⋄⋅⋆⋅⋄⋅⋆⋅⋄
Meine Hand wurde warm. Das war es, was mich weckte, denn es war nicht meine eigene Wärme, sondern eine, die sich schützend und notwendig anfühlte. Ich blinzelte und sah im gedämmten Licht, wie Yoongi seine Finger zwischen die meinen gelegt hatte.
„Warum machst du das?", murmelte ich.
„Weil ich heute Nacht nicht nett zu dir war."
„Ich auch nicht."
„Das macht mein Verhalten nicht besser."
An dieser Stelle war ich verblüfft, wie vehement Yoongi bei seiner Sache blieb.
„Und du entschuldigst dich, indem du meine Hand hältst?"
Mir waren die Worte ein wenig zu schnell herausgerutscht und ich spürte, wie ich begann zu schwitzen, weil sich meine Nervosität langsam aber sicher bemerkbar machte.
„Ruhe dich noch ein bisschen aus, Jimin. Da Jaehyun uns hier festhält, haben wir nicht viel zu tun. Zu vieles Nachdenken würde uns bloß verrückt machen.", wies der Ältere mich mit sanfter Stimme an. Seufzend wälzte ich mich auf dem schmalen Bett und griff dann wieder nach Yoongis Hand. Obwohl ich wusste, dass mir deswegen wieder die Röte in die Wangen stieg, verbarg ich mein Gesicht nicht wieder in meiner Armbeuge, sondern schaute zu Yoongi, der sich aufgesetzt hatte.
„Jaehyun hat einen Kontrollwahn.", sagte ich: „Warum sonst würde er uns nicht rauslassen? Hast du eine Ahnung?"
Doch Yoongi schien mir nicht wirklich zuzuhören. Er blinzelte kräftig und seine Arme - auf die er sein Gewicht stützte - zitterten.
„Du bist noch so schwach, Yoongi.", flüsterte ich und es klang mitleidig, vielleicht sogar bedauernd.
„Heute werde ich mich noch erholen können.", brummte der Prinz.
Ich setzte mich ebenfalls auf und die Kälte kroch wie eine Schlange unter die aufgewärmte Decke.
„Ein Tag reicht aber nicht!"
„Aber du warst sehr darauf besessen, hierher zu kommen.", konterte Yoongi und ich stützte ratlos meinen Kopf auf die Hände. Ein aggressives Stöhnen drang tief aus meiner Kehle; ein verzweifeltes Knurren.
„Wenn wir bloß mehr Zeit hätten!", jammerte ich, doch versuchte, mich schnell wieder zusammenzureißen, da ich ja wusste, wie wenig es brachte. Ich ließ mich mit einem Stich im Herz wieder zurückfallen und zog die Decke bis zur Nasenspitze hoch. Yoongi tat es mir sofort gleich und meine Gesichtszüge entspannten sich, denn die Angst, Yoongi würde sich auch noch einer Erkältung aussetzen müssen, hatte unbewusst in meinem Hinterkopf gewütet.
„Egal was passiert, wir bleiben immer beisammen.", flüsterte Yoongi. Beim Sprechen fielen ihm schwarze Strähnen ins Gesicht, doch darunter konnte ich noch sein schwaches Lächeln sehen. Gewärmt von dieser Bemerkung nickte ich und sein Lächeln blieb, während wir die Zeit vergehen ließen.
Es war seltsam, nebeneinander im Bett zu liegen und sich anzulächeln, während man sich sicher war, dass der nächste Tag alles verändern würde. Ich beobachtete sein ruhiges Atmen, dass sich durch heben und senken der Bettdecke bemerkbar machte.
Ich senkte die Augen schläfrig und meine Lider flatterten, bis meine Sicht in die Dunkelheit schwebte, doch sich immer wieder an Yoongis Händen aufhielt, die sich überkreuzt an seinen Schultern festhielten.
Sofort kam in mir der Wunsch auf, noch ein paar Zentimeter näherzurücken und meinen Kopf unter sein Kinn zu legen; all seine leichten Bewegungen zu spüren und seinen Herzschlag in der Stille zu hören. Schnell wichen meine Augen einem weiteren Moment der Versuchung aus. Zu wach, um von der Nichtigkeit geschlossener Augen beruhigt zu werden, wanderte mein Blick weiter, doch konnte an der grauen Wand nichts finden, um sich festzuhalten, sodass ich doch allzu schnell meine Augen wieder auf das Gesicht des Prinzen richtete und der Anblick seiner rosafarbenen Lippen mir fast ein Seufzen entlockte.
⋄⋅⋆⋅⋄⋅⋆⋅⋄
DU LIEST GERADE
Haunted Prince || Yoonmin
FanfictionJimin ist ein armer Bauernjunge, der alles für das Wohl seiner Familie tun würde. Als sich plötzlich ein besonderes Tier unter seine Pferdeherde mischt, merkt er immer deutlicher, dass etwas gewaltiges im Land falsch läuft. Und er ist dazu auserwähl...
