Es war ein komisches Gefühl, wieder in Wolfsburg zu sein. Es kam mir vor, als sei es eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal hier war. Der vertraute Geruch der Blumen, die in Mamas Garten blühten, und das leise Summen der Bienen, die die Luft füllten, machten die Erinnerung an diese Stadt lebendig. Aber heute war es anders. Ich war aus einem bestimmten Grund hier.
Als ich vor der Tür stand, klopfte mein Herz schneller. Es war jetzt endgültig Zeit, ihr alles zu erzählen. Ich atmete tief durch und drückte dann die Klinge der Türklingel. Nur wenige Sekunden später hörte ich Schritte drinnen, und dann öffnete meine Mutter die Tür. Ihr Gesicht war erst überrascht, dann strahlte sie.
„Olivia! Was machst du denn hier?", fragte sie und trat zur Seite, um mich hereinzulassen. „Ich hab gar nicht mit dir gerechnet!"
Ich trat ein, und sie schloss die Tür hinter mir. Die Wärme in ihrem Blick ließ mich fast wieder weich werden. Sie legte ihre Arme um mich, drückte mich fest an sich. Es tat gut, sie zu sehen.
„Ich dachte, ich schaue mal vorbei", sagte ich dann, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten.
„Das ist ja eine schöne Überraschung", antwortete sie und nahm mich bei der Hand, um mich ins Wohnzimmer zu führen. „Komm, setz dich. Wie war der Urlaub? Alles gut mit Julian?"
Ich setzte mich, und meine Mama setzte sich mir gegenüber auf das Sofa. Ihr Blick war neugierig, und ich konnte sehen, dass sie auch ein bisschen besorgt war. Sie wusste, wie viel in letzter Zeit in meinem Leben passiert war, und sie wollte bestimmt wissen, wie es mir wirklich ging. Aber ich wusste auch, dass sie mehr über den Urlaub wissen wollte, und das würde ich ihr jetzt nicht verheimlichen können.
„Ja, der Urlaub war... schön", begann ich, während ich nervös an meinem Glas Wasser spielte. „Tatsächlich war es... mehr als das."
„Mehr als das?", fragte sie und sah mich verwirrt an.
Ich nickte langsam, während sich die Worte in meinem Kopf formierten. Ich wollte es richtig sagen, aber gleichzeitig war ich mir nicht sicher, wie sie reagieren würde. Also nahm ich einen tiefen Atemzug.
„Mama", sagte ich dann, „Julian und ich, wir haben uns verlobt."
Ich wartete, dass die Worte sacken konnten. Ihre Augen weiteten sich, und für einen Moment blieb sie einfach still. Ihre Miene verriet zunächst nichts, aber ich konnte sehen, wie sie versuchte, die Information zu verarbeiten.
„Verlobt?", wiederholte sie schließlich, als ob sie sich vergewissern wollte, dass sie sich nicht verhört hatte.
„Ja", sagte ich und versuchte, zu lächeln, obwohl ich innerlich immer noch nervös war. „Julian hat mir einen Antrag gemacht, und ich habe ja gesagt."
„Wow", murmelte sie dann, immer noch ein bisschen fassungslos. „Das ist ja... eine große Sache. Und du bist sicher, dass es das Richtige für dich ist?"
Ich nickte. „Ja, ich bin mir sicher. Es fühlt sich richtig an."
Mama schien dann etwas aufzuatmen, ihre anfängliche Überraschung legte sich ein wenig. „Ich freue mich für dich mein Schatz. Und Julian, ich hoffe, er wird dich glücklich machen."
„Er tut es", sagte ich und versuchte, zuversichtlich zu klingen. „Er macht mich wirklich glücklich."
Die Atmosphäre wurde plötzlich viel entspannter, und ich konnte spüren, dass sie sich langsam mit dem Gedanken anfreundete. Ihre Augen weichten ein Stück, und sie nahm meine Hand.
„Ich wünsche euch beiden wirklich alles Gute, mein Schatz. Du weißt, dass ich dir nur das Beste wünsche. Du hast dich nie leichtfertig entschieden, und wenn du sicher bist, dass Julian der Richtige ist, dann freue ich mich für euch. Auch wenn es eine kleine Überraschung war."
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When we meet again
FanfictionOlivia hat in ihrem Leben mehr Kämpfe ausgefochten, als sie zählen kann. Aufgewachsen, immer mit dem Gefühl, funktionieren zu müssen, statt wirklich zu leben. Julian, den sie wegstößt, weil sie glaubt, nicht gut genug zu sein. Julian, mit dem sie v...
