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„Wir sind da", verkündete Jaehyung und hielt uns die Tür des Wagens auf. Mit zügigem Schritt aber steifer Haltung lief er auf ein großes Haus zu und wir hatten Mühe, ihm ebenso eilig zu folgen.
„Vielleicht kennen wir Jaehyun nicht gut genug dafür, aber mir erscheint er tatsächlich ein wenig seltsam.", gab ich flüsternd gegenüber Yoongi zu.
„Verhielt er sich in deiner Vision auch so? Und trug er diesen Anzug?"
Als Antwort bekam ich ein wages nicken und dann ein Kopfschütteln. Ich beschloss, dass es im Moment keinen Sinn hatte, den Älteren auszufragen. Ermutigend legte ich eine Hand auf seine Schulter und strich ihm einige Strähnen aus dem erschöpftem Gesicht.
„Wahrscheinlich ist es einfach seine Art. So gesprächig war er bei unserer ersten Begegnung ja auch nicht.", stellte ich fest und hob meinen Blick, um Jaehyun geradewegs auf das Haus zulaufen zu sehen.

„Was ist mit dem Kutscher?", fragte ich, mit schnellem Schritt den Tierarzt einholend. „Ist er eingeweiht? Wird er bei uns bleiben?"
Neben Jaehyun herlaufend blickte ich zurück, wo der Unbekannte uns willenlos und mit schleppendem Schritt hinterher trottete.
Seine einfache Kleidung verriet nichts über ihn und eine Kappe war so tief ins Gesicht gezogen, dass die Schatten nur einen schmalen, grimmigen Mund entblößten.

„Ihr werdet nicht mit ihm reden. Ich brauche ihn in diesem Haus und als Kutscher, aber euer Vertrauen ist er nicht wert." Ich blickte zurück und war erleichtert, Yoongi einige Schritte hinter mir zu wissen, auch wenn er sichtlich geschwächt von der plötzlichen Eile nach der langen Fahrt war.

Auch der Kutscher bemühte sich um einen schnelleren Schritt. Immer wieder blickte ich mich um. „Warum ist sein Gesicht so verdeckt?" Doch Jaehyun antwortete nicht.

Das senile Gebäude ragte vor uns auf wie ein Geisterhaus. Es sah verlassen aus und noch heruntergekommener als das schon sehr alte Anwesen von Jacob. Die Fassade bestand aus grauem Stein. Es war ungewöhnlich düster, dafür dass es mitten im Grünen stand. Zwar hörte man in einiger Ferne ab und zu die gewöhnlichen Geräusche des Industrieviertels - welches ganz in der Nähe sein musste -, doch zu sehen waren bloß Bäume und ein hoher Zaun, an dem sich das Efeu festklammerte, als befände es sich an der Klippe einer tiefen Schlucht.
Würde man mehr von der Stadt aus einem der oberen Fenster sehen? Doch erstaunt stellte ich fest, dass die Fassade mit keinerlei Fenstern ausgestattet war.

Jaehyun schloss das Tor auf, welches uns Zugang zum Garten des Gebäudes verschaffte. Auch auf der anderen Seite des Zaunes breiteten sich Kletterpflanzen und ein wildes Gemisch an wucherndem Gewächs aus.
Stumm liefen wir hinter Jaehyun her, der kurzerhand die Eingangstür öffnete.



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Haunted Prince || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt