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„Vor etwa 12 Jahren gab es einen heftigen Schneefall zur Weihnachtszeit. Ich hatte geplant, mir für diese Tage eine Auszeit von meiner Familie zu nehmen, über die zu reden sich wirklich nicht lohnt. Also begab ich mich zu meinem besten Freund; Jackson. Wir waren beide 16 Jahre alt. Ich besuchte ihn häufig. Dankbar für die Gastfreundschaft seines Vaters, halfen wir ihm bei jeglichen Vorbereitungen.

Der Weg zum Haus sollte frei geschaufelt werden. Wir arbeiteten uns also mühevoll voran, da traf mich ein Schneeball an der Schulter. Darauf folgte ein freudiges Jauchzen aus ein paar Meter Entfernung. Es hätte auch der Schrei einer Katze sein können. Kinder machen wirklich die befremdlichsten Geräusche! Aber ich entdeckte den Jungen schnell, der die Ursache dieses Lautes gewesen war und der wohl auch Schuld an der Attacke auf meine Schulter hatte.

Jackson schaute sich irritiert um. Ich schaufelte mir mit den Händen einen kolossalen Schneeball zusammen und scannte mein Umfeld nach dem Rabauken ab. Da war er! Sein rundes Gesicht mit aufgerissenen Augen ragte hinter einem zugeschneiten Baumstumpf hervor. Voller Belustigung und kindlicher Neugierde war sein Mund geöffnet und erschien ebenso kugelrund wie die zwei schwarzen Knöpfe, die jede meiner Bewegungen verfolgten.

Ich hob den Arm und er quietschte auf. Mein Schneeball verfehlte ihn knapp und er sprang hervor, ein Geräusch machend wie Gänse im Frühling.
Jackson und ich lachten uns kaputt. Der Kleine blieb stehen. Sein ganzer Körper wurde durch seine jauchzenden Atemzüge geschüttelt, als er weiterhin erwägte, wo die Grenze zwischen Witz und Ärger war. Das Glänzen seiner Augen schimmerte wie der Schnee in der Sonne. Wir hatten eine Menge Spaß. Jackson traf mich unerwartet mit einem Schneeball am Rücken. Wir starteten zu dritt ein ganzes Schneeballschlacht-Tournier.

Später saßen wir alle mit roten Wangen im Wohnzimmer und hielten die eisigen Hände ans Feuer. Aber Jackson war unruhig. Er schaute abwesend aus dem Fenster. Er erzählte mir, er musste seinem Vater etwas wichtiges sagen, aber ich sah ihm an, dass er sich nicht traute. Seine Hände zitterten nervös und seine Schuhe trommelten dumpf auf dem Teppich. So konnte es nicht weitergehen, also schob ich ihn in die Küche, welche die Mutter des vierjährigen Jungen gerade verließ.

„Jackson will dir etwas erzählen.", verhalf ich ihm den Sprung zu wagen und schloss die Küchentür, nachdem ich wieder in den Flur getreten war.
Ich lauschte. Das hätte ich nicht tun sollen.

Was ich hörte, war folgendes: Jackson hatte sich verliebt. In ein Mädchen aus der Stadt. Nach einigem Zögern erzählte er, dass sie aus einer Adelsfamilie stammte. Jacob nahm das erstaunlich gelassen auf. Er fragte nach ihrem Namen. Mia Chang.
Da wurde Jacob skeptisch. Das war eine Familie, die von vielen Gerüchten heimgesucht wurde. Sie präsentierten ihre Tochter wie eine Tafel aus Gold.
Auch ich war beunruhigt. Warum hatte mir mein bester Freund nie etwas von ihr erzählt? In mir brodelte Wut auf. Ich fühlte mich hintergangen. Wie oft musste es vorgekommen sein, dass ich den Tag mit Jackson verbracht hatte und er insgeheim wünschte, ich würde endlich heimkehren, damit er sich mit ihr treffen konnte!

Ich wollte mich schon abwenden, da hörte ich ein weiteres Zögern in Jackson's Stimme. „Sie wird ein Kind bekommen. Ein Kind. Mein Kind."
Seit dem fraß sich eine unheilbare Wunde durch unsere Freundschaft und auch durch das Verhältnis zwischen Jackson und seinem Vater.

Ich sollte dir das alles vielleicht nicht erzählen, Jimin. Aber ich möchte, dass du verstehst, warum ich eine besondere Abneigung gegen dieses Königspaar habe. Sie haben ihre Tochter verstoßen, nachdem sie mit Jackson durchgebrannt ist. Doch schwanger zu reisen war nicht leicht. Sie versteckten sich eben hier, als gerade ein kleines Gefängnis aus einem verwahrlostem Waisenhaus wurde. Aber die Familie Chang kam dahinter und sobald das Kind geboren war, nahmen sie es ihr weg.

Es ist ein großes Glück, dass ich ein Mittel gefunden habe, um aus ihr keine endgültige Waise zu machen. Ich schwor mir, das Neugeborene um alles in der Welt zu schützen."




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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt