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„Das fällt dir sicher nicht leicht...", versuchte ich das zappelig gewordene Mädchen zu beruhigen. Sie sah aus, als würde sie gleich anfangen zu weinen. Yoongi zündete eine weitere Kerze an und stellte sie nah an einen kleinen Spiegel, der eingestaubt auf unserem kleinen Tisch stand.

„Ich weiß nicht was er vor hat. Jaehyun erzählt mir wenig. Ich wünschte, ich könnte etwas machen.", wisperte sie gegen ihre Hände.

„Weißt du vielleicht, was genau er arbeitet? Wo fährt er hin, wenn er nicht da ist? Arbeitet er für wichtige Leute?", hakte ich nach. Gerade erhellte das flammende Licht ihr Gesicht und sie atmete tief ein, da knarzten die Dielen und eine Vorahnung beschlich uns alle, noch bevor der Schatten ins Licht trat.

„Was für eine gemütliche Runde.", begrüßte Jaehyun uns, doch seine Stimme klang alles andere als wohlwollend. Lea schien das am meisten zu entnerven. Ihr entwich ein Wimmern und sie stand auf.
Als sei es der einzige Grund ihrer Anwesenheit hier gewesen, ging sie auf den Wagen mit den Resten unseres Frühstücks zu und verzog sich innerhalb weniger Augenblicke.

„Und? Konntet ihr euch gut erholen? Ich bin sehr stolz auf Lea, dass sie immer das Essen vorbereitet. Sie macht das gut, findet ihr nicht?", lächelte Jaehyun und kam auf uns zugeschlendert. Seine Hände suchten unentwegt nach seinen Hosentaschen und sobald er sie fand, zappelten sie darin weiter herum.

„Ja, sie hat schon viel drauf. Das Frühstück war hervorragend.", antwortete Yoongi forsch: „Und ja, dieser Raum bietet sich sehr dazu an, nichts anderes machen zu können, als sich auszuruhen."
Sein Ziel war eindeutig, den Tierarzt zu einer Erklärung zu bringen. Aber Jaehyun ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Seine lockere Haltung war dabei so ungewöhnlich, dass es mir mehr Sorgen bereitete, als wenn er bloß dagestanden und mürrisch genickt hätte.

„Ich verstehe! Es drängt euch natürlich, hinauszugehen. Morgen ist der große Tag! Ja... Ja wir werden sehen. Am besten brechen wir früh auf, um es langsam angehen zu können und den Druck rauszunehmen. Morgen werden alle auf den Straßen sein, ihr werdet also kaum auffallen. Jeder ist darauf vorbereitet, ungewohnte Gesichter und seltsame Menschen zu sehen. Eine Feier! Vielleicht wird sich ja verkleidet... es soll auch eine Tanzfläche geben. Und Musik... ich hätte euch den alten Plattenspieler rausgeben können. Mein Fehler, dass ich daran nicht gedacht habe. Euch war doch hoffentlich nicht allzu langweilig?"

Mir entwich automatisch ein Kopfschütteln. Seine Rede hatte mich äußerst verwirrt. Jaehyun blieb für mich ein Mysterium. Yoongi hingegen blickte mit jedem Wort finsterer.
Schließlich wendete sich Jaehyun wieder der Tür zu: „Es wird sicher bald das Abendessen geben. Ich sage euch dann Bescheid."

Eine Weile schauten Yoongi und ich reglos ins Nichts. „Glaubst du, er hat uns reden hören?", fragte der Ältere schließlich. Mit einem ausgelaugten Seufzen legte ich den Kopf in den Nacken - der ganz verspannt war - und schloss die Augen.
„Erholung war das heute jedenfalls nicht. Ich bin so müde, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Und du solltest dir auch nicht den Kopf deshalb zerreißen. Wir müssen morgen ausgeschlafen sein.", überlegte ich.

Ein Kichern war von Yoongi zu hören und dann war seine Hand auf meiner Schulter. „Ich hätte schwören können, dass ich dir heute Morgen fast dasselbe gesagt habe, und du strickt dagegen warst, nichts zu unternehmen."

„Und seit wann bist du so leicht zum grinsen zu bringen?", konterte ich verblüfft, doch auch mit einem schiefen Lächeln. Des Älteren Bemerkung erweichte mein Herz und eine Leichtigkeit kam über mich.
Doch unsere ernste Lage nahm bald wieder Oberhand über unsere Gemüter.
„Vielleicht war es der Kutscher...", schlussfolgerte Yoongi: „Er sollte das Buch holen gehen. Aber er kam nicht wieder. Vielleicht hat er Jaehyun Bescheid gegeben."




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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt