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Hochzeitsvorbereitungen. Klingt erstmal schön. Romantisch. Aufregend. Ein bisschen stressig vielleicht, aber im besten Fall doch etwas, das man mit seinem Partner genießen kann.

Und ja, eigentlich war es genau das – bis Julian heute Morgen mit der Idee kam.

„Was hältst du von der Villa am See?", hatte er ganz beiläufig gefragt, während er sich sein Toast mit Erdnussbutter bestrich. „Ich hab letztens mit Mats drüber geredet, der war mal auf 'ner Hochzeit da. Die soll richtig schön sein."

Ich war in dem Moment dabei gewesen, mir die Haare zu einem lockeren Dutt zu binden, als seine Worte bei mir einsickerten. Die Villa am See.

Mein Magen zog sich unangenehm zusammen.

Er sprach weiter, völlig begeistert von der Idee: „Ist nicht zu weit weg, schöne Kulisse, die Organisation soll top sein ... und es ist ziemlich privat, also keine Paparazzi oder sonst was." Er grinste. „Perfekt, oder?"

Ich schluckte.

Perfekt.

Ich wusste genau, welche Villa er meinte. Ich wusste es, weil ich da fast schon einmal geheiratet hätte.

Mit Jonas.

Mein Ex-Verlobter. Der Typ, der mir einen Antrag gemacht, mit mir Pläne geschmiedet und mich dann betrogen hatte, bevor es überhaupt zum Ja-Wort kommen konnte.

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Mein Blick fiel auf Julian, der mich erwartungsvoll ansah, während er in sein Toast biss.

Sag es ihm einfach, Olivia. Sag ihm, dass du da nie im Leben heiraten kannst.

Aber dann kam der zweite Gedanke.

Das Thema Jonas war eigentlich durch. Julian wusste, was damals passiert war, aber es war nicht gerade etwas, über das wir gerne sprachen. Und jetzt, wo alles so gut zwischen uns lief, wollte ich das wirklich wieder aufrollen?

Ich biss mir auf die Lippe.

„Oli?"

Julian musterte mich jetzt genauer, seine Stirn leicht gerunzelt.

„Äh ..." Ich zwang mich zu einem Lächeln. „Klingt ... schön."

Er legte den Kopf schief. „Aber?"

Verdammt. Natürlich entging ihm das nicht. Ich konnte mich noch so sehr bemühen, locker zu wirken – er kannte mich zu gut.

Ich seufzte. „Ich weiß nicht, ob das die richtige Location ist."

Er legte das Toast beiseite und drehte sich richtig zu mir. „Warum nicht? Ist da irgendwas ...?"

Ich sah in seine blauen Augen, die voller ehrlicher Neugier, aber auch Besorgnis waren.

Und ich wusste, ich musste es ihm sagen.

„Weil ich da eigentlich mit Jonas hätte heiraten sollen."

Das war's. Raus damit.

Julian sagte erstmal nichts. Sein Blick war ruhig, aber ich konnte sehen, wie er das in seinem Kopf verarbeitete.

Dann nickte er langsam. „Oh. Okay."

Er lehnte sich zurück, verschränkte die Arme vor der Brust. Ich erkannte das typische „Ich denke gerade über alles nach"-Gesicht, das er manchmal hatte.

„Ich wusste nicht, dass es genau die Location war", sagte er schließlich.

„Hätte ich mir denken können, dass du das nicht weißt", murmelte ich.

When we meet againWhere stories live. Discover now