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Seojuns Augen tränten in der kalten Luft, doch er behielt sie entschlossen weit geöffnet. Während sein Sohn an seiner Seite die Menschen auf dem Platz betrachtete, war Seojun auf das Podest aufmerksam geworden. Jaehyun war darauf aufgetaucht. Ein Schauer lief über des Kutschers Rücken. Am liebsten hätte er jetzt die warme kleine Hand seines Sohnes gehalten. Doch die Sonnenstrahlen der Erinnerung hatten sich hinter zu schweren Wolken versteckt. Jimins Hände waren nicht mehr so klein wie damals mit drei Jahren und warm konnten sie in dieser Kälte auch nicht sein. Er musste aufhören, sich in seine Vergangenheit zurückzuträumen!

„Jimin, schau!", rief Seojun aus, als Jaehyun seinen Platz auf dem Podest eingenommen hatte. Sein Sohn starrte mit kalten Augen auf den verräterischen Mann. „Wir müssen aufpassen, dass er uns nicht sieht. Wir sind schon ziemlich nah und wenn er uns erkennt, dann...", Soejun wollte garnicht weiterdenken.

Sie rückten ein wenig nach hinten, wo eine Kutsche stand, hinter der man sich gut verstecken konnte. Doch auf dem Weg dorthin tat sich vor ihnen eine Szene auf, die dem Verfolgen ihres Plans in die Quere kam. Ein Jugendlicher erhob die Stimme und wurde sogleich von einem anderen geschubst. Sogleich bildete sich ein Kreis mit sicheren Abstand um die zwei jungen Männer, dessen Haltung sich in die zweier Stiere in einer Arena verwandelt hatte. Zwei dunkle Augenpaare stachen mit lodernden Blicken einander aus. Zwei weitere Männer versuchten zu beschwichtigen, doch wurden ignoriert. Dem ersten Stoß wurde mit einem heftigen Gegenschlag gekontert. Seojun wandte den Blick ab. Sie sollten lieber weg von diesem Tumult.

„Jimin! Fort von hier!", wollte sein Vater ihn auf ihre Situation aufmerksam machen und ihn mit sich ziehen, um einen Bogen um die Streitenden zu machen, doch Jimin blickte wie versteinert zum Podest. Seojun sah hin und alles Adrenalin verließ seinen Körper. Jaehyun blickte ihnen entgegen und sah aus wie ein Raubtier, das sich bis zu einem Meter an seine Beute herangeschlichen hatte, um mit einem Satz zuschlagen zu können.

Nun war Jimin derjenige, welcher sie weiterzog; zurück, auf die Sicherheit des Waldrandes zu, raus aus der Menschenmasse, in der sie zu ersticken drohten. Doch schon versperrte eine Reihe an Soldaten ihnen den Weg. Jimin wurde festgehalten, Soejun wurde schräg angeschaut. Nun bildete sich um sie selbst ein Kreis. Die Menschen wichen vor den Soldaten zurück. Ausdruckslose Mienen prasselten auf sie nieder.

„Lasst ihn los.", sagte Seojun ruhig. Doch der Griff um Jimins Handgelenke war so fest wie die Wände im Gefängnis.
Seojun drehte sich um und sah, wie die Menschen vor etwas weiterem zurückwichen: Jaehyun.

Sein Pistole glänzte im selben Schein wie die hässliche Genugtuung in seinen Augen, als er vor ihnen zum stehen kam. Mit einem Wink des gehässigen Mannes stellten sich die Soldaten in einer geformten Reihe neben ihn, bis auf der, welcher Jimin festhielt. Jaehyuns Hand, mit der Waffe fest im griff, hob sich. Im selben Moment tat Seojun einen entschiedenen Schritt zur Seite, um sich schützend vor seinen Sohn zu stellen.




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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt