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Es war faszinierend mit anzusehen: Ein warmes Licht erhellte die Höhle, ohne, dass es eine eindeutige Quelle dieser Helligkeit gab.
„Bist du verletzt?", fragte ich den Älteren, der zitternd am Boden lag. Er atmete tief ein und aus, sammelte seine Kräfte und setzte sich auf. Ich biss mir schuldbewusst auf die Lippen. „Ich bin dir wohl zur Last gefallen."
„Ach Jiminie... zum Glück bist du nicht ganz so schwer. Gewohnt bin ich es trotzdem nicht.", erhielt ich die schwache Antwort.
Yoongi krabbelte zu mir. Ich hatte mich auf den Boden gesetzt und lehnte mich an den robusten Körper einer Stute, die sich ebenfalls niedergelegt hatte. Die Tiere kamen um uns herum zur Ruhe. Ein Fohlen trank gierig bei seiner Mutter. Der Anblick erwärmte mein Herz.
Eine Weile drifteten meine Gedanken durch Felder und Wiesen und sommerliche Momente. Ein Spinnennetz im glitzernden Spätlicht. Eine Feder im flachen Wind. Sich streckende Gräser. Der Ruf einer Eule vor dem Fenster. Das Fenster meines kleinen hübschen Zimmers. Die schlichten dunklen Möbel. Der Geruch frischer Wäsche. Die Wärme frischer Milch. Die Milde der Vinaigrette, die meine Mutter bei feierlichen Anlässen zubereitete. Die Äpfel, die Mina mir zuwarf. Die verstaubte Tafel, mit der wir rechnen lernten.
Doch darin konnte ich nicht verweilen.
Ein schweres Schnauben stach aus der Menge. Yoongi hockte sich neben das Tier. Es war der Hengst, der mich zuvor schon begleitet und schließlich den Schuss abbekommen hatte. Die Stelle verfärbte sich in ein tiefes Rot, sodass ich den Kopf wieder abwenden musste. Ein wenig gefasster näherte ich mich nach ein paar Momenten auch dem Tier.
„Du wolltest mich retten.", flüsterte ich. In meinem Hals begann ein Ziehen und meine Stirn zog sich schmerzhaft zusammen, als sich wieder Tränen in meinen Augen ansammelten.
„Haben Einhörner nicht heilende Fähigkeiten?", wendete ich mich an Yoongi. Er richtete sich von der anderen Seite des Tieres aus auf, sodass ich seinen blassen Oberkörper sah und gleich wegschaute. Seine Kleidung hatte er durch die Verwandlung zurücklassen müssen. Ich befreite mich hastig aus meinem Pullover, peinlich berührt, dass ich nicht schon früher auf die Idee gekommen war, und gab Yoongi diesen, der ihn ohne Kommentar um seine Hüften schlang.
„Einhörner sind mächtige Wesen, aber sie können nicht alles."
Verzweifelt verweilte ich in meiner schweigenden Hoffnung. Ich wagte es nicht, Yoongi zu fragen. Durch den langen Ritt hatte das magische Wesen eine Menge an Blut verloren. Sein Atem beruhigte sich nicht, sondern wurde nur flacher und bald zu einem Röcheln. Die Augen fielen ihm zu. Der Kopf senkte sich schwer auf meinen Schoß. Leise fing ich an zu weinen. Ich vernahm, wie Yoongi die Wunde begutachtete und den Kopf schüttelte.
Das Horn des Tieres glimmte schwach, und meine Knie rückten unter dem schweren Kopf leicht zusammen. Perplex sah ich, wie das Horn begann zu leuchten. Es erhellte die Höhlenwände und als ich aufblickte, erkannte ich, dass es nicht nur das sterbende Tier war, welches dieses Glimmen von sich gab. Die Herde kam um den Hengst so eng zusammen, dass ich mich duckte, als sich eines der Wesen herüberbeugte. Nach und nach neigten sich ihre Köpfe und das leuchtende Horn berührte das sterbende Tier. Ich streichelte dessen Stirn. Das Fell begann zu einem Meer aus funkelnden Sternen zu werden. Auch Yoongi legte seine Hand auf eine Stelle. Es war ganz still. Es tröstete mich, an diesem Ritual teilzuhaben. Wärme durchflutete mich. Ich fühlte mich ganz leicht... und... müde...
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
