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An diesem Tag zog ich mich früh in mein Zimmer zurück. Hoffnung und Nachdenklichkeit hatte sich über die letzten Stunden durch unsere Gedanken gezogen. Und jetzt kam es mir wie die Ruhe vor dem Sturm vor, während ich durch das Fenster den vollen Mond betrachtete, der sein kaltes Licht über die Landschaft verteilte.

Als ich das dumpfe Klopfen an meiner Tür wahrnahm, war ich immer noch so in meine Gedanken versunken, dass ich vergaß, mein Shirt überzuziehen. Als ich öffnete, stand Yoongi vor meiner Tür. Wer sonst hätte es sein können, hatte ich mich im Nachhinein ironisch gefragt, doch in diesem Moment starrte ich ihn mit leicht geöffnetem Mund an. Das Licht im Flur war dämmrig und ließ die Schatten auf Yoongis Gesicht unheimlich erscheinen, sodass ich ein mulmiges Gefühl bekam.
„Darf ich kurz reinkommen?", flüsterte Yoongi mit rauer Stimme. Ich bekam eine Gänsehaut, spürte jetzt, dass mir kalt und das ich oberhalb nicht bekleidet war.

Ohne ein Wort herauszubekommen, öffnete ich die Tür so weit, dass Yoongi eintreten konnte und schloß sie danach wieder. Die einzige Lichtquelle war nun der Mond, dessen Blässe der von Yoongis Haut gleichkam und ihn geisterhaft erscheinen ließ.
Er trug ein weißes T-Shirt mit langen Ärmeln, in welchem er dünn und gebrechlich aussah. Die weiche Stoffhose, welche von der selben Art war, wie ich sie bei unserer Ankunft bekommen hatte, hing schlaff über seine Knöchel.

„Jiminie. Du scheinst mir aus dem Weg zu gehen.", stellte Yoongi ruhig und bedacht fest. Seine Stimme hallte in der Stille des Raumes nach. Ich schluckte schwer und blieb am Fenster stehen, um vor Yoongis starker Präsenz zu flüchten. Denn das hatte ich die letzten Tage so gut es ging und trotz dem es mir auch schwer viel, getan. Auf gewisser Weise, raubte er mir den Atem. In seiner Nähe war ich wie ein kleiner Vogel in den Krallen eines größeren. Ich spürte seine schwarzen Augen auf meiner nackten Haut und es fühlte sich an wie Krallen, die sich durch mein Fleisch bohrten.

Ich holte tief Atem, bevor ich mit schwacher Stimme herausbrachte: „Ich dachte, das ist vielleicht, was du möchtest."
Er ging einen Schritt auf mich zu und ich zuckte zusammen, den Blick starr auf den Boden gerichtet.
„Warum sollte ich das wollen?", fragte er und nachdem ich für eine Weile nicht antwortete: „Es ist doch zwischen uns nichts passiert?"

Ich glaubte plötzlich zu verstehen, worauf er hinaus wollte. Ich hatte ihm gesagt, er solle den Kuss vergessen. Und nun tat er so, als sei nichts passiert, was bedeutete, dass ich auch keinen Grund hatte, ihm aus dem Weg zu gehen. Ich hingegen, konnte an kaum etwas anderes als diesen Kuss denken. Wie sollte ich mich ihm gegenüber so verhalten können, wie zuvor?

„Sag doch etwas, Jimin. Habe ich etwas falsch gemacht?", hauchte er in die Stille und ich konnte nicht mehr dagegen ankämpfen, als er nur noch einen Meter vor mir stand. Ich spürte das Fenstersims hinter mir in meine Haut drücken. Vorsichtig schaute ich zu ihm auf.

„Nein, Yoongi. Ich... es ist einfach viel passiert in den letzten Tagen. Ich bin einfach müde.", antwortete ich und es stimmte. Ich war in diesem Moment unglaublich müde.

„Ich möchte nicht, dass du dich alleine fühlst, Jimin. Wenn ich irgendetwas für dich tun kann...", fing er an und blickte sich dann in meinem Zimmer um, so gut es das schwache Licht ermöglichte.
Dann drehte er sich wieder zu mir, schaute mich mit glänzenden, tiefen Augen an.
„Ich bin es nicht gewohnt, alleine in einem Zimmer zu schlafen. Ich dachte... also wenn sich ja nichts verändert hat zwischen uns... vielleicht können wir dann wie davor..." Er trat noch einen leichten Schritt näher und ich spürte, wie sich mein Herzschlag verdoppelte. Dann sagte er endlich, mit zitternder Stimme, die sich beinahe überschlug: „Ich möchte bei dir im Bett schlafen, Jimin. Ich bekomme sonst Alpträume."



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt