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Mein klopfendes Herz befahl mir, die zwei Schritte zur Holzbank zu stolpern und die Augen zu schließen. Mein Körper gehorchte willenlos und kurz wurde alles schwarz. Mein Kopf schwenkte schwer nach hinten und von dort wieder nach vorne. Meine Schultern waren zwei Gewichte mit dem Willen, sich Richtung Erdboden zu lehnen.
Sofort war Yoongi neben mir und das kühle Glas unserer Wasserflasche schmiegte sich an meine Lippen. Die erschrockene Frau kam mit Tippelschritten näher aber wagte es nicht, den sorgfältigen Abstand eines Meters zu überschreiten. Sie beugte sich leicht vor. Als meine Augenlider gegen die Schwäche ankämpften, erschien ihr Kopf mit den zuckenden Augen und dem schrumpeligen Hals durchaus komisch. Wie eine Schildkröte bewegte sie sich.  Sie stützte ihre Hände auf ihre Knie ab, in der einen noch immer das zerknitterte Stück Papier haltend.

„Wie...", hauchte ich und Yoongi, der ganz mit meinem Zusammenbruch beschäftigt gewesen war, wurde wieder auf den seltsamen Fakt aufmerksam, dass die Legende ohne unsere Hilfe in Umlauf geraten war. Er streckte die Hand aus und begutachtete das Stück Papier mit gerümpfter Nase, als die Fremde es ihm feierlich entgegenhielt.

„Hm. Mit zittriger Handschrift aus dem Original übertragen."
Von meinem Schwächeanfall noch völlig überwältigt, lehnte ich mich an Yoongis Schulter und wollte schon wieder einfach die Augen schließen, doch erweckte die Handschrift in mir etwas, was mir wieder Kraft dazu verlieh, die Augen offen zu halten. Der Schwung der Buchstaben war mir bekannt. Wie aus einer anderen Zeit. Eine Welle Nostalgie überflutete mich.

„Yoongi... Ich fange wohl an zu fantasieren. Es muss Zusammenhänge geben, die wir noch nicht erkannt haben. Ich spüre so ein Ziehen in meinem Kopf. Wie am obersten Punkt einer Achterbahn. Und wenn wir hinabrasen, werden wir nichts mehr so sehen wie es war."
Yoongi legte mir ein kühles Tuch auf die Stirn. Seine gefasste Haltung beruhigte meine aufgewühlten Gedanken mit jedem Atemzug. „Was du vielleicht damit sagen willst...", übersetzte Yoongi - für sich selbst und vielleicht auch für die noch immer hilflos neben uns stehend Frau - „...ist, dass uns womöglich ein entscheidender Charakter noch nicht vor die Augen getreten ist."

„Wir sollten unseren Weg fortsetzen."
„Jimin, du darfst dich nicht überanstrengen. Lass uns noch ein wenig hier sitzen."
Hörbar seufzend gab ich nach.
„Verbreiten Sie es weiter.", forderte der Ältere die Frau auf und drückte ihr den Zettel wieder in die Hand: „Es ist wichtig."

Wieder lehnte ich mich an Yoongi und machte mir nichts aus seiner Körperwärme, während die gleißende Sonne auf uns hinabschaute.
„Jaehyun kennt mich schon lange.", sprach ich aus, was mir plötzlich wieder in den Kopf kam. Die Verarbeitung all dieser neuen Informationen hatte mein Gehirn wohl auf einen späteren Zeitpunkt verschieben wollen, da der frühe Morgen schon so voll von Sorgen aufgrund des anstehenden Festes gewesen war.

„Aber er kennt dich nicht gut. Und wir ihn auch nicht. Ich habe gelauscht, Jimin. Dachtest du etwa, ich würde dich mit ihm alleine lassen?"

„Nein, das habe ich nicht gedacht. Ich vertraue dir, Yoongi. Vollkommen."



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt