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Ich saß auf der Couch, mein Bein wippte ungeduldig auf und ab, während ich mir auf den Oberschenkel tippte. Jede Minute kam mir endlos vor. Ich hatte das Gefühl, als würde die Zeit extra langsam vergehen, nur um mich wahnsinnig zu machen. Mein Blick wanderte zum Handy, als ob das ständige Draufschauen irgendwas ändern würde. Aber natürlich, nichts.

Sophias Flug war vor einer Dreiviertelstunde gelandet, und Julian hatte sie direkt vom Flughafen abgeholt. Sie müssten also jeden Moment hier sein. Es sei denn, irgendwas hatte länger gedauert. Gepäck, Stau, keine Ahnung. Ich seufzte und stand auf, lief ein paar Schritte durch die Wohnung, nur um mich dann doch wieder hinzusetzen.

In weniger als einer Stunde war der Termin im Brautmodengeschäft, und ich wollte auf keinen Fall zu spät kommen. So einen Termin bekam man nicht einfach mal eben wieder, vor allem nicht so kurzfristig. Ich war ja schon froh, dass sie mich überhaupt noch eingeschoben hatten.

Mein Handy vibrierte plötzlich, und ich zuckte sofort zusammen. Endlich! Ich schnappte es mir und las die Nachricht.


Sind gleich da.

Gott sei Dank. Ich atmete erleichtert aus und sprang sofort auf. Schnell ging ich zur Tür und öffnete sie schon mal, als könnte ich sie damit herbeizaubern.

Und tatsächlich – nur eine Minute später hörte ich den Schlüssel in der Haustür und dann eine vertraute, aufgeregte Stimme.

„Oliiiiviaaaa!"

Und dann, kaum, dass Sophia überhaupt durch die Tür kam, fiel sie mir auch schon in die Arme.

„Endlich wieder da!", rief sie begeistert, während ich sie genauso fest an mich drückte.

„Oh mein Gott, ich freu mich so!", platzte es aus mir heraus. „Wie war dein Flug?"

„Langweilig", lachte sie und zog mich mit in die Wohnung. „Aber scheiß drauf, wir haben einen wichtigen Termin! Brautkleid-Shopping, Baby!"

Julian kam hinter ihr rein, stellte ihren Koffer ab und grinste. „Ja, und ich verabschiede mich dann mal wieder. Ich überlasse euch das Spektakel."

„Schade, du wärst sicher eine große Hilfe", witzelte ich, bevor ich ihm einen Kuss auf die Wange drückte. „Danke, dass du Sophia abgeholt hast."

„Immer gerne", sagte er und wandte sich dann an Sophia. „Gut angekommen?"

„Ja, danke nochmal fürs Abholen. Aber jetzt müssen wir los, sonst wird unsere Oli noch nervöser", meinte sie grinsend und zog mich schon Richtung Tür.

„Ey!", protestierte ich gespielt beleidigt, musste dann aber selbst lachen. Okay, sie hatte nicht ganz Unrecht. Ich war nervös. Richtig nervös.

Das war nicht einfach irgendein Shopping-Trip. Ich suchte mein Hochzeitskleid aus. Das Kleid. Das, in dem ich Julian heiraten würde. Das, in dem ich vor ihm stehen würde, während wir uns das Ja-Wort gaben.

Holy shit, es wurde echt.

Ich schlüpfte schnell in meine Schuhe und schnappte mir meine Tasche. „Na dann, auf ins Chaos."

„Genau, ab geht's!", rief Sophia begeistert, während wir die Wohnung verließen.

Ich konnte nicht anders, als zu lächeln. Ich hatte keine Ahnung, was mich gleich erwarten würde, aber mit Sophia an meiner Seite konnte es eigentlich nur gut werden.

Als wir im Auto saßen, trommelte ich nervös mit den Fingern auf das Lenkrad. Sophia war neben mir damit beschäftigt, mir einen kleinen Motivationsvortrag zu halten.

„Okay, hör zu", sagte sie und sah mich mit ernstem Blick an. „Wir gehen da jetzt rein, du probierst ein paar Kleider an, und dann verliebst du dich in eins. So läuft das. Kein Stress, kein Drama."

When we meet againWhere stories live. Discover now