Die restlichen Tage auf Mallorca fühlten sich an wie ein Traum, aus dem ich nicht aufwachen wollte. Es war, als hätte sich die Welt ein kleines Stück verlangsamt, nur für uns. Kein Stress, keine Verpflichtungen, nur Sonne, Meer und das Gefühl, genau am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zu sein.
Julian und ich hatten uns ganz bewusst entschieden, unsere Verlobung erst einmal für uns zu behalten. Nur Kai und Sophia wussten Bescheid, und das sollte auch so bleiben. Nicht, weil wir uns unsicher waren, im Gegenteil. Aber wir wollten diesen Moment genießen, ohne sofort in Erklärungen oder Planungen gedrängt zu werden. Es war unser kleines Geheimnis, etwas, das nur uns gehörte.
Tagsüber verbrachten wir die Zeit entspannt am Pool oder fuhren zu versteckten Buchten, wo wir ins türkisfarbene Wasser sprangen und einfach nur da lagen, die Sonne auf der Haut spürten und uns treiben ließen. Julian zog mich immer wieder ins Wasser, hob mich hoch oder spritzte mich an, bis ich quietschend versuchte, mich zu rächen. Es waren Momente, in denen wir einfach nur wir selbst sein konnten.
Abends saßen wir oft lange draußen auf der Terrasse der Finca, mit einem Glas Wein oder einer kalten Cola in der Hand, und redeten über alles Mögliche. Manchmal über belanglose Dinge, manchmal über die Zukunft. Über das, was nach dem Urlaub kommt. Aber immer mit dieser Leichtigkeit, die ich so sehr liebte.
Kai und Sophia machten natürlich immer wieder Witze über uns. Kai konnte es sich nicht verkneifen, Julian aufzuziehen, dass er ja jetzt „ein Mann mit Verantwortung" sei, während Sophia mich mit großen Augen ansah und meinte: „Bist du dir sicher, dass du das aushältst, ein Leben lang mit diesem Chaoten?"
Und ich lachte, schaute zu Julian, der mir grinsend zuzwinkerte, und wusste: Ja. Das war genau das, was ich wollte.
Die letzten Tage vergingen viel zu schnell. Ich wollte nicht, dass es vorbei war, dieses Gefühl der Freiheit, des Glücks, einfach nur im Hier und Jetzt zu leben. Aber egal, wo wir hingingen oder was danach kam, eines wusste ich sicher: Ich würde es mit Julian tun. Und das war alles, was zählte.
Zurück in Dortmund fühlte sich alles anders an. Der Urlaub war vorbei, der Alltag wieder da. Kein Meeresrauschen mehr, kein entspannter Tagesablauf, kein unbeschwertes Herumliegen in der Sonne. Stattdessen klingelte morgens der Wecker, es gab Termine, Verpflichtungen, Training, Arbeit. Aber es gab eine Sache, die sich nicht geändert hatte, dieses Gefühl in meiner Brust, wenn ich an die letzten Wochen dachte.
Ich hatte immer wieder in ruhigen Momenten darüber nachgedacht. Darüber, dass ich jetzt verlobt war. Dass Julian mir einen Antrag gemacht hatte, ohne Plan, einfach weil es sich richtig angefühlt hatte. Und dass ich Ja gesagt hatte, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass sich etwas so richtig anfühlen konnte.
Julian bemerkte natürlich, wenn ich in Gedanken versank. „Woran denkst du?" fragte er eines Abends, als wir zusammen im Garten saßen. Es war einer der wärmeren Sommerabende, an denen man vergessen konnte, dass man nicht mehr im Urlaub war.
Ich drehte meinen Kopf zu ihm. „Ach, nichts Besonderes."
„Aha. Also an mich."
Ich verdrehte grinsend die Augen. „Vielleicht."
Er grinste selbst, aber ich bemerkte, dass er ein bisschen nervös wirkte. Seine Finger trommelten auf seinem Oberschenkel, als hätte er etwas vor.
„Was ist los?" fragte ich neugierig.
Julian holte tief Luft. Dann zog er etwas aus seiner Hosentasche und legte es mir vorsichtig in die Hand. Ich starrte darauf. Eine kleine, schlichte Schmuckschachtel.
„Julian..."
„Ich weiß, du hast gesagt, du brauchst keinen Ring", begann er schnell. „Aber ich will, dass du einen hast. Nicht, weil es dazugehört oder weil irgendjemand das erwartet, sondern weil ich will, dass du ihn hast. Weil du meine Verlobte bist. Weil du die Frau bist, die ich heiraten werde."
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When we meet again
FanfictionOlivia hat in ihrem Leben mehr Kämpfe ausgefochten, als sie zählen kann. Aufgewachsen, immer mit dem Gefühl, funktionieren zu müssen, statt wirklich zu leben. Julian, den sie wegstößt, weil sie glaubt, nicht gut genug zu sein. Julian, mit dem sie v...
