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Die Nacht brachte eine unbehagliche Kälte ins Zimmer. Yoongi atmete ruhig, doch ich zweifelte an seinem Schlaf. Ab und zu zuckte sein Kopf von der einen zur anderen Seite, als hätte ihn jemand gerufen. Doch da war kein Geräusch. Nur die schweren Holzbalken ließen ab und zu ein Knarren von sich hören.
Ich spürte, dass es Morgen wurde und stellte meine Füße, noch in gewisser Trance, auf den kühlen Boden. Auch dieser knarzte, als ich in Richtung Badezimmer huschte. Dort zündete ich schnell ein Licht an und stellte es neben den Spiegel. Ich warf noch einen Blick auf Yoongi, dessen bewegungslose Form sich im Halbdunkel von der Wand abhob, dann schloss ich mit zitternden Händen die Tür. Erst jetzt wagte ich es, meine Hand zu öffnen.
Yoongi hatte diesen geheimnisvollen Gegenstand immer gut versteckt gehalten, doch meine Neugier war bald in Besorgnis übergegangen. Der raue Stein hatte eine ähnliche Temperatur wie die Fliesen und war von einem glänzenden Weiß mit dunkleren feinen Linien gezeichnet. Ich wusste nicht viel über die Wirkung verschiedener Mineralien, aber ich konnte deutlich spüren, wie eine magische Aura diesen Stein umgab. Ich legte ihn an meine Stirn und hielt ganz still, doch nichts veränderte sich. Ich hielt den Stein gegen das Licht und starrte darauf, bis meine Augen tränten. Ich erinnerte mich daran, wie Yoongi den Stein nah an seinen Mund gehalten und etwas gemurmelt hatte. Aus reiner Ratlosigkeit hielt ich den Stein an mein Ohr, als würde er mir etwas zuflüstern können.
Tatsächlich! Wenn ich mich nicht irrte, schien der Stein ein gurgelndes Rauschen von sich zu geben. Völlig überrumpelt von dieser Entdeckung hielt ich ihn fest in meiner Hand. Wie paralysiert verließ ich das Bad und schlich auf Zehenspitzen wieder zu unserem Nachtlager, wo ich bei der Berührung mit der wärmenden Decke aufatmete. Leise wollte ich den geheimnisvollen Gegenstand wieder zurück in Yoongis ruhende Hand legen.
Vorsichtig platzierte ich ihn auf seiner offenen Handfläche, als der Schlafende ruckartig seine Finger um mein Handgelenk schloss. Ertappt stieß ich einen protestierenden Schrei aus, der sogleich in einem bedrückendem Seufzen endete, denn mir war bewusst, dass ich gegen sein Vertrauen gehandelt hatte.
Als würde dieser Moment aus meinen Erinnerungen gezerrt werden, verstand ich nicht, warum mein Kopf in dem Kissen lag, auf dem eben noch der junge Prinz gelegen hatte. Dieser starrte mich mit aufgebrachtem Gesichtsausdruck an, ließ mich aber bald wieder los. Ich wagte kaum zu atmen und meine Augen begannen zu brennen, da ich versuchte die Tränen zurückzuhalten.
„Ich hätte dich nicht so hintergehen sollen.", sagte ich voller Hoffnung auf Versöhnung; und auch, weil es stimmte.
Yoongi legte vergebend seinen Kopf näher an meine angespannte Schulter.
„Und ich hätte nicht so reagieren sollen.", erwiderte er mit trockenen Lippen:
„Du sorgst dich um mich, das verstehe ich. Bitte hab vertrauen, wenn ich sage dass dieser Stein keinen Schaden anrichten wird."
Ich spürte, wie mein Körper sich wieder entspannte und ich begann mich schwerelos zu fühlen, während ich über nichts nachdenken konnte. Yoongis raue Stimme flößte mir Angst ein, als sei er ein knurrender Wolf, dessen Hunger bald gestillt werden musste. Gleichzeitig regte mich sein Geflüster so nah an meinem Ohr auch auf ganz andere Weise auf. Mit einem Blinzeln schob sich der Gedanke in meinen Kopf, wie der Prinz ganz ruhig im Gras lag, mit Sonnenlicht überflutet wurde und leise eine mir unbekannte Melodie summte. Doch nur der Klang seiner Stimme blieb, als ich ein weiteres Mal blinzelte. Die Melodie hatte ich schon längst wieder vergessen. Ich wusste nur noch, dass sie nach Heimweh klang. Und das warme Sonnenlicht verschwand in der Dunkelheit um mich herum.
Yoongi war das Einzige, an das ich mich jetzt noch festklammern konnte. Ich konnte ihm einfach nicht lange böse sein.
Dabei stellte ich mir vor, in diesem Moment ganz andere Dinge zu fühlen. Zum Beispiel sollte ich Yoongi entgegnen, dass ich mir wirklich Sorgen machte und dass ich es nicht für richtig empfand, wie er sich gegenüber mir verhielt. Oder ich könnte ihm einfach den Rücken zudrehen und trotzig schweigen; ohne zu wissen, ob aus Verärgerung oder einem schlechten Gewissen wegen der unerlaubten Entwendung seines geheimnissvollen Steines.
Doch die träge und staubige Luft, die ich nur widerstrebend einatmete, machte mich zu müde für irgendein von Entschlüssen gesteuertes Handeln. Ich seufzte innerlich nur und hielt ganz still, bis die Dunkelheit des Zimmers mich zudeckte und meine Augenlider Schatten auf meine Träume warfen.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
