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Ich hielt die Hand vor die warmen Nüstern der zwei Tiere. Es beruhigte mich und ich schloss die Augen, um mich auf unseren Hof zu wünschen, mit unseren Pferden und Hühnern und Minas Lachen und Mamas leckerem Essen. Ein Stupser des Einhorns vor mir brachte mich ins Jetzt zurück. „Ich weiß, es wird Zeit.", seufzte ich und sah zu meinem Vater. Er sah mir fest in die Augen. Seine Haltung, wenn auch wie seither gebeugt, schien zumindest etwas weniger zögerlich.
Wir ließen die Tiere am Waldrand zurück und traten den Weg zur Hauptstraße an. Der Wind zog und zischte zwischen den Häusern umher, als würde er eine Nachricht von Fenster zu Fenster tragen. Ein Flüstern; eine Warnung; ein Kichern. Es regte meine Fantasie an und dieses eine Mal war ich darüber nicht erfreut, denn es machte mir Angst. Ich fühlte, wie sich eine Erkältung anbahnte. Mein Hals kratzte. Wo war die Sonne?
Nach wenigen Minuten wurden die Straßen geräumiger. Hier war die Apotheke, an der ich vor einiger Zeit Medizin für meine Mutter holen wollte. Ich spähte nach Plakaten, die den Aufruf zur Vernichtung von Einhörnern verlangten. Der Kutscher lief zügig neben mir. Noch immer dachte ich an ihn als „der Kutscher", doch jedesmal stutzte ich ein wenig mehr. Mein Vater...
Es würde noch ein bisschen dauern, bis mir das leicht von der Zunge gehen würde. Und noch war ich mir nicht sicher, ob ich das überhaupt wollte.
Wir bogen durch eine Nebenstraße zum Platz ein, auf der die Veranstaltung stattfand. Ringsumher waren Stände aufgebaut und für einen kurzen Moment bekam ich mächtigen Hunger. Dieser verging mir jedoch schnell, als ich das Podest erblickte und die Königin, wie sie darauf stand und ihre andächtige Stimme den Wind versuchte zu übertönen. Einige moderne Instrumente halfen ihr dabei, allerdings nur bedingt, da das Gemurmel der Leute immer einnehmender wurde.
Bei aufmerksamer Beobachtung stellte ich fest, dass es nicht mehr eine verschwimmende Masse gab. Es hatten sich bereits Grüppchen gebildet. Soldaten gab es natürlich, ernste Männer, die Stolz und Trotz in den Augen trugen. Dann gab es die Familien; eine Gruppe an Müttern mit kleinen Kindern, die sich aneinander festhielten. Es waren die bäuerlichen Familien und ich erkannte eine blasse Frau als unsere Nachbarin. Sie war in besseren Zeiten häufiger zu uns auf den Hof gekommen; hatte uns Kindern einmal Murmeln geschenkt und hatte ein überaus herzliches Lachen, von dem jetzt keine Spur mehr zu erkennen war.
Doch hauptsächlich suchten meine Augen nach Min Yoongi. Was hatte er aus seiner Situation machen können? Ich würde ihn an dem Pullover erkennen können, der so grau wie meiner nicht unbedingt in das Bild einer Festlichkeit passte. Dabei sah ich in einigen Gruppen, dass die Mühe des Morgens nicht unbedingt darauf gelegen hatte, sich herauszuputzen. Die Menschen, die sich gerade noch Kartoffeln und Milch zulegen konnten, würden wohl kaum ihr bestes Kleid zu solch einer Veranstaltung anziehen wollen. Es war vielleicht auch eine Art von Protest; ein einheitlicher Gedanke; ein: Schau hin! Wir tragen Lumpen. Unserer Stadt geht es nicht gut!
Diese Grundhaltung konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ich vergrub die frierenden Hände in den Hosentaschen. Den Stein hatte ich auch tief darin vergraben. Es gab mir Mut, ihn bei mir zu haben. Und doch machte es das Gefühl von Yoongis Abwesenheit nicht ganz wett. Die letzten Monate hatten wir ununterbrochen miteinander zu tun gehabt. Kaum waren wir mehr als 30 Meter voneinander entfernt gewesen. Immer waren wir im selben Raum von Sicherheit und Schutz untergebracht gewesen. Und jetzt, unter offenem Himmel, wo jederzeit eine fremde Hand an unsere Kehle fassen konnte, wurden wir voneinander getrennt. Es war nicht nur ein geistiger, sondern ein körperlicher Schmerz, der sich in mir ausbreitete und mich schwächte. Nicht mehr lange, hoffte ich, würde dieser Tag unser Schicksal noch vorenthalten.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
