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Die Benommenheit meiner Ohnmacht ließ mich in einem großen See von Stille treiben. Mein Körper schwebte und war noch nie so leicht gewesen. Ich wartete gebannt und versuchte die Sekunden zu zählen, doch auch dieses Zählen verzerrte sich. Mein Herzschlag; mit jedem Augenblick langsamer. Eine Vibration an der Wasseroberfläche über mir löste einen seltsamen Druck aus. Ich wurde hochgedrückt und setzte zu einem tiefen Atemzug an, als mein Gesicht aus der Dunkelheit ausbrach.

Ich sah. Blinzelnd wich ich den Reflexionen der glänzenden Punkte vor meinen Augen aus. Sie entstanden nicht bloß aus meiner Benommenheit, nein, dieser Raum erstrahlte allzu prunkvoll. Ich war umgeben von einer Einheit glänzender Komponenten und so wurde mir auch schnell klar, wo ich mich befinden könnte. Meine Unwirkliche Gestalt drehte sich. Ich erfasste die Größe des Raumes. Es gab hohe Decken mit filigranen Deckenverzierung und Fries, einem eleganten Kronenleuchter und samtigen Vorhängen, welche eine Reihe an überragenden Fenstern erahnen ließen. Ich stellte fest, dass es ein Flur war, da sich ein Treppengeländer an den schmalen Gang schmiegte, in dem ich stand.

Zwei dürre Frauen in bunten Gewändern saßen aufrecht und still auf einer schmalen Bank mit roten Polstern. Eine richtete den Blick auf den Teppich zu ihren Füßen, die andere starrte unentwegt geradeaus, durch alle Wände und Türen hindurch, bis über den Horizont und ins Universum.
Die Tür, die bisher nur gerade so von mir wahrgenommen wurde, öffnete sich langsam. Ich machte einen Schritt zurück und spürte mit ungenauer Wahrnehmung das Treppengeländer hinter mir.

Ein graubärtiger Mann mit strahlend-weißem Kittel trat hinaus. Seine Haltung war leicht gebeugt, der Kopf gesenkt und der Gang so demütig vorsichtig, dass es aussah, als würde er sich bei jedem Schritt verbeugen. Und vielleicht tat er das auch, denn die zwei Frauen erhoben sich wie auf Kommando. Mit gesenkten Augenlidern nahm der Mann seine Kappe ab und hielt sie an seine Brust, wo man das Herz vermutete. Die Frauen schauten sich an. Sie tauschten ein schweigsames Nicken aus und dann dämmte sich das Licht.

Ich schaute hoch, der Kronenluchter flackerte kaum merklich. Die Finsternis des Raumes, aus dem der vermutliche Arzt gekommen war, zog mich an. Die Dunkelheit darin schien dem Raum zu entweichen und mich zu begrüßen. Mein Blick zwängte sich in den Raum, während ich noch immer an das Geländer gepresst dastand. Im düsteren Zimmer erkannte ich den Umriss eines Bettes und eine Gestalt, die reglos darin lag. Dann empfing mich die Dunkelheit mit so einer Wucht, dass ich trotz weit aufgerissener Augen nichts mehr erkennen konnte. 

Min Yoongi erlangte innerhalb weniger Sekunden wieder die Kraft, die er brauchte, um sich am Wagen festzuhalten. Sein Blick war panisch, doch sein Körper folgte noch immer der Intention, Jimin zu folgen und einzusteigen. Bis seine erschrockenen Augen, ob zufällig oder nicht, auf die des Kutschers fielen. Dieser schüttelte hastig den Kopf. Und endlich begann er wieder Beherrschung über seinen Körper zu gewinnen.

Als Jaehyun sich ungeduldig vorbeugte, um dem Kutscher zu befehlen endlich loszufahren, tat Yoongi einen Schritt zurück auf den unteren Tritt des Wagens. Jimins Gesichtsausdruck triefte voll Sprachlosigkeit und der ältere streckte seine Hand nach ihm aus. Die Kutsche setze sich mit einem Ruck in Bewegung. Für einen Moment waren ihre Hände verbunden. Dann ließ Min Yoongi los und ließ sich zurück in die wütende Menge fallen. Mit rasendem Herzen duckte er sich und hetzte zwischen den Menschen umher, bis er hoffte außer Reichweite zu sein. Erstmal. Seine Hände vergruben sich in seinen leeren Hosentaschen. Er seufzte. Es war die richtige Entscheidung gewesen. Er hoffte nur, Jimin hatte ihn irgendwie verstehen können. Er bereute es, ihm nie etwas über diesen Teil seines Geheimnisses erzählt zu haben. Der Stein, der alle Türen öffnen konnte.



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt