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Ich war bei dieser Geschichte so erstarrt vor Spannung, dass ich erst jetzt bemerkte, wie meine vor Kälte ermüdeten Hände an meinen Oberschenkeln rieben. Das war also die Herkunft dieses sonderbaren Mädchens.
Lea Chang. Oder war es Lea Wang, wie ihr Vater Jackson Wang?
„Wo hast du sie hingebracht?", fragte ich leise. Jaehyun schüttelte traurig den Kopf: „Sie ist hier nicht mehr in Sicherheit."
„Ich fürchte, dass ist unsere Schuld."
„Eure Ziele sind ebenso entscheidend. Du musst kein schlechtes Gewissen haben."
Jaehyun streckte die Hand aus und drückte meine Schulter; eine angelernte Bewegung, keine intuitive.
„Yoongi sollte das auch wissen. Bisher hast du in seiner Gegenwart keinen guten Eindruck gemacht."
Scheinbar verlegen kratzte sich der Arzt am Kopf. Er stand auf und in seiner Stirn lagen Falten.
Ich sah ihm an, dass er abwog, ob es noch etwas zu sagen gab. Also kam ich ihm zuvor: „Wir verlassen uns morgen auf deine Hilfe."
„Oh ja. Natürlich. Heute war ich wirklich kein gutes Beispiel für euch. Aber morgen werde ich alle anderen Pflichten ausblenden!"
Dabei verbeugte sich Jaehyun und seine Ergebenheit verleitete mich dazu, eine weitere Frage zu stellen: „Ist es möglich, einen Brief an Jacob zu schicken? Ich möchte ihn wissen lassen, dass es uns allen gut geht und dass wir vorbereitet sind."
„Ich kann morgen früh einen Boten losschicken.", antwortete Jaehyun nach kurzer Pause. Damit drehte er sich zur Tür und blickte sich nicht mehr um. Ich blieb mit seltsam gelassenem Herz allein zurück. Ich ließ mich nach hinten in die Kissen fallen und hüllte die Decke eng um meinen Körper. Alle Spinnen hatten sich in den Ecken verkrochen und graue Fäden hingen wie verlassene Schaukeln auf einem Spielplatz an der Decke. Mit jedem Atemzug schwankten sie noch ein wenig umher.
„Jaehyun kannte meine Familie also auch.", flüsterte ich in den leblosen Raum. Ich hätte ihn mehr darüber ausfragen sollen. War meine Mutter damals schon mit Mina schwanger gewesen? Als ich darüber nachdachte, bildete sich ein Knoten in meinem Hals. Es war kurz vor Mitternacht. Die letzten Minuten schlichen voran wie luftige Wolken. Ich hatte es verdrängt, doch jetzt brach ein innerer Sturm in mir aus, als der Zeiger die verschnörkelte Zwölf verdeckte.
„Alles gute zum Geburtstag, meine Mina.", flüsterte ich mit erstickendem Schluchzen gegen meinen Handrücken. Tränen drangen in meine Ohren. Das Mosaik der Dunkelheit in meinem Herzen und der Dunkelheit des Zimmers verschleierte meine Sicht. Eine der Kerzen war erloschen. Ich hielt meinen schaudernden Körper fest und dachte unzusammenhängend, dass mir das Weinen immerhin Wärme schenken würde. Aber als ich stärker auf Wärme zu hoffen begann, wurde mir klar, dass ich immer noch fror - zugleich aber unendlich schwitzte. Mein Gesicht versank in dem Kissen. Ich konnte nicht mehr atmen. Alles wurde schlaff und taub. Ein ätzender hoher Laut wälzte in meinem Kopf umher. Er kam von überall und nirgends.
Und endlich erfasste mich eine alles stillende Wärme. Wie eine Welle übermannte sie mich. Instinktiv schlang ich meine Arme um Yoongis schmale Hüften. Ich krallte mich an ihn, als sei er mein einziger Weg, wieder atmen zu können. Ich spürte eine Anziehungskraft, die mich an jenen Tag zurückkatapultierte, an dem unser Hof von den Soldaten besetzt worden war.
Ich erinnerte mich daran, wie Yoongis Lippen warm gewesen waren und wie er die Berührung einfach zugelassen hatte. Wäre ich damals nicht zurückgewichen, hätte er nicht die Kraft aufgebracht, sich von mir zu entfernen. Er hätte es stumm akzeptiert und mich machen lassen, mit dem Gedanken, dass es okay war, wenn es eben das ist, was ich gerade brauchte. In mir kam die Versuchung auf, diese Schwäche des Prinzen wieder auszunutzen. Die Entschuldigung, dass ich emotional am Ende war, hätte für ihn ausgereicht. Ich wusste, dass er mir nicht böse sein würde.
Meine Tränen trockneten während diesem hastigen Gedankengang an Yoongis Schulter und ich hob den Kopf. Sein Atem strich über meine Wange. Seine Lippen glänzten und erschienen rosafarben im Kontrast zu seiner so weißen Haut. Im letzten Moment hielt ich mich zurück. Nein, nicht nochmal. Ich durfte meine Gefühle nicht freilassen. Stattdessen sank ich tief in seine Arme und so erschöpft von allem, schlief ich augenblicklich ein.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
