Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch die halb geöffneten Vorhänge, als ich langsam die Augen öffnete. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, wo ich war – oder besser gesagt, mit wem ich war.
Julian.
Sein Arm lag locker um meine Taille, sein Atem warm an meinem Nacken. Ich lag so still wie möglich da, versuchte, den Moment festzuhalten, bevor der Tag wirklich begann. Es fühlte sich... ungewohnt an. Nicht schlecht, aber anders. Und irgendwie schön.
Doch lange konnte ich nicht einfach nur daliegen. Mein Wecker vibrierte leise auf dem Nachttisch. Trainingstag. Arbeit. Realität.
Ich seufzte und versuchte mich vorsichtig aus Julians Griff zu lösen, doch in genau diesem Moment zog er mich fester an sich.
„Wo willst du hin?" Seine Stimme war noch rau vom Schlaf, ein wenig verschlafen.
Ich drehte meinen Kopf leicht zu ihm. „Aufstehen. Ich hab Arbeit, falls du es vergessen hast."
Er blinzelte langsam, dann zog er eine Augenbraue hoch. „Glaubst du, ich nicht?"
Ich grinste. „Stimmt, du musst ja auch trainieren. Ich schätze, wir sehen uns dann gleich wieder."
Er seufzte übertrieben. „Wirklich romantisch, Olivia."
Ich lachte leise, drehte mich um und hauchte ihm einen schnellen Kuss auf die Lippen, bevor ich mich endgültig aus seinen Armen befreite und aufstand.
Eine halbe Stunde später, frisch geduscht und in meine Arbeitsklamotten gekleidet, kam ich zurück ins Schlafzimmer – nur um Julian immer noch im Bett liegen zu sehen.
„Julian", sagte ich streng. „Du solltest langsam wirklich aufstehen."
Er blinzelte mich nur an. „Oder du legst dich einfach nochmal zu mir?"
Ich rollte mit den Augen. „In deinen Träumen."
Er grinste frech. „Genau da warst du letzte Nacht auch."
Ich schüttelte lachend den Kopf, schnappte mir meine Tasche und verließ das Schlafzimmer. „Ich warte unten. Fünf Minuten."
Gerade als ich mir einen Kaffee in der Küche eingoss, kam er schließlich doch herunter, das Haar zerzaust, aber mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.
„Bereit für den Tag?", fragte er, während er sich ebenfalls eine Tasse nahm.
Ich schmunzelte. „Das werde ich in ein paar Stunden beantworten."
Als wir aus meiner Wohnung traten, wollte ich instinktiv nach meinen Autoschlüsseln greifen – bis mir einfiel, dass ich gar kein Auto hatte.
Julian schien meinen Gedanken zu erraten und grinste. „Ich fahre. Komm schon."
Wortlos folgte ich ihm zu seinem Auto und ließ mich auf dem Beifahrersitz nieder. Kaum hatte er den Motor gestartet, meinte er plötzlich: „Wir müssen noch kurz zu mir. Meine Trainingsklamotten liegen da."
Ich blinzelte ihn an. „Oh... Stimmt. War ja nicht geplant, dass du hier übernachtest."
Sein Blick flog kurz zu mir, ein amüsiertes Funkeln in den Augen. „Ja, wirklich nicht."
Hitze stieg mir ins Gesicht, also drehte ich schnell den Kopf zum Fenster. Ich wollte gar nicht darüber nachdenken, was das bedeutete – dass er ohne frische Klamotten, ohne irgendwas, trotzdem geblieben war.
Die Fahrt zu ihm dauerte nicht lange. Er parkte vor seinem Wohnhaus, schnallte sich ab und meinte: „Ich bin sofort wieder da."
Ich nickte, während er ausstieg und ins Haus verschwand.
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When we meet again
FanfictionOlivia hat in ihrem Leben mehr Kämpfe ausgefochten, als sie zählen kann. Aufgewachsen, immer mit dem Gefühl, funktionieren zu müssen, statt wirklich zu leben. Julian, den sie wegstößt, weil sie glaubt, nicht gut genug zu sein. Julian, mit dem sie v...
