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Ein weiteres Mal drehte der junge Prinz sich von mir weg, mit niedergeschlagenen Augen. Irritiert wanderte mein Blick in die Dunkelheit. Der Wagen hatte wieder Fahrt aufgenommen und goldene Punkte tanzten in der Luft, wo das gelegentliche Licht den Staub offenbarte.
„Manchmal reicht es aus, nichts zu sagen.", flüsterte ich und lehnte meinen Kopf an seine Schulter. „Manchmal ist es sogar besser, man sagt nichts." Seufzend schloss ich die Augen und versuchte zu verstehen, worauf Yoongi mit seinen unbestimmten Worten angespielt hatte. Etwas hatte sich geändert, als... worüber er nicht reden sollte... Ich dachte sofort an den Kuss. Der Gedanke kam mir schon wie eine verirrte Erinnerung vor. War er wirklich passiert? Es war so viel geschehen und mein Herz dachte nicht gerne an diesen Fehler. Beinahe hätte ich damals alles ruinieren können. Doch selbst wenn es Yoongi unangenehm gewesen war, dies war eines der Dinge, die er für sich behalten würde. Er verstand es, gut mit anderen umzugehen. Sein Wesen glich nicht ohne Grund dem des Geschöpfes welches er im Wald verkörpert hatte.
„Du wirst ein guter König sein.", schlussfolgerte ich aus meinen Gedanken.
„Warum?" Auch Yoongi lehnte sich nun zaghaft gegen mich.
„Weil du besser als viele andere verstehst was es heißt, für sich selbst sorgen zu müssen."
„Ich werde mich um ein ganzes Volk sorgen müssen. Das ist doch nicht dasselbe..."
„Nein, aber du vertraust dir selbst. Du bist aufmerksam. Du zweifelst nicht gerne. Du bist bedacht auf andere. Ich hatte Zweifel. Ich habe dich erst für Unfähigkeit gehalten, weil du die letzten zwei Jahre ohne Autoritäten zugebracht hattest. Aber ich lag falsch. Die Natur hat dich vieles gelehrt, was ein Mensch niemals könnte."
„Danke, Jimin."
Mein Kopf rutschte bei der Überquerung einer unebenen Brücke unsanft von seiner Schulter.
„Ohne dich wäre ich niemals so weit gekommen. Du hast mich gefunden, als ich bloß ein schmutziges Hemd hatte. Du hast mich versorgt, als ich krank war. Du hast nicht gezögert, als du mich hättest verraten können. Du hast mir reiten beigebracht. Du hast mich vor meinen Albträumen beschützt. Danke."
Um zu verhindern, dass sich die Angst über die ungewisse nahe Zukunft wieder in mir ausbreitete, umklammerte ich Yoongis Arm und hielt ihn mit geschlossenen Augen fest. Ich wünschte mir, dieser Moment würde nie vergehen.
„Und ich würde noch viel mehr für dich tun. Egal was kommt, Yoongi, ich möchte dass du weißt, dass du mir wichtig bist. Und wenn irgendwas passiert, dann... dann lass es nicht umsonst gewesen sein. Lass uns jetzt an nichts denken. Ich möchte, dass du ganz im Hier und Jetzt bist, hörst du? Mach die Augen zu." Yoongi gehorchte und griff nach meiner Hand. Ich drückte sie und wir verweilten mit geschlossenen Augen Seite an Seite, während die Stadt immer näher rückte.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanficJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
