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Jaehyuns Nacken strahlte Kälte aus. Yoongi warf eine Ausdruckslosigkeit zurück, die durch seine Augen direkt in Jaehyuns Rücken traf. Ich zitterte, während wir den kargen Flur entlang schritten und hoffte auf ein warmes Essen. Mein Wunsch wurde mir erfüllt: als wir den Raum betraten, stieg mir der typische Geruch einer Gemüsebrühe in die Nase. Der Dampf stieg aus einem Kessel in der Mitte des Tisches, aus dem ein gurgelndes Geräusch ertönte. Yoongi rümpfte neben mir die Nase.

Wir näherten uns dem Holztisch zögernd. Er war deutlich abgenutzt; dunkle Schichten überzogen das Holz wie eine dünne Schale. An wieder anderen Stellen hatten sich Löcher in das Material gefressen, dort, wo Teller und Besteck sich schon vor Jahrzehnten in die Oberfläche gerammt hatten.

Obwohl das warme Essen meinem Hunger entgegenwirken sollte, fühlte ich mich fremd und unwohl, nicht wie bei Jacob oder gar zu Hause. Ich dachte an unseren Hof, verlassen zwischen karger werdenden Bäumen, umarmt von dürren Ästen, begraben vom schweigsamen Laub. Heimweh...

Ich blickte gedankenverloren auf und wurde erst jetzt auf das Mädchen aufmerksam, welches sich auf einem Hocker hinter einer eingestaubten Theke zurückgezogen hatte. Ich schaute zu Jaehyun, der ungestört seine Suppe schlürfte. Dann stupste ich Yoongi an und nickte fragend mit dem Kopf in die Richtung des Mädchens, dessen Alter ich auf 10 Jahre schätzte. Prüfend lagen seine Augen auf ihr, als erwägte er, sie zu unserem Feind zu erklären. Doch er entschied sich dagegen und zuckte bloß die Schulten, bevor er fortfuhr, in seiner Brühe herumzustochern.

Auf einer Kartoffel kauend betrachtete ich des Mädchens zierliche Gestalt. Von hier aus konnte ich wage ihre auffällige Blässe wahrnehmen, die sich von ihrer dunkelgrauen Kleidung abhob. Sie musste die Suppe gekocht haben, fiel mir ein. Ich warf einen flüchtigen Blick auf den Kutscher, der ebenfalls auf einem Hocker am Tresen saß. Er war vollkommen in sich gekehrt, sodass seine Schultern über seinen Kopf hinauszuragen schienen, und sein Gesicht beinahe in der Suppenschüssel verschwand.

Die Wärme der Mahlzeit breitete sich in mir aus. Erschöpft wollte ich mich an Yoongis Schulter lehnen, doch etwas an der Atmosphäre an diesem Ort hielt mich zurück.
„Dieses Gebäude ist ziemlich trostlos.", seufzte ich und realisierte, dass es das erste war, das seit unserem Eintreten in diesen Raum gesagt wurde.
„Was erwartet man auch von einem Haus, welches in vergangen Zeiten als Gefängnis diente?", raunte Jaehyun. Es klang gehässig, wie er die Worte hervorbrachte.

Erstaunt schaute ich zu Yoongi, der die Augen starr auf den Kutscher gerichtet hatte. „Wer ist dieses Mädchen?", fragte er plötzlich. Irritiert folgte der Tierarzt Yoongis Blick.
„Ach... sie hat schon früher gut gearbeitet. Dieses Haus hat schon viele schaurige Geschichten hinter sich. Erst war es eine Irrenanstalt, dann ein Waisenhaus und schließlich ein Gefängnis. Auch sie ist eine Waise, die wohl schon seit sie denken kann hier daheim ist. Sie wird für uns kochen und ist für das geringe Maß an Haushalt zuständig, welches sich aufgrund unseres Aufenthaltes hier ansammelt. Aber sie ist für euch genauso uninteressant wie der Kutscher." Er warf uns beiden einen warnenden Blick zu und ich verstand nicht gleich, was er damit sagen wollte. Ich konnte mich nur gerade so zurückhalten, eine besorgte Aussage dazu zu treffen, dass dieses Mädchen noch ein Kind war und mit Zehn Jahren keinen Haushalt führen sollte.

Doch für Jaehyun schien das Thema abgehakt zu sein. Er sah aus, als wolle er sich zurücklehnen, doch die Bänke besaßen keine Lehne und befanden sich zu weit weg von einer Wand, sodass jegliche Bequemlichkeit verloren ging.




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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt