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Der schönste Tag meines Lebens.

Ich weiß nicht, ob es die Magie des Moments war oder ob die Welt für einen Tag einfach beschlossen hatte, perfekt zu sein – aber unsere Hochzeit war alles, was ich mir je erträumt hatte. Nein, eigentlich war sie noch mehr.

Ich erinnere mich an jedes einzelne Detail, an jede Sekunde, als wäre sie tief in mein Herz gebrannt. Der Wind, der sanft über den See strich, die Lichterketten, die in der Abendsonne funkelten, das leise Murmeln der Gäste, bevor alles verstummte, als ich meinen ersten Schritt in Richtung Altar machte.

Und dann Julian.

Wie er dort stand. Wie er erst seinen Kopf in den Händen vergraben hatte, überzeugt davon, dass ich nicht kommen würde – und wie er dann aufblickte. Dieser Moment, in dem sich unsere Blicke trafen ... ich werde ihn niemals vergessen.

Es war, als hätte ich in seinem Gesicht all die Liebe, all die Erleichterung und all das Glück dieser Welt gesehen. Als würde in diesem einen Augenblick alles, was wir je durchgemacht hatten, seinen Sinn finden.

Und als ich schließlich vor ihm stand, als ich seine Hände nahm und er meine, da wusste ich es endgültig: Ich hatte alles richtig gemacht.

Die Zeremonie selbst fühlte sich an wie ein Traum. Ein einziger, unvergesslicher, wunderschöner Traum. Ich weiß noch, wie meine Stimme zitterte, als ich mein Gelübde sprach, wie Julian mich mit diesem Blick ansah – als wäre ich sein Ein und Alles.

Und dann dieser Kuss.

Der Moment, in dem uns der Trauredner endlich für Mann und Frau erklärte und Julian keine Sekunde zögerte, um mich zu küssen.

Ich spürte seine Hände an meiner Taille, wie er mich so vorsichtig, so voller Ehrfurcht hielt – und doch mit diesem unstillbaren Verlangen, das mich immer wieder um den Verstand brachte. Ich spürte, wie sein Herz gegen meine Brust schlug, wie sich sein Atem mit meinem vermischte.

Es war ein Kuss, der mir alles sagte, was Worte nicht ausdrücken konnten.

Die Gäste jubelten, jemand pfiff laut – vermutlich Nico – und Sophia klatschte so laut, dass es fast komisch war. Aber in diesem Moment war mir alles egal. Alles, was zählte, war Julian.

Nach der Zeremonie wurden wir von unseren Freunden und unserer Familie umarmt, gedrückt, geküsst, beglückwünscht. Es gab Lachen, Tränen, unzählige Glückwünsche.

„Ich wusste es!" Nico sah mich mit diesem typischen Ich-hab's-dir-doch-gesagt-Blick an, bevor er mich in eine Umarmung zog.

Ich lachte, während mir Tränen über die Wangen liefen. „Ich konnte doch nicht anders."

Julian stand direkt hinter mir, seine Arme um meine Taille gelegt, sein Kinn auf meiner Schulter. „Zum Glück", murmelte er und drückte einen Kuss an meinen Hals.

Dann kam meine Mutter. Sie weinte. Natürlich weinte sie. „Mein Mädchen", flüsterte sie, als sie mich an sich drückte. Ich spürte, wie ihre Schultern bebten, und plötzlich konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

„Ich liebe dich, Mama", sagte ich nur. Und sie schluchzte noch lauter.

Später, als die Sonne langsam unterging, zogen wir uns für einen Moment zurück. Julian und ich standen am Ufer des Sees, die Lichterketten spiegelten sich auf der Wasseroberfläche, und der Wind spielte mit meinem Kleid.

Er hielt mich in seinen Armen, sah mich einfach nur an.

„Bist du glücklich?" fragte er leise.

Ich legte meine Hände an sein Gesicht, strich mit den Fingern über seine Wangenknochen.

When we meet againWhere stories live. Discover now