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Wieder erklangen aufgeregte Trompeten und Trommeln und versuchten die Rufe aus dem Megafon zu übertönen, die eine Vielzahl an Leuten schon angesteckt hatten. „Wir wollen Prinz Min Yoongi!", schallte es aus der Menge heraus und wurde es im Wind weiter und weitergetragen. Doch schließlich verstummte jeglicher Ruf und alle Musik und ein schwaches herzklopfendes Murmeln rollte über die Straßen. Jetzt hörte man das angestrengte Schnauben der Pferde und das Quängeln einiger kleiner Kinder, doch alle, die jetzt zum Podest sahen, wurden von dessen Anblick ernst und still. Auch Yoongi blickte über den Rand des großen Wagens hinweg, hinter dem er sich in Deckung hielt.

Die Königin stand wie eine Schachfigur auf dem breiten flachen Podest. Neben ihr verteilten sich einige Soldaten. Der König war nicht zu sehen. Für Yoongi war der Grund klar. Seine Vision hatte es deutlich gezeigt. Niemals wieder würde der verdrossene Herr, der den Platz seines Vaters geraubt hatte, auf irgendeiner Plattform stehen.

Mit einer dominanten Geste brachte die mächtige Frau das Volk zum Schweigen. Selbst diejenigen, die sich getraut hatten zu protestieren, waren jetzt gespannt, welche Reaktion sie von der Krone zu erwarten hatten. Zuerst allerdings wurde ein bestimmtes Lied von einer Gruppe Soldaten gespielt und eine Gruppe von ihnen, in besonders prachtvollen Uniformen, bildete den Chor. Einige der Bürger stimmten mit ein, doch es löste sich von ihnen mehr ein Brummen und Grummeln, was den enthusiastischen Gesang der Soldaten lächerlich erscheinen ließ.

Schließlich kehrte wieder Stille ein. Ein Flüstern umgab den jungen Prinzen, doch er ignorierte es. Er wusste, er musste jetzt aufmerksam sein. Der Wind trieb ihn vorwärts. Er hangelte sich von einem Wagen zum anderen. Es wäre unratsam, jetzt auf einer Stelle zu stehen. Immer näher kam er dem Podest. Er spürte, wie sich das aufgeladene Sirren in der Luft mit jedem Meter änderte. Währenddessen begann die Königen das Volk zu begrüßen; ihm erst zu schmeicheln und dann doch die Taktik zu ändern und kleine Hiebe in blumige Sprache verpackt hier und da zu verteilen. War sie eine noch so mächtige Frau, mit den Nachrichten ihres verschiedenen Mannes im Nacken stand sie trotzdem vor einem tiefen Abgrund.

Auch wenn sich im Schatten einiger Bäume noch wenige Gestalten frei bewegen konnten, blieb Yoongi jetzt wie der Großteil der Menschen um sich herum stehen, um nicht ungünstig aufzufallen. Selbst wenn die Königin keinen wirklichen Plan hatte, er selbst hatte noch weniger einen. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie hilflos er in seiner Situation war. Was hatte ihn jemals dazu gebracht zu glauben, er könnte mit einem Auftritt beim Fest irgendetwas gescheites erreichen? Warum hatte er die letzten Tage nur rumgesessen und geträumt?



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt