Gestern lag ich noch eine halbe Stunde völlig erledigt auf dem Tennisplatz. Mats und Marco versuchten mehrmals, mich hochzuziehen, aber ich weigerte mich hartnäckig – der Boden fühlte sich in dem Moment einfach nach der besten Option an. Irgendwann gaben sie jedoch nicht mehr nach, also ließ ich mich widerwillig von ihnen aufhelfen.
Der Rest des Tages war weniger spektakulär: Duschen, ins Bett fallen und einfach nichts tun. Mein Körper dankte mir den sportlichen Tag auf seine eigene Art – mit heftigem Muskelkater.
Nun sitze ich beim Frühstück, und jede Bewegung fühlt sich an, als hätte ich einen Marathon hinter mir. Ich bewege mich im Schneckentempo zum Buffet, hole mir mein Essen und lasse mich mit einem leisen Seufzen auf den nächstbesten freien Platz fallen.
„Alles gut bei dir?" grinst Marco mich an, während er sich eine Gabel Rührei in den Mund schiebt.
„Jaja", murmele ich nur und rolle mit den Augen, bevor ich anfange, mein Frühstück regelrecht in mich hinein zu schaufeln. Gestern Abend hatte ich nichts mehr gegessen, also musste ich jetzt alles nachholen.
„Also, wer ist später beim Pool dabei?" fragt Marco in die Runde, als nach und nach immer mehr Jungs am Tisch auftauchen.
Einstimmiges Nicken. Natürlich. Was auch sonst?
Ich esse stumm weiter, in der Hoffnung, dass sie mich nicht bemerken.
„Und du, Olivia?" Marcos Stimme holt mich zurück in die Realität. „Du kommst doch auch, oder?"
Sofort schüttle ich den Kopf. Auf keinen Fall. Es gibt einen verdammt guten Grund, warum ich nicht mit zum Pool will – aber den kann ich unmöglich laut aussprechen.
„Kein Bock", antworte ich knapp.
„Ach komm schon! Es ist übelst heiß heute", mischt sich Marius ein.
„Ist mir bewusst, trotzdem nein." Ich nehme meinen Teller und stehe auf, um ihn zurückzubringen.
„Du musst ja nicht mal schwimmen, aber chill doch wenigstens mit uns", ruft Mats mir hinterher.
Ich ignoriere ihn und gehe einfach hoch in mein Zimmer.
Während die Jungs bei ihrer einzigen Trainingseinheit für heute schwitzen, verbringe ich meinen Vormittag auf die bestmögliche Weise: liegend. Muskelkater sei Dank bewege ich mich nur das Nötigste. Statt Marbella zu erkunden – was eigentlich mein Plan für meinen freien Nachmittag gewesen wäre – bleibe ich einfach hier. Das kann ich ja auch an einem anderen Tag machen.
Zwischendurch telefoniere ich mit meiner Mum und meinen Großeltern. Danach scrolle ich durch Social Media, schaue mir unzählige sinnlose Videos an und lache über ein paar Memes, bis es plötzlich an der Tür klopft.
Ich seufze genervt und schleiche mich langsam zur Tür.
Als ich öffne, blicken mir vier grinsende Gesichter entgegen.
„Wir sind hier, um dich abzuholen!" verkündet Marco begeistert.
Misstrauisch verschränke ich die Arme vor der Brust. „Für was genau?"
„Na, für den Pool! Also schnapp dir deine Badesachen und komm", sagt Mats.
„Tut mir leid, Jungs. Ich hab keine Badesachen dabei." Ich hoffe, damit die Diskussion beenden zu können und will die Tür schon wieder schließen.
„Kein Problem", entgegnet Marius mit einem Schulterzucken. „Dann eben in Shirt und Shorts."
Sofort schüttle ich den Kopf. „Nein. Ich kann doch nicht mit Klamotten ins Wasser gehen."
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When we meet again
FanfictionOlivia hat in ihrem Leben mehr Kämpfe ausgefochten, als sie zählen kann. Aufgewachsen, immer mit dem Gefühl, funktionieren zu müssen, statt wirklich zu leben. Julian, den sie wegstößt, weil sie glaubt, nicht gut genug zu sein. Julian, mit dem sie v...
