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„Ich werde weiter mit dir kämpfen. Ich werde an deiner Seite bleiben, bis du mich verjagst. Bis du es mit mir nicht mehr aushältst."
Als Antwort umarmte er mich fest. Seine Haut war kalt. Für die Temperaturen hier am Boden nützte kaum ein dünnes Stoffstück. Ich schlang meine Arme fest um ihn - meine Wärme gerne mit ihm teilend, auch wenn sie ebenso schwach war.
Dann stach sich ein Gedanke in das Jetzt und blieb vor mir hängen wie ein Spinnennetz: „Warte... Mama und Mina sind noch dort draußen."
„Jimin... Ich war bei ihnen.", unterbrach Yoongi mich beschwichtigend.
„Was? Wie..."
„Sie verstecken sich mit weiteren Gefangenen in einem Haus, bis das ganze Chaos vorbei ist. Sie sind vorerst außer Gefahr. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut."
Geräuschvoll ausatmend setzte mein Herz wieder an, sanft und regelmäßig zu schlagen. Um diese Information zu verarbeiten, vergrub ich meinen Kopf wieder in Yoongis Halsbeuge.
Seit unserer Trennung durch Jaehyun und unserer mühsamen Flucht, trug jede Berührung ein Zeichen. Ich konnte es nicht lassen, tief einzuatmen; zu spüren, dass ich wieder bei Yoongi war und er bei mir. Dass wir beisammen waren, ohne körperlichen Schaden von den Gefahren um uns herum getragen zu haben. Jede Berührung war ein Untersuchen nach Wunden, doch es waren die nicht sichtbaren Schmerzen, die mich quälten. Yoongi hielt mich über Wasser, doch es musste auch ihn Kraft kosten. Er war nicht ganz hier. Etwas in ihm war abwesend und ich wollte es zurückholen. Ich wollte Min Yoongi zurückhaben und ich hatte das Gefühl, es würde nicht gerade einfacher werden, sollte er es schaffen, seine Verantwortung über das Land zu gewinnen. In seinem Kopf spielten sich unsichtbare Schauspiele ab. Doch umso näher ich ihm kam, umso sicherer fühlte ich mich. Ich spürte eine Resonanz. Er wies mich nicht ab; er begrüßte meine Nähe.
„Bleib bei der Herde.", flüsterte Yoongi bald in mein Ohr. Er strich mir die Haarsträhnen zur Seite, die eigenwillig über meine Stirn wanderten. „Erhole dich. Hier bist du sicher."
„Bleibst du nicht? Musst du fort?" Meine Stimme war durch ein inneres Flehen zittrig geworden. Einige Tiere hoben den Kopf, doch senkten ihn bald wieder.
„Jimin. Die Königin ist vernichtet. Der König auch. Ich habe es in einer Vision gesehen. Für mich ist jetzt eine Menge zu tun. Ich muss sofort eingreifen, bevor es wieder jemand anderes tut."
Seine Hand blieb an meinem Ohr und Strich darüber, obwohl alle Strähnen brav dahinter lagen und ich ihn ohne Umstände mit großen Augen ansehen konnte. Er war verblüffend ruhig. Andererseits,... dass war es schließlich, was ihn auszeichnete. Selten nur hatte ich ihn aufgewühlt gesehen.
„Ich will nicht, dass du gehst.", sprach ich meinen Gedanken aus. Ich hielt den Älteren fest, zog ihn wieder zu mir und meine Hand strich über seine Brust, ohne dass ich die Berührung beabsichtigt hatte. Ich bekam seine Taille zu fassen und wagte nicht, meine Hand zurückzuziehen. Ein wenig erstarrt hoffte ich auf eine milde Antwort meines Gegenübers.
„Ist gut. Ich bleibe noch eine Weile... und ich komme wieder, keine Sorge."
„Wie kannst du das in so einer Welt versprechen? Ich werde mitkommen."
Yoongi legte mir den Finger auf die Lippen und ich verstummte sofort. Sonst hätte ich mich sicher in Rage geredet und die Tiere nochmals aufgeschreckt. Stattdessen bildeten sich Tränen in meinen Augen. Bloß der Gedanke daran, schon wieder weinen zu müssen, machte mich unglaublich müde. Doch die Situation ließ mir keine Ruhe. Gerade waren wir mit dem Leben davon gekommen, nur um es sogleich auf ein Neues zu riskieren?
„Ich dachte es wäre vorbei. Ich dachte das wäre alles, was der Tag uns gebracht hat und jetzt geht es irgendwie... einfach weiter.", wimmerte ich gegen die Hand des Älteren. Wie ein kleines Kind verkroch ich mich in seiner Umarmung. Er wiegte mich und streichelte mich und flüsterte mir beruhigend zu.
Doch dieses Mal wehrte ich mich dagegen, ins leere Unterbewusstsein abzutreiben.
„Mein Vater..."
„Shhhh"
„Warum siehst du diese Dinge in deinen Visionen? Warum immer zu spät?"
„Weil das Schicksal nicht zu ändern ist."
„Soll das trösten?"
„Manche tröstet es. Manche nicht."
Ich schniefte. Mein Kopf schaffte es noch nicht, alles Geschehene gleichgültig zu akzeptieren. „Das ist doch schonmal eine Entscheidung, die man treffen kann. Um zu Beweisen, dass das Schicksal eben nicht festgelegt ist! Wenn ich einen freien Willen habe? Wird es das in Zukunft bei uns geben, Yoongi? Wird unser Land friedlich sein? Und Fröhlich und weniger Arm?"
„Ich werde mein bestes Geben, das Schicksal in diese Richtung zu lenken."
Ich kniff den Älteren in den Arm und konnte ein wehmütiges Lächeln nicht unterlassen. „Wie steckt bloß so viel Magie in dir?"
Er lehnte sich zurück um mich zu mustern, als hätte ich etwas sehr merkwürdiges gesagt.
„Noch so eine Sache, der ich nachgehen muss..."
Irritiert schaute ich ihm beim in Gedanken versinken zu.
„Was meinst du?"
„Da war ein Junge. Er war plötzlich neben mir und sagte, er habe auch Visionen. Er war dabei, als ich von der Kutsche abgesprungen bin und hat erkannt, was passiert war. Ich muss diesen Jungen finden, vielleicht ist das wichtig. Wenn er Dinge sieht, die ich nicht..."
„Was dann? Dann kann man das Schicksal vielleicht doch ändern?", lächelte ich sanft und wurde wieder nervös, weil ich nicht wusste, ob der Gedanke an die Zukunft ein schöner war.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
