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Als Lea das nächste Mal die Augen aufschlug, saß das andere Mädchen neben ihr auf der Pritsche. Sie selbst konnte sich nicht erinnern, sich darauf niedergelassen zu haben. Zusammengekauert spähte sie über die dünne Decke hinweg. Die Dunkelheit kam ihr jetzt friedlicher vor. Zuvor war die einzige Lichtquelle eine flackernde Laterne gewesen, die jetzt erloschen wie ein Insekt an der rauen Wand klebte. Doch eine undefinierbare Lichtquelle durchdrang die pechschwarzen Gewölbe und machte es möglich, Gestalten wie Schatten wahrzunehmen.
Sie setzte sich auf. Ihre Augen waren verklebt von ihren Tränen und vom Schlaf. Orientierungslos rieb sie ihre Arme und neigte den Kopf in jede Richtung. War es schon früher Morgen oder hatte sie nur für eine halbe Stunde geschlafen?
Ruhiges Atmen und einiges Schnarchen erfüllte den Raum. Das Mädchen neben ihr gab kein Geräusch von sich. War sie wach?
„Man verliert das Zeitgefühl...", flüsterte eine dünne Stimme. Sie klang beschwichtigend und gleichzeitig breitete sich ein großer schwarzer Fleck vor Leas Augen aus und sie starrte in dieses wabernde Nichts, als würden sich ihre Augen daran auch gewöhnen können.
„Ich muss zurück...", murmelte Lea, vertieft in ihr Bedauern.
„Niemand ist freiwillig hier. Du kannst nicht einfach nach Hause gehen. Wir sind in einem Gefängnis.", erwiderte eine weitere vertrocknete Stimme mutlos aus dem schwarzen Loch.
Verzweifelt erklärte die Jüngere: „Ich habe schon ewig lange in einem Gefängnis gewohnt. In einem anderen, kleineren am Stadtrand. Jeden Tag an den ich mich erinnern kann war ich dort und durfte nie weiter als bis zum Gartentor."
„An dieses verkümmerte Anwesen kann ich mich erinnern. Aber das ist doch nur noch eine Ruine.", wunderte sich eine heisere Stimme. Jetzt setzte sich das Mädchen neben Lea aufrecht hin und tastete nach ihrer Hand. Kalt. „Gib nicht die Hoffnung auf. Mein Bruder ist irgendwo da draußen und er hat einen Plan. Mit seinem Freund zusammen wird er uns alle retten!"
„Psst, Schritte!", zischte eine grimmige Männerstimme. Als alle den Atem anhielten, hörte auch Lea das gemächliche Stampfen. Dann nichts. Ein anderes Geräusch ertönte; ein Ratschen und Knistern. Jetzt wieder das Stampfen, näher und näher. Und schließlich wurde ihre Zellentür mit demselben zackigen Ratschen geöffnet.
Lea verstand, dass das Anzünden der Laterne ab jetzt ihr Sonnenaufgang war. Der Wärter sprach kein Wort. Nach wenigen Sekunden konnte man die schweren Schritte zur nächsten Zelle stapfen hören.
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
