues war - doch sie war auch getränkt von Hass und Verdrossenheit.

Ich trieb in der Masse wieder auf den Ort zu, wo sich eine zuschauerlustige Menge angesammelt hatte. Jimin sah schwach und blass aus, als sich wieder der Mann vor ihn stellte, von dem ich nun schon wusste, dass er diesen Tag nicht überleben würde. Jaehyun kam immer näher. Die Waffen wurden gezogen. Ich sah in das Gesicht des alten Mannes und auch hier musste ich einen Schock erleben. Die müden Augen des Kutschers glühten ein letztes Mal leidenschaftlich auf, bevor ich in die Dunkelheit zurückgerufen wurde.

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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt