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„Es ist Zeit..."
Yoongi erhob sich.
„So kannst du nicht fort."
„Ich habe an einer trockenen Stelle im Wald Kleidung versteckt. Ähm... deine Kleidung ehrlich gesagt... vorsorglich, für den Fall..."
„Okay, ist gut.", schmunzelte ich, als Yoongis Verlegenheit ihm das Weitersprechen verweigerte.
Ich musste mich daran erinnern, wie ich ihm in seiner Menschengestalt zum ersten Mal begegnet war. Kaum bekleidet und so schwach! Sein Körper hatte sich gut erholt. Seine Bewegungen waren nicht mehr verhalten oder unbeholfen. Der Rhythmus seiner Schritte ähnelte vielleicht bei genauerer Betrachtung noch dem eines Vierbeiners, doch seine Menschlichkeit war mehr und mehr in den Vordergrund gerückt.
Ich richtete mich auf. Mein Herzschlag war sonderlich ruhig. Mein Atem auch. Yoongi hatte eines der Einhörner dazu gebracht, aufzustehen.
„Sag, wann kommst du wieder?"
„Sobald ich kann. Heute noch, ganz sicher. Ich muss mit ein paar wichtigen Leuten sprechen. Mir ist eine Idee gekommen. Und ich werde etwas zu essen mitbringen. Wenn alles gut läuft, können wir morgen schon in einem... mehr für Menschen gedachten Unterschlupf unterkommen. Aber jetzt ist der Schutz der Herde das Sicherste."
„Okay. Na dann... viel Erfolg."
Es fühlte sich seltsam an, sich so von Yoongi zu verabschieden.
Er kam auf mich zu. „Es wird alles gut, Jimin."
Ich hatte keine Antwort darauf. Ich fürchtete mich vor meinen Gedanken. Wenn Yoongi mich alleine ließ, wie viel Kälte würde mich erfassen? Wenn die Sonne unterging und die Dunkelheit meine Sinne schwächte, wäre ich dann noch fähig, mich an Hoffnungen zu klammern?
„Ich fühle mich wie die zurückgelassene Frau eines Soldaten, der in den Krieg zieht."
In Yoongis Augen lag ein Schmunzeln. Mit am Anfang zögernder, tief gewordener Stimme sprach er: „Und darf ich meine liebste Frau auch dementsprechend verabschieden?"
„Wie?", fragte ich langsam. Seine Hände schlichen gemächlich über meine Schultern. Mein Herz begriff seine Worte vor meinem Verstand.
Ich schluckte alle Gedanken in einen anderen Moment hinweg und sah Yoongi klar im halbschattigen Leuchten seines Wesens. Wie eine Motte zog es mich zu diesem Licht. Es reflektierte sich auch in unseren Augen, wurde immer wärmer und knisterte bald in einem glühenden Schweigen.
Als sich unser Blick zwischen uns traf, schloss ich die Augen und überließ es Yoongi, den Zeitpunkt zu wählen. Es dauerte nicht lange, bis sich seine Lippen auf meinen wiederfanden. Er küsste mich zärtlich und behielt eine Hand auf meiner Schulter, während die andere über meinen Rücken wanderte, wo er mich näher an sich heranzog. Ich gab dieser Forderung wehrlos nach und ließ meine Hände in seinen von Erde und Blättern benetzten Haarschopf wandern.
„Yoongi...", murmelte ich irgendwann mit pochenden Lippen. Der Ältere ließ den Kopf schief gelegt und hob mein Kinn. Er betrachtete mich so genau im schummrigen Licht, dass ich wusste, ich würde nichts mehr vor ihm verstecken können.
„Yoongi...", hauchte ich und hatte weiter nichts zu sagen.
„Ich muss jetzt wirklich...", sagte Yoongi bedauernd. Er nahm meine Hände und leitete mich in die Mitte der Höhle. Das Einhorn an seiner Seite kam auf uns zu und senkte den Kopf. Yoongi trat grinsend zurück, als plane er eine Überraschung. Ehe ich ihn fragen konnte was los war, schnaubte das Tier um meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich blickte in die tiefen dunklen Augen. Sorgsam senkte es seinen mächtigen Kopf. Ich wich ein wenig zurück, als das Horn sich mir näherte, doch Yoongi umgriff meinen Arm.
„Bleib so.", flüsterte er. Die Spitze des Horns berührte mich fast unmerklich an der Brust. Es begann abermals zu schimmern; ein Zauber, der vom Ansatz bis zur Spitze kreisend die Linien nachfuhr. An der Spitze angelangt, wurde das Horn warm, so wie auch der Stein warmgeworden war. Wie eine Dusche Sonnenlicht strömte die angenehme Wärme über mich, breitete sich in meinem ganzen Körper aus und ließ mich keuchend Yoongis Arm festhalten. Was passierte hier?
"Ich fühle mich wie verzaubert."
„Gut möglich.", erwiderte Yoongi grinsend. Ich erinnerte mich an seine Worte:
„Wusstest du, dass Einhörner, die ihr Horn gegen die Brust eines Menschen halten, diesem ewige Treue schwören? Sie machen das, wenn sie spüren, dass dieser Mensch nach seinem Herzen handelt und dieses Herz die Erde zu einem besseren Ort machen kann. Es kommt äußerst selten vor. Du hast ein ungewöhnlich gutes Herz. Ich könnte das nicht zu jedem sagen."
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Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
